Abfallholz
Geschreddertes Altholz

Als Altholz bezeichnet man Holz, das bereits einem Verwendungszweck zugeführt worden ist und als Abfall zur Entsorgung, bzw. als Sekundärrohstoff bereit steht. Altholz kann stofflich, zum Beispiel in der Holzwerkstoffindustrie (Spanplatte), oder thermisch verwertet werden. Die Verwendung als Sekundärbrennstoff in Biomassekraftwerken ist weit verbreitet. Vereinzelt wird Altholz auch wieder als Baustoff eingesetzt, zum Beispiel um Erzeugnissen einen rustikalen Ausdruck zu geben. So gibt es, vor allem in den Alpenanrainerstaaten Schweiz, Österreich und Bayern, spezielle Altholzschreiner, die altes Holz aus abgebrochenen Häusern und Scheunen für den stilgerechten Innen- und Aussenumbau weiterverwenden. Dieses Holz wird dann vor der weiteren Verwendung in speziellen Maschinen von Ungeziefer befreit.

Laut der deutschen Altholzverordnung handelt es sich bei Altholz um Industrierestholz und Gebrauchtholz. Industrierestholz sind in Betrieben der Holzbe- oder -verarbeitung anfallende Holzreste sowie anfallende Verbundstoffe mit überwiegendem Holzanteil (mehr als 50 Masse-%). Gebrauchtholz sind gebrauchte Erzeugnisse aus Massivholz, Holzwerkstoffen oder aus Verbundstoffen mit überwiegendem Holzanteil (mehr als 50 Masse-%).

Manchmal werden für Altholz auch Begriffe wie Gebrauchtholz, Recyclingholz oder Abfallholz verwendet. Altholz ist nicht zu verwechseln mit Restholz, also Holz, das bei der Herstellung von Holzprodukten als Abfall bzw. Verschnitt anfällt.

Inhaltsverzeichnis

Statistik

In Deutschland fallen jährlich etwa 8 Millionen Tonnen Altholz an, die sich nach Marutzky[1] wie folgt aufteilen:

Altholzart Geschätzte Menge (Mio. Tonnen/Jahr) Prozentualer Anteil an der Gesamtmenge (gerundet)
Holzpackmittel 1,0 10%
Holz aus dem Baubereich 3,2 40%
Holz aus der Aussenanwendung 0,7 10%
Gebrauchte Möbel, möbelartige Holzteile 2,8 35%
Sonstige Holzteile 0,3 5%

Altholzklassen

  • A1 naturbelassenes Holz, das lediglich mechanisch bearbeitet wurde
  • A2 verleimtes, gestrichenes, beschichtetes, lackiertes oder anderweitig behandeltes Altholz ohne halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung und ohne Holzschutzmittel
  • A3 Altholz mit halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung ohne Holzschutzmittel
  • A4 mit Holzschutzmitteln behandeltes Altholz, wie Bahnschwellen, Leitungsmasten, Hopfenstangen, Rebpfähle, sowie sonstiges Altholz, das aufgrund seiner Schadstoffbelastung nicht den Altholzkategorien A1 bis A3 zugeordnet werden kann, ausgenommen PCB-Altholz
  • PCB haltiges Altholz: Altholz, das PCB im Sinne der PCB/PCT-Abfallverordnung enthält und nach deren Vorschriften zu entsorgen ist, insbesondere Dämm- und Schallschutzplatten, die mit Mitteln behandelt wurden, die polychlorierte Biphenyle enthalten.

Quellen

  1. R. Marutzky: Qualitätsanforderungen und Entsorgungswege für Rest- und Gebrauchthölzer. Umwelt 26(10), S. 56–58 (1996)

Literatur

  • B. Sundermann, F. Spoden, R. Dohr: Aufkommen und Verwertungswege für Altholz in Deutschland. Müll und Abfall 31(5), S. 269 ff. (1999), ISSN 0027-2957
  • Udo Mantau, Jörg Wagner, Janett Baumann: Stoffstrommodell HOLZ: Bestimmung des Aufkommens, der Verwendung und des Verbleibs von Holzprodukten. Müll und Abfall 37(6), S. 309–315(2005), ISSN 0027-2957
  • Bundesinitiative BioEnergie BBE: HOLZENERGIE 2001. Internationaler Fachkongress für Holzenergie 2002, Marcus Frerich, "Charakteristika gängiger Gebrauchtholzsortimente - Anforderung an Logistik und energetische Verwertung" (keine ISBN)

Siehe auch


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