Abergläubische Ratte

Es handelt sich bei Nichtdeterministischen Experimenten um psychologische Experimente, bei denen Personen z. B. Lernaufgaben bewältigen müssen.

Es wird z. B. ein nur scheinbar interaktiver Versuchsaufbau so gestaltet, dass die Antworten der Versuchsperson (meist Ja / Nein Entscheidungen) keinen Einfluss auf das angezeigte Ergebnis hat. Die Versuchsperson glaubt aber an einen echten interaktiven Versuchsaufbau und fühlt sich für das angezeigte Ergebnis direkt verantwortlich.

Folgt nun das angezeigte Ergebnis dem gewünschten und von der Versuchsperson erwarteten Ergebnis (der Lernkurve), geht die Versuchsperson davon aus, dass sie "richtig gelernt" hat. Dies gilt auch wenn die angezeigten Ergebnisse zufällig der Lernkurve folgen.

Nach der Auswertung der Experimente zeigte sich, dass die Versuchspersonen die abenteuerlichsten Theorien über das "Gelernte" entwickeln. Diese Theorien haben zwei erstaunliche Eigenschaften:

  1. Sie sind resistent, d. h. teilweise glaubte die Versuchsperson weiterhin ein erfolgreiches System gefunden zu haben; selbst dann noch, nachdem ihr gezeigt wurde, dass z. B. ein Schalter gar nicht angeschlossen war und somit der Versuchsaufbau nur scheinbar interaktiv war. (vergl. Spielsucht, Aberglaube)
  2. Sie sind ansteckend. Bei einigen Versuchsaufbauten wurden die Versuchspersonen beim Abschlussgespräch mit Personen zusammen geführt, die die gestellte Lernaufgabe wirklich bewältigt hatten (in manchen Fällen wurde das Ergebnis dieser Personen immer als richtiges Ergebnis angezeigt, sie bewegen sich dann automatisch auf der Lernkurve). Häufig schlossen sich die "Echten Lerner" den eloquenten und feingliedrigen Ausführungen der "Falsch-Lerner" an, weil sie ihren eigenen, oft simplen, aber richtigen Ausführungen misstrauten.

Einige nichtdeterministische Experimente sind durch Paul Watzlawick beschrieben worden (z. B. in "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?")

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Experimente mit Tieren

Die abergläubische Ratte

Eine Variante dieser Experimente ist das sogenannte Experiment "Die abergläubische Ratte". Hier ist der Determinismus nicht ausgeschlossen, er ist für das Versuchstier nur sehr schwer zu durchschauen.

Der Versuchsaufbau ist so gestaltet, dass eine Ratte von einem beweglichen Gitter bis zu einem Futtertrog normalerweise ca. 2 s braucht. Der Futtertrog wird aber nur gefüllt, wenn sie nach frühestens 4 s und spätestens 5 s am Futtertrog ankommt.

Ergebnis: Die Ratte wird irgendwann eine zufällige Handlung ausführen, die nötige Zeit verbrauchen und somit die Bedingung erfüllen. Nun glaubt sie (deshalb abergläubisch), dass diese zufällige Handlung die Belohnung ausgelöst habe und beginnt sie minuziös zu wiederholen, bzw. zu erweitern. Das führte in manchen Fällen zu grazilen Springtänzen.

Das neurotische Pferd

Ähnlich gelagert sind auch Experimente (z. B. mit einem Pferd), bei denen eine Bestrafung erfolgt. Zum Beispiel durch einen Stromstoß mit einem gleichzeitig ausgelösten Warnton. Das erlernte Verhalten (die Vermeidung der Bestrafung), einschließlich der Reaktion auf den Signalton, wird beibehalten, auch wenn die Bestrafung durch den Stromstoß gar nicht mehr erfolgt (klassische Konditionierung). Erst mit dem Einsetzen der Vergessenskurve treten wieder Rückbildungen dieses Verhaltens auf. Je stärker aber die Bestrafung war, desto länger dauert die Rückbildung.

Literatur

  • Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? München 2005. ISBN 3-492-24319-3

Siehe auch

Weblinks


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