Bingenheim
Bingenheim
Gemeinde Echzell
Koordinaten: 50° 22′ N, 8° 54′ O50.3722222222228.8958333333333122Koordinaten: 50° 22′ 20″ N, 8° 53′ 45″ O
Höhe: 122–164 m
Einwohner: 1.589 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1972
Postleitzahl: 61209
Vorwahl: 06035

Bingenheim ist ein Ortsteil der Gemeinde Echzell im Wetteraukreis, Hessen.

Erste Besiedlungen sind durch archäologische Funde und Hügelgräber im Bingenheimer Wald für die Zeit der Michelsberger Kultur nachgewiesen. Bingenheim liegt am Obergermanisch-Raetischer Limes. Südlich des Ortes befand sich in der Römerzeit das Kleinkastell Lochberg.

Im Jahre 817 schenkte Ludwig der Fromme dem Kloster Fulda die bei Echzell gelegene kleine Burg Bingenheim. Echzell und die Burg bildeten vermutlich eine kleine Mark; die Zahl der dazu gehörigen Güter ist mit ungefähr 187 angegeben.[1] Um diese Keimzelle herum schuf sich die Abtei im Laufe der folgenden Jahrhunderte die sogenannte Vögte als Lehen vergeben, aber die Burg Bingenheim blieb fuldischer Eigenbesitz.

Im Jahr 1357 erhielt der Fuldaer Abt Heinrich von Kranlucken von Kaiser Karl IV. die Erlaubnis, vor seiner Burg Bingenheim eine Stadt zu gründen, sie zu befestigen und dort einmal wöchentlich einen Markt abzuhalten; später erscheint Bingenheim jedoch wieder als Dorf.[2]

Im Mittelalter werden Hexenprozesse erwähnt. Das erste Opfer war 1652 ein gewisser Hans Rau aus Berstadt, der diesem Hexenwahn zum Opfer fiel. Gerichtsakten dazu liegen noch heute im Staatsarchiv in Darmstadt/Hessen. Ein Roman von Georg Schäfer greift dieses Thema unter Benutzung dieser vorhandenen Originalakten auf. Zu der 1200 Jahr-Feier im Jahre 1982 der Gemeinde Echzell wurde das Stück „Die Hexe von Bingenheim“ unter der Leitung von Gitta von Zittwitz und Ursula Koch mit sehr großen Erfolg uraufgeführt.

Im ehemaligen Schloss aus dem 17. Jahrhundert ist seit 1950 die Lebensgemeinschaft Bingenheim, eine anthroposophische Einrichtung mit Schule für Behinderte, untergebracht. Im Jahre 1991 wurde ein Bürgerzentrum errichtet.

Im Ort gibt es sowohl eine evangelische wie auch eine neuapostolische Kirche. Für die jungen Einwohner stehen zwei Kindergärten mit je zwei Gruppen zur Verfügung, nämlich der gemeindliche Kindergarten Lilliput und der Waldorf-Kindergarten.

Durch Bingenheim verläuft die Landesstraße 3188.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://books.google.com/books?id=CnoAAAAAcAAJ&pg=PA117&lpg=PA112&ots=bixeWzdDmL&dq=echzell+fuldische+mark&output=text#c_top Joh. Ernst Christian Schmidt, Geschichte des Großherzogthums Hessen, Zweyter Band, Verlag Georg Friedrich Heyer, Giessen 1819 (S. 112–113)
  2. http://books.google.com/books?id=CnoAAAAAcAAJ&pg=PA117&lpg=PA112&ots=bixeWzdDmL&dq=echzell+fuldische+mark&output=text#c_top Joh. Ernst Christian Schmidt, Geschichte des Grosherzogthums Hessen, Zweyter Band, Verlag Georg Friedrich Heyer, Giessen 1819 (S. 112–113)

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