Friedhof Rosengarten

Friedhof Rosengarten
Krematorium

Der Friedhof Rosengarten ist ein Friedhof in Aarau. Er befindet sich im Zelgliquartier südlich der Altstadt. Das inmitten des Friedhofs befindliche Krematorium steht als Kulturgut von nationaler Bedeutung unter Denkmalschutz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprünglich befand sich der städtische Friedhof neben der Stadtkirche, bis er 1541 vor das Laurenzentor verlegt wurde (heutiger Kasinopark). Aufgrund der weiteren Ausdehnung der Stadt verlegte man ihn an den heutigen Standort am Rosengartenweg. In den Jahren 1870 und 1890 erfolgten Erweiterungen des Friedhofsgeländes. Ab 1905 strebte der Aargauische Feuerbestattungs-Verein danach, ein Krematorium zu errichten. Ein erstes von Jacques Kehrer entworfenes Projekt stiess nicht auf Zustimmung, worauf sich der Verein an Albert Froelich wandte. Sein Projekt lag 1908 vor und wurde in den Jahren 1910 bis 1912 realisiert, Julius Schwyzer steuerte die Bildhauerarbeiten bei, Werner Büchli die Dekorationsmalereien. 1919 kamen zwei flankierende Pavillons hinzu. Die Malereien im Innern wurden in den 1940er Jahren überstrichen, 1983–1985 aber rekonstruiert. 1987 erhielt das Gebäude den Denkmalschutzstatus zugesprochen.

1958 gab es erstmals Diskussionen über eine Erweiterung des zu klein gewordenen Krematoriums. Nachdem die Gemeindeversammlung im Jahr 1964 ein entsprechendes Projekt genehmigt hatte, entstand 1967/68 eine rückwärtig angefügte Abdankungshalle nach Plänen des Architekturbüros Barth und Zaugg. Sie wurde 2007/08 nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten umfassend saniert und ebenfalls unter Schutz gestellt.

Anlage

Im Zentrum des Krematoriums steht ein Kuppelbau mit unregelmässig gefügtem, bossiertem Mauerwerk aus gelblichem Kalkstein. Das Bauwerk vereint romanische, byzantinische, ägyptische und dorische Formen, wodurch eine betont monumentale Wirkung entfaltet werden soll. Ein Portikus mit darüber liegendem Giebelfeld bildet die Hauptfassade und zugleich den Zugang zur offenen Vorhalle. Über diesem Baukörper erhebt sich eine achtseitige Gewölbekuppel mit Tambour, die ursprünglich als Kamin des Verbrennungsofens diente. Der Zugang zur Vorhalle erfolgt über eine Freitreppe, die von zwei Sphinxen flankiert wird. Dunkelblaue eisenbeschlagene Türflügel führen in die Abdankungshalle. Den Kuppelbau umschliessen auf winkelförmigem Grundriss zwei Seitenflügel. Die dadurch gebildeten Hofräume dienen als Kolumbarien für die Aufnahme der Urnengräber.

Moderne Abdankungshalle

Die neue pavillonartige Abdankungshalle, die an die Rückseite des Krematoriums anschliesst, ist ein eingeschossiger Stahlskelettbau mit vollverglaster Vorhangfassade, der mit seiner geometrisch klaren Struktur in der architektonischen Tradition von Ludwig Mies van der Rohe steht. Der Grundriss der Halle basiert auf einem quadratischen Raster von 2,4 Metern Seitenlänge. Die Längsseite umfasst 15 solcher Felder, die Schmalseite neun, wodurch ein Rechteck in den Proportionen des goldenen Schnitts entsteht. In einem Abstand von je drei Feldern sind die tragenden Säulen angeordnet. Der Haupteingang ist drei Felder breit, die zwei Nebeneingänge je ein Feld. Das Raster der Glasfassaden wird durch Profile aus Chromnickelstahl in liegende Reckteckfelder im Seitenverhältnis 1:2 unterteilt. Das von USM U. Schärer Söhne in Münsingen gelieferte Mobiliar ist weitgehend erhalten geblieben.

Im Friedhof liegen unter anderem Albrecht Rengger, Johann Rudolf Rengger und Heinrich Zschokke begraben. Ein im Jahr 1919 von F. Oboussier geschaffenes Denkmal erinnert an die während des Ersten Weltkriegs in Aarau verstorbenen internierten französischen Soldaten.

Literatur

Weblinks

 Commons: Krematorium Aarau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
47.388138.04707

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужен реферат?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Rosengarten — steht für: Rosarium (Mehrzahl: Rosarien), eine Rosensammlung Rosengarten heißen folgende Orte: Rosengarten (Landkreis Harburg), Gemeinde im Landkreis Harburg, Niedersachsen Rosengarten (Kocher), Gemeinde im Landkreis Schwäbisch Hall, Baden… …   Deutsch Wikipedia

  • Rosengarten Bern — Der Rosengarten Bern als Friedhof, Radierung von Otto Rast (1890 1930) …   Deutsch Wikipedia

  • Friedhof Norderreihe — Parkanlage 2006 Der Friedhof Norderreihe, heute wegen seiner Lage an der Wohlers Allee auch „Wohlers Park“ genannt, ist ein ehemaliger Begräbnisplatz der evangelisch lutherischen Kirchengemeinde St. Johannis zu Altona / Elbe (seit dem Jahr 1938… …   Deutsch Wikipedia

  • Frankfurt (Oder) - Rosengarten — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Jüdischer Friedhof Barnstorf — Der Jüdische Friedhof Barnstorf ist ein gut erhaltener jüdischer Friedhof in Barnstorf (Landkreis Diepholz, Niedersachsen). Er ist ein schützenswertes Kulturdenkmal. Inhaltsverzeichnis 1 Beschreibung 2 Geschichte 3 Literatur 4 …   Deutsch Wikipedia

  • Jüdischer Friedhof (Barnstorf) — Eingangstor …   Deutsch Wikipedia

  • Jüdischer Friedhof (Oestereiden) — Der jüdische Friedhof in Oestereiden Der Jüdische Friedhof Oestereiden befindet sich in Oestereiden, einem Ortsteil der nordrhein westfälischen Stadt Rüthen. Er liegt an der Kreuzung Ringer Straße und Im Rosengarten. Auf ihm wurden die… …   Deutsch Wikipedia

  • St. Martin (Rosengarten) — Die Pfarrkirche St. Martin ist eine evangelische Kirche in der Gemeinde Rosengarten in Baden Württemberg. Sie befindet sich im Ortsteil Westheim. Insbesondere durch ihre gute Sichtbarkeit von Süden her ist sie vielen Durchreisenden bekannt.… …   Deutsch Wikipedia

  • Aarau — Basisdaten Staat: Schweiz Kanton …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburger Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus — Mahnmal für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung auf dem Friedhof Ohlsdorf Zu den Hamburger Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus zählen eine Vielzahl von Denkmalen, Mahnmalen, Anlagen, Tafelprogrammen und institutionellen… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”