Tatort: Blechschaden
Folge der Reihe Tatort
Originaltitel Blechschaden
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
NDR
Länge 105 Minuten
Einordnung Folge 8
Erstausstrahlung 13. Juni 1971 auf Deutsches Fernsehen
Stab
Regie Wolfgang Petersen
Drehbuch Herbert Lichtenfeld
Produktion Dieter Meichsner
Karl-Heinz Knippenberg
Musik Nils Sustrate
Kamera Jörg-Michael Baldenius
Schnitt Karin Wagner
Besetzung
Episodenliste

Blechschaden ist der achte Fernsehfilm aus der Fernseh-Kriminalreihe Tatort der ARD und des ORF.

Der Film wurde vom NDR produziert und am 13. Juni 1971 zum ersten Mal gesendet. Mit ihm führte der NDR die Figur des Kommissar Finke ein, der in sechs weiteren Folgen ermittelte.

Handlung

Bauunternehmer Alwin Breuke und seine Geliebte Monika kehren des Nachts von einem Wochenendausflug in das Ostseebad Travemünde in ihr Heimatdorf Sieverstedt zurück. Da Breuke sich Sorgen macht, dass seine Frau von dem Seitensprung erfahren haben könnte, fährt er seinen Wagen sehr unkonzentriert und zu schnell. Auf der Landstraße kommt es zu einem Zusammenstoß mit dem Jugendlichen Harald Lossmann, ebenfalls aus Sieverstedt, der auf seinem Fahrrad unterwegs ist. Auf Drängen von Breuke begeht das Pärchen Fahrerflucht und lässt das Unfallopfer auf der Straße liegen, wo es wenig später verblutet. Zu Hause angekommen vertuscht Breuke den Blechschaden an seinem Auto, indem er vortäuscht versehentlich gegen die Toreinfahrt gestoßen zu sein. Er merkt nicht, dass seine Frau das Manöver aus dem Fenster beobachtet hat. Auch sie ist ihrem Ehemann untreu und hat eine Affäre mit dem Ingenieur Joachim Seidel, der in der Firma der Breukes angestellt ist. Sie erzählt ihm tags darauf von dem Vorfall, hat inzwischen auch von dem Unfall erfahren und hofft, das Wissen gegen ihren Mann einsetzen zu können, wenn es zur von ihr gewünschten Scheidung kommt. Frau Breuke ist nicht die einzige Geliebte von Seidel, der ohne ihr Wissen auch noch eine Beziehung mit Inge hat.

Kommissar Finke und sein junger Assistent Jessner aus Kiel sind bald darauf mit den Ermittlungen in dem Fall beschäftigt. Ein Erpresser möchte seinen Nutzen aus den Ereignissen ziehen und fordert mit einer weiblichen Stimme und immer gleichem Text telefonisch 10.000 DM von Breuke. Dieser verdächtigt seine Geliebte und übergibt ihr das Geld in der Annahme, die Angelegenheit damit geregelt zu haben. Sie nimmt das Geld an, die Anrufe enden jedoch nicht. Um das Geld von Monika zurückzubekommen, als ihm klar wird, dass sie nicht die Erpresserin ist, schlägt Breuke sie später nieder. Derweil wird ein unschuldiger Jugendlicher aus Sieverstedt der Fahrerflucht verdächtigt und verhaftet. Er hatte sich in der Tatnacht wegen eines Mädchens mit dem Toten gestritten. Bald darauf gibt es in Sieverstedt tatsächlich einen Mord: Seidel wird erschossen aufgefunden. Stiefelabdrücke am Tatort weisen auf Herrn Breuke als Täter hin. Breuke wird vorläufig festgenommen und gibt im anschließenden Verhör die Fahrerflucht zu. Er gesteht, erpresst worden zu sein und seine Münzsammlung dafür verkauft zu haben, bestreitet aber die Ermordung von Seidel, als der Kommissar ihn mit der Tatsache konfrontiert, dass Seidel unter Nutzung von Tonbandaufnahmen mit Inges Stimme, die er sich mithilfe eines Tricks von ihr erschlichen hat, sein Erpresser war.

Finke beauftragt die Hamburger Kollegen, Breukes Geliebte Monika zu überprüfen. Die Kollegen finden heraus, dass Monika durch Breuke bei einem Streit verletzt wurde, bei dem er sein Geld zurückforderte. Der Kommissar lässt Breukes Frau ins Präsidium kommen. Beim Verhör stellt sich heraus, dass Frau Breuke von seinen Geliebten wusste. Anhand der Abdrucktiefe der Stiefel kann Finke darstellen, dass die Stiefel nicht von Breuke getragen worden sein können, sondern höchstwahrscheinlich von einer leichteren Person. Er wirft ihr den Mord an Seidel vor und sie gesteht ihn. Sie sah sich von Seidel hintergangen und gedemütigt, hat ihn erschossen und danach versucht, ihren Mann durch gefälschte Spuren für diese Tat ins Gefängnis zu bringen.

Hintergrund

Außenaufnahmen wurden unter anderem in der kleinen schleswig-holsteinischen Stadt Barmstedt gemacht, die auch in der Folge Kurzschluß als Kulisse diente. Seidel-Darsteller Götz George wurde 10 Jahre später als Tatort-Kommissar Horst Schimanski bekannt.

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