Beringhausen (Marsberg)
Beringhausen
Stadt Marsberg
Wappen von Beringhausen
Koordinaten: 51° 25′ N, 8° 45′ O51.408668.7561305Koordinaten: 51° 24′ 31″ N, 8° 45′ 22″ O
Höhe: 305 m
Fläche: 5,89 km²
Einwohner: 1.100 (2008)
Eingemeindung: 1. Jan. 1975
Postleitzahl: 34431
Beringhausen

Beringhausen ist ein Ortsteil der Stadt Marsberg im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen mit ca. 1.100 Einwohnern, in einer Höhe von 305 m ü. NN.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Beringhausen liegt im Engtal auf beiden Ufern der Hoppecke und am Fuß von etlichen markanten Berggipfeln (Enkenberg 495 m, Altenberg 545 m) und gehört zum Naturpark Diemelsee. In der unmittelbaren Umgebung liegen - Diemelsee (8 km), Marsberg (11 km), Willingen (23 km), Brilon (16 km) und Winterberg (45 km).

Kultur

Das Dorfleben ist sehr rege, und im Laufe eines Jahres sorgen verschiedene Veranstaltungen für Abwechslung. Es beginnt im Frühjahr mit dem Karneval. Büttensitzung, „Knospensonntagszug“ und Wurstessen am Rosenmontag gehören zum festen Bestandteil der „Tollen Tage“. Im Juni – meistens an Fronleichnam – findet das Fußballpokalturnier der SG Hoppecketal statt. Am letzten Sonntag im Juli feiert die Schützenbruderschaft St. Markus das traditionelle Schützenfest. Außerdem feiert die Pfarrgemeinde alle zwei Jahre im September das traditionelle Pfarrfest auf dem Kirchplatz neben der St. Markus Pfarrkirche. In der Adventszeit finden der Weihnachtsmarkt und das Weihnachskonzert des örtlichen Musikvereins, verstärkt durch den Männergesangverein Giershagen, statt.

Geschichte des Dorfes bis Anfang des 20. Jahrhunderts

Beringhausen um 1900

Die älteste gesicherte urkundliche Erwähnung des Ortes datiert aus dem Jahre 1101 als Graf Erpo von Padberg zur Dotierung des Klosters Boke Besitz in „Berdinchusen“ gibt. Vom 16. Oktober 1230 stammt die älteste schriftliche Erwähnung einer Pfarrkirche und eines Pfarrers in Beringhausen. Die alte Pfarrkirche wird 1922 abgebrochen, die beiden Glocken von 1483 werden ebenso wie die gusseiserne Grabplatte des Pfarrers Orthmann aus dem 17. Jahrhundert, vermutlich eingeschmolzen: Ein Bildstock aus der Zeit um 1700 fällt in neuerer Zeit einer Straßenerweiterung zum Opfer – nach heutigem archäologischem Standard ein absolutes Sakrileg. 1883/1884 wird mit dem Bau der neuen Pfarrkirche begonnen, die zwei Jahre später fertiggestellt und am 16. Dezember 1886 feierlich eingeweiht wird.

Während des Dreißigjährigen Krieges gehören die Dörfer der Herrschaft Padberg, darunter Beringhausen, zu den am stärksten betroffenen Kriegsgebieten Westfalens. Die Ursache ist vermutlich die Grenznähe zum reformierten Waldeck und Hessen-Kassel. Insgesamt 40 Durchzüge und Einquartierungen sind von Tönies von Padberg notiert. 1636 wird Obermarsberg zur dauernden kaiserlichen Garnisonstadt. Dadurch verschärft sich die Kriegssituation in der Region. Im gleichen Jahr brennen die Hessen die Orte Padberg, Beringhausen und Helminghausen ab. Was noch steht, wird von Kroaten (Crabaten) der Marsberger Garnison verwüstet und geplündert. Graf Tönies von Padberg notiert dazu, dass in den Orten seiner Herrschaft der „elendste Zustand“ seit Kriegsausbruch herrscht. Noch 1638 liegen in Beringhausen 28 von 39 Hausstätten wüst. Zu allem Kriegselend führt ein früher Wintereinbruch 1640 zu einer Wetterkatastrophe, der viele Bewohner zum Opfer fallen.

1696 wird am Grottenberg ein Goldvorkommen entdeckt. Die Ausbeute ist jedoch so gering, dass der „Beringhauser Goldrausch“ schon 1717 wieder beendet ist. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wird jedoch Eisenerz in mehreren Gruben abgebaut und verhüttet, was bereits im Jahre 1531 urkundlich erwähnt wird (Padberger Eisenhütte).

1802 endet die jahrhundertelange kurkölnische Herrschaft. Landgraf Ludwig von Hessen Darmstadt eignet sich das kurkölnische Herzogtum Westfalen schon vor einer endgültigen Regelung an. Die Herrschaft der Landgrafschaft Hessen ist jedoch nur kurz. Schon im Jahre 1816 wird das Sauerland preußisch. Zu dieser Zeit leben in Beringhausen 405 Einwohner. Das Amt der Schultheißen wird 1824 abgeschafft. Das Dorf gehört nun zur Bürgermeisterei Marsberg. 1843 erhält Beringhausen dann einen eigenen Gemeinderat mit einem Ortsvorsteher an der Spitze. Die bisherige Bürgermeisterei Marsberg wird zum Amt Marsberg. 1975 endet die kommunale Selbstständigkeit, und Beringhausen wird Ortsteil der Stadt Marsberg.

1842 wird Beringhausen von der größten Brandkatastrophe seiner Geschichte heimgesucht. Es brennen 22 Wohnhäuser und 19 Nebengebäude ab. Damit wird gut das halbe Dorf durch Feuersbrunst vernichtet. Eine Hungersnot kennzeichnet die Jahre 1844–1847, ausgelöst durch drei aufeinander folgende Missernten sowie den Totalausfall der Kartoffelernte 1846. Im November 1890 werden große Teile des Dorfes durch ein Hochwasser der Hoppecke überschwemmt. Einsetzender Frost vernichtet in den noch feuchten Kellern die Kartoffelvorräte. 1893 folgt ein weiteres Notjahr. Durch eine extrem lange Trockenzeit kommt es zu einer Missernte. Die Getreidekörner sind so klein, dass sich ein Dreschen nicht lohnt.

1870 erfolgt der Grunderwerb für den Bau der Oberen Ruhrtalbahn durch den Betreiber. Am 16. Juni 1872 trifft die erste Lokomotive von Warburg kommend in Beringhausen ein. Sie wird mit Böllerschüssen begrüßt. Im Januar 1873 wird der Streckenabschnitt zwischen Nuttlar und Warburg offiziell eröffnet. 1907 wird Beringhausen zum Eisenbahnhaltepunkt, 1910 wird der Bahnhof Beringhausen fertiggestellt. Am 6. Dezember 1918 wird Beringhausen an das Elektrizitätsnetz angeschlossen.

Eingemeindung

Am 1. Januar 1975 wurde Beringhausen in die neue Stadt Marsberg eingegliedert.[1]

Wappen

Wappen der ehemaligen Gemeinde Beringhausen
Blasonierung

In Blau ein ruhender, geflügelter goldener Löwe mit rückwärts gewandtem Kopf, in der Linken einen goldenen Abtstab halten.

Beschreibung

Der Löwe ist das Symbol des Heiligen Evangelisten Markus. Diesem ist die Pfarrkirche im Ort geweiht. Der Abtstab verweist auf den früher in Beringhausen gelegenen Oberhof des vormaligen Klosters Bredelar. Blau und Gold sind die Farben der Familie von Padberg, die über Jahrhunderte die Herrschaft im Ort ausübten. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 20. Februar 1961.[2]

Einzelnachweise

  1. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  2. Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1986, S. 134 ISBN 3-87793-017-4

Weblinks


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