Moïse Bercovici-Erco

Moïse Bercovici-Erco, eigentlich Moshe Bercovici-Erco,[1] auch Moïse Erco Bercovici, (* 1. Juli 1904 in Iași, Rumänien; † 5. April 1944) war ein rumänisch-jüdischer Kunstmaler und Kupferstecher, der auf dem Weg zu einem Konzentrationslager von deutschen Soldaten erschossen wurde.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Der Kupferstecher und Kunstmaler Moise Bercovici-Erco wurde durch Octav Băncilă, zu der Zeit Professor an der Școala de Belle Arte in Iași, entdeckt. Er nahm das Studium der Malerei auf. Zu seinen Mitschülern gehörten Băncilă, Nicolae Tonitza, Corneliu Baba und Arnold. Im Jahr 1931 ging Bercovici-Erco nach Paris, um sein Können zu vervollständigen. Hier gründete er ein Atelier in der Rue Delambre 69. Es folgten Ausstellungen in Paris - im Salon des Tuileries, im Salon des Indépendants und dem Salon d’Automne, gemeinsam mit seinen Zeitgenossen Marc Chagall, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky und Jacques Lipchitz. Bercovici-Erco bildete in Paris eigene Schüler aus; seine Bilder zeigten vorwiegend Gegenden von Paris, er schuf jedoch auch Porträts. Seine Frau Maria Paluschkewitz und er konnten vom Verkauf seiner Bilder gut leben. Beide wohnten am Montparnasse in der Avenue du Maine 107, unweit von Guillaume Apollinaire, Robert Delaunay und Fernand Léger. Seine Wohnung wurde zum Treffpunkt zeitgenössischer Künstler.

Bercovici-Erco wurde am 24. September 1942 in Paris durch die deutschen Besatzer verhaftet und in das Sammellager Drancy verbracht. Am 28. September 1942 erfolgte seine Deportation in das Außenlager Blechhammer des KZ Auschwitz im heutigen Polen. Auf dem Fußmarsch zum KZ Groß-Rosen wurde er am 5. April 1944, nachdem ihn die Kräfte verließen, am Straßenrand erschossen.

„Auf dem Weg vom „Konzentrationslager Blechhammer“ zur Verlegung wurde er und seine Mitgefangenen zwischen „Blechhammer“ und den verschiedenen KZs hin und her getrieben, also zuerst nach Reigersfeld und am nächsten Tag wieder zurück und das einige Male. Es erfolgten noch weitere unmenschliche Märsche, in Schnee und Eis, zum Beispiel nach Bunzlau, Görlitz, Peterswalde und dann ging der Weg nach Groß-Rosen. […] Am 5. April 1944 verließen Moise Erco-Bercovici seine Kräfte und auch die Hilfe seiner Mitgefangenen konnten ihn nicht motivieren weiter zu gehen. Er ließ sich am Straßenrand nieder und seine Leidensgenossen hörten mehrere Schüsse und es ist anzunehmen das er dort von den deutschen Soldaten erschossen wurde.“

Mitgefangener Henry Rot Rubin 1955[2]

Fast das gesamte Lebenswerk von Bercovici-Erco befindet sich heute in Familienbesitz.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. Bercovici-Erco, Moshe. In: Adrian M. Darmont: Autour de l'art juif: encyclopédie des peintres, photographes et sculpteurs. Carnot, 2003, S. 41.
  2. Beglaubigte „Eidesstattliche Versicherung“ vom 15. April 1955 seines Mitgefangenen Henry Rot Rubin, geboren am 24. Juli 1902, seiner Zeit wohnhaft in Recklinghausen, Milchpfad 19.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Беркович-Эрко, Мойше — В Википедии есть статьи о других людях с такой фамилией, см. Беркович. Мойше Беркович Эрко (рум. Moïse Bercovici Erco; 1 июля 1904, Яссы  5 апреля 1944, Освенцим)  румынский и французский художник и график еврейского происхождения.… …   Википедия

  • Montparnasse — Blick vom Eiffelturm zum Montparnasse Montparnasse bei Nacht …   Deutsch Wikipedia

  • Société des Artistes Indépendants — Die Société des Artistes Indépendants (dt. Vereinigung unabhängiger Künstler), oft zitiert mit ihrem Ausstellungsort als Salon des Indépendants, ist eine am 29. Juli 1884 in Paris gegründete Vereinigung, zu deren Gründern Albert Dubois Pillet,… …   Deutsch Wikipedia

  • Iași — Jassy Jászvásár …   Deutsch Wikipedia

  • Société du Salon d’Automne — Katalog des Salon d’Automne, 1904 Die Société du Salon d’Automne (auch bekannt unter der verkürzten Bezeichnung Salon d’Automne oder Pariser Herbstsalon) ist eine im Jahre 1903 durch den Architekten Frantz Jourdain und unter Mitwirkung von… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”