Caile Ferate Romane
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Das rumänische Eisenbahnnetz
Das rumänische Eisenbahnnetz im Betrieb

Die Căile Ferate Române (CFR) ist die staatliche Eisenbahngesellschaft Rumäniens.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Anfänge

Detail einer CFR-Lok.
In den Morgenstunden am stark frequentierten Bukarester Bahnhofsplatz (Gara de Nord).

Die erste Eisenbahnlinie auf heutigem rumänischem Territorium wurde 1854 im damals österreichischen Banat zwischen Oraviţa (dt. Orawitz, ung. Oravicabánya) und dem Donauhafen in Baziaş (Basiasch, Nerasolymos) – ursprünglich für den Güterverkehr, ab 1855 auch für den Personenverkehr – eröffnet. Eigentliches Motiv für diesen Bau war der Kohleabbau in der Gegend von Staierdorf (rum. Anina, Steierdorf-Anina, Stájerlakanina). Die erste Eisenbahnlinie auf dem Staatsgebiet des alten Königreiches Rumänien wurde 1869 eröffnet und verband die Hauptstadt Bukarest mit der südlichen Grenzstadt Giurgiu an der Donau. Nach einem Parlamentsbeschluss über die Verstaatlichung einer ehemaligen Privatbahn in der Moldau wurden 1880 die Căile Ferate Române (CFR) gegründet. Nach Territorialgewinnen Rumäniens in der Dobrudscha waren im Jahr 1889 Eisenbahnlinien in einer Gesamtlänge von 1377 km im gesamten rumänischen Königreich unter staatlicher CFR-Administration.

CFR in Großrumänien

Nach dem Zusammenbruch des Habsburgerreiches und den beträchtlichen Gebietsgewinnen Rumäniens (Teile des Banats, Siebenbürgen, die Bukowina, Bessarabien usw.) erweiterte sich naturgemäß auch das Eisenbahnnetz in bedeutender Weise. In der Zwischenkriegszeit setzte eine erste Modernisierungsperiode ein. So wurden zum Beispiel erste Diesellokomotiven eingesetzt. Außerdem musste in Bessarabien die Spurweite der Eisenbahnlinien von der Breitspur (typisch für Russland, zu dem es vor 1918 gehört hat) auf die Normalspur (typisch für Rumänien) umgestellt werden.

Intercity-Zug am Bahnhof von Mediasch (Mediaş).

Sozialismus

Nach dem Zweiten Weltkrieg (in den 50er- und 60er-Jahren) begann man mit der Elektrifizierung der Hauptlinien, allen voran die Linie von Bukarest nach Braşov (Kronstadt). In den 70er-Jahren verschwanden die meisten Dampflokomotiven aus dem alltäglichen Gebrauch.

Nach der „Wende“

Während der 90er Jahre durchlebten die CFR den allgemeinen Transformationsschwierigkeiten des Landes nach der Wende von 1989 entsprechend eine schwierige Zeit, die auch mit einem nachhaltigen Imageverlust verbunden war. Nachdem grobe Einschnitte in die Verwaltungsstrukturen durchgeführt wurden, konnten die CFR langsam den ökonomischen Tiefpunkt der 90er Jahre überwinden.

CFR heute

Die „Săgeata Albastră“ – seit 2003 der CFR-Renommierzug – am Bukarester Nordbahnhof.

Trotz der Einstellung mancher Lokalbahnen während der 90er Jahre verfügt Rumänien heute über eines der größten Eisenbahnnetze Europas. Auf doppelspurigen Strecken besteht Rechtsbetrieb und auf elektrifizierten Strecken wird mit Wechselstrom 25 kV/50 Hz gefahren.

Anfang 2003 wurde die aufsehenerregende Anschaffung des modernen Renommierzuges der CFR getätigt. Die Siemens Desiro-Züge (CFR-Baureihe 96) werden „Săgeata Albastră“ („Blauer Pfeil“) genannt und bevorzugt auf langen Strecken eingesetzt, obwohl sie eigentlich für den Nahverkehr vorgesehen sind.

Bahnhöfe

Wichtige Eisenbahnknotenpunkte mit großen Personenbahnhöfen findet man neben Bukarest etwa in Ploieşti (Bahnhöfe Ploieşti Vest und Ploieşti Sud), Arad, Constanţa, Cluj-Napoca (Klausenburg), Braşov (Kronstadt), Craiova und Timişoara (Temeswar). Vom Bukarester Nordbahnhof (Gara de Nord) gibt es unter anderem tägliche internationale Direktverbindungen nach Belgrad, Budapest, Chişinău, Istanbul, Kiew, Moskau, Prag, Bratislava, Sofia, Warschau und Wien.

Im Güterverkehr sind die wichtigsten Rangierbahnhöfe folgende (alle in die höchste Kategorie „Triaje de retea“ eingestuft): Dej Triaj, Caransebeş Triaj, Simeria Triaj, Brașov Triaj, Adjud, Ploieşti Triaj und Bucureşti Triaj in Bukarest; weitere sind hier aufgeführt.

In einem modernisierten CFR-Waggon.

CFR-Lokomotiven

CFR-Lokomotiven mit deutschsprachigen Wikipediaeinträgen:

Schmalspurbahnen in Rumänien

Unter den rumänischen Schmalspurbahnen dominiert(e) die Spurweite von 760mm. Bekannteste Schmalspurstrecke des Landes ist die Bahn von Oberwischau (Vişeu de Sus), die als Waldbahnbetrieb jedoch nie der CFR unterstand, sondern im kommunistischen Rumänien den staatlichen Forstbehörden und deren Eisenbahngesellschaft CFF angegliedert war. Die sogenannte Wassertalbahn wird heute privatwirtschaftlich betrieben und ist nicht zuletzt durch den täglichen Dampflokeinsatz zu einem wichtigen Touristenziel im Norden Rumäniens geworden. Sie diente auch schon als Filmkulisse. Die letzte Schmalspurstrecke der CFR war bis zum Jahr 2001 die Linie von Sibiu (Hermannstadt) nach Agnita (Agnetheln), auch „Wusch“ genannt. Um hier ähnlich wie im Wassertal Ausflugsfahrten anzubieten, ist derzeit (2006) ihre Reaktivierung im Gespräch. Die 2003 für Charterfahrten reaktivierte Bahn von Târgu Mureş - Band, welche bis in die 90er Jahre im Regelverkehr von der CFR betrieben wurde, ist nach diversen Kleineisendiebstählen nicht mehr befahrbar.

Bekannte rumänische Eisenbahnpioniere und Eisenbahner

Sonstiges

Rapid Bukarest und CFR Cluj sind die beiden erfolgreichsten rumänischen Eisenbahner-Sportvereine, international bekannt vor allem durch die Fußballmannschaften. Rapid Bukarest wurde viermal rumänischer Meister, zuletzt 2003. CFR-Cluj schaffte 2005 den Einzug ins Intertoto-Cupfinale.

Quellen

Literatur

  • Artikel „Rumänische Eisenbahnen“ in: „Enzyklopädie zur Eisenbahngeschichte des Alpen-Donau-Adria-Raumes“, 2006
  • Milleker, Felix: „Die Banater Eisenbahnen. Ihre Entstehung und Entwickelung. 1847-1917“, Weißkirchen, 1927
  • Oberegger, Elmar: „Das Banat - Keimzelle des heutigen rumänischen Netzes. Beitrag zum Jubiläum ‚160 Jahre Eisenbahn in Rumänien‘“, Sattledt, 2007
  • Oberegger, Elmar: „Die einzelnen Länder“, Sattledt, 2007 (Zur Geschichte der Eisenbahnen des Alpen-Donau-Adria-Raumes 1).
  • Stöckl, Fritz: „Eisenbahnen in Südosteuropa. Jugoslawien, Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Türkei“, Wien, 1975


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