Abgeordnetenkammer (Rumänien)
Stema Camerei Deputatilor

Die Abgeordnetenkammer (Camera Deputaților) wurde mit der Verfassung aus dem Jahre 1991 als untere Kammer (Unterhaus) des rumänischen Parlaments geschaffen. Es hat seinen Sitz im Parlamentspalast.

Aufgabe des Parlaments sind in erster Linie die Kontrolle der Regierung und die Verabschiedung von Gesetzen. Die Abgeordneten besitzen selbst ein gesetzgeberisches Initiativrecht. Gesetze werden zuerst von der Abgeordnetenkammer verabschiedet. Danach wird der Gesetzesentwurf dem Senat vorgelegt. Das Abgeordnetenhaus hat derzeit 341 Abgeordnete. Parteien, die nationale Minderheiten repräsentieren, haben - unabhängig von der Stimmzahl - das Recht auf einen Abgeordnetensitz.

Inhaltsverzeichnis

Wahlen

Das Abgeordnetenhaus wird nach einem kombinierten Verhältnis- und Direktwahlverfahren gewählt. Die politischen Parteien stellen in den Wahlkreisen Kandidatenlisten auf. Die Legislaturperiode beträgt vier Jahre.

2004–2008

Bei den Wahlen am 28. November 2004 errangen folgende Parteien Mandate:[1]

Partei Sitze
Partidul Social Democrat 121
Partidul Național Liberal 64
Partidul Democrat 48
Partidul România Mare 48
Demokratische Union der Ungarn in Rumänien 22
Partidul Conservator 11
Nationale Minderheiten 18

Seit 2008

Sitzverteilung in der Abgeordnetenkammer nach den Wahlen 2008

Bei den Wahlen am 30. November 2008 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Partei Sitze
Partidul Democrat Liberal 115
Partidul Social Democrat und Partidul Conservator 114
Partidul Național Liberal 65
Demokratische Union der Ungarn in Rumänien 22
Nationale Minderheiten 18

Vorsitzender der Abgeordnetenkammer ist seit dem 19. Dezember 2008 gegenwärtig Roberta Alma Anastase von der Partidul Democrat Liberal. Nach mehreren Parteiübertritten ergab sich Ende 2010 folgende Sitzverteilung: PD-L - 124, PSD-PC - 95, PNL - 53, UDMR - 22, Nationale Minderheiten - 18, Unabhängige - 15, Fraktionslose - 6 (Quelle: Seite der Abgeordnetenkammer des rumänischen Parlaments www.cdep.ro).

Geschichte

Bereits in der Zwischenkriegszeit 1919 bis 1940 bestand in Großrumänien ein bikamerales Parlament, dessen Unterhaus als Abgeordnetenkammer bezeichnet wurde. 1940 wurde das Parlament aufgelöst. Während der sowjetischen Besatzungszeit bestand 1948 bis 1989 ein unikamerales Parlament, die Große Nationalversammlung, das jedoch nie frei gewählt wurde.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Camera Deputaţilor

Weblinks


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