Abies pinsapo
Spanische Tanne

Spanische Tanne (Abies pinsapo)

Systematik
Abteilung: Pinophyta
Klasse: Pinopsida
Ordnung: Kiefernartige (Pinales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Gattung: Tannen (Abies)
Art: Spanische Tanne
Wissenschaftlicher Name
Abies pinsapo
Boiss.

Die Spanische Tanne oder Pinsapo-Tanne (Abies pinsapo) ist eine Baumart aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Sie kommt nur in Südspanien und Marokko vor.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die Spanische Tanne wird 25 bis 30 m hoch und erreicht Stammdurchmesser von bis zu 1,4 m. Die Krone ist dicht, dunkelgrün und pyramidenförmig. Die Äste stehen zu dritt in Quirlen und stehen waagrecht ab. Sie tragen rotbraune, kahle Zweige. Die Winterknospen sind 3 bis 4 mm lang, stumpf und stark verharzt. Die Rinde ist an jungen Stämmen weißgrau bis grau und glatt, im Alter bildet sich eine längsrissige, schwarze Schuppenborke. Die Wurzeln sind an den natürlichen Standorten oberflächennah, lang und dick. Auf lockeren Substraten bildet Spanische Tanne allerdings eine stark verzweigte Pfahlwurzel. Das Höchstalter der Bäume liegt bei 250 bis 300 Jahren.

Das Holz ist weiß, Splint- und Kernholz sind gleichfarbig. Es gibt keine primären Harzkanäle, nach Verletzungen werden traumatische Harzkanäle gebildet. Der Wechsel zwischen Spät- und Frühholz ist markant. Die Rohdichte beträgt 0,339 bis 0,537 g cm-3.

Zweig mit Nadeln, teilweise entfernt.

Die Nadeln sind recht starr, aber nicht stechend. Sie stehen rings um den Zweig, sind auf der Oberseite blaugrün und auf der Unterseite mit zwei weißen Stomabändern versehen. Die Nadeln sind 6 bis 16 mm lang, im oberen Kronenbereich kürzer. Sie haben einen abgeflacht viereckigen Querschnitt und keine randständigen Harzkanäle. Spaltöffnungen treten auch an der Oberseite auf. Die Nadeln verbleiben bis zu 15 Jahre am Baum.

Die erste Blüte erfolgt mit 25 bis 35 Jahren. Die männlichen Blüten befinden sich vorwiegend in den unteren Kronenbereichen. Sie sind eiförmig, zunächst grün, während der Anthese purpurn und später braun. Die weiblichen Blütenzapfen werden im oberen Kronenbereich gebildet. Sie sind ungestielt, anfangs grün, später braun-grün und stehen aufrecht. Die Bestäubung erfolgt im Frühling, die Befruchtung im Frühsommer. Die Samen werden zu Sommerende oder im Herbst entlassen.

Die reifen Zapfen sind bis 16 cm lang, zylindrisch, oben stumpf und haben einen Durchmesser von 3 bis 4 cm. Die Samenschuppen sind breit (2,5 cm[1]), am Grund keilförmig und verdecken die Deckschuppen, die trockenhäutig, spatelförmig mit gezähntem Rand sind. Die Deckschuppen weisen nur ein Viertel bis ein Drittel der Länge der Samenschuppen auf[1]. Mit den reifen Samen fallen auch die Zapfenschuppen ab, am Baum verbleibt nur die Zapfenspindel.

Die Samen sind 6 bis 8 mm lang, dreieckig und haben einen doppelt so langen Flügel. Pro Jahr bildet ein Baum zwischen 8 und unter 1 kg Zapfen. Ein kg entspricht 8 bis 9 Zapfen und rund 250 Samen. Die Tausendkornmasse beträgt zwischen 45 und 67 g.

Die Sämlinge besitzen fünf bis acht Keimblätter.[1]

Verbreitung

Die Spanische Tanne kommt nur in einigen wenigen Gebieten in Spanien und Marokko vor. Das größte Teilareal befindet sich mit rund 1000 ha in der Sierra de las Nieves in der Provinz Málaga zwischen 1100 und 1600 m Seehöhe. In der Sierra Bermeja gibt es zwei Bestände mit je 50 ha, in der Sierra de Grazalema in der Provinz Cádiz rund 200 ha in 1200 bis 1600 m. In Marokko kommt sie im Yebala-Gebirge südlich von Tetnan in 1500 bis 2000 m vor.

Standorte und Ökologie

Spanische Tannen in der Sierra de las Nieves.

Die natürlichen Standorte sind im Winter und Frühling vom atlantischen Klima, im Sommer und Herbst vom mediterranen Klima beeinflusst. Die Niederschläge erreichen bis 2000 mm, die Extremtemperaturen liegen bei −8 und +36 °C. Wind und Schneebedeckung werden ertragen.

Die Spanische Tanne gilt als mesothermisch und subhydrophil: sie wächst vor allem in feuchten, schattigen Lagen, braucht aber mehr Licht und erträgt mehr Trockenheit als die anderen mediterranen Tannenarten. Sie Bestände stocken über Kalkstein und Peridotit. In Spanien wächst sie meist an steilen, nach Norden bis Nordosten exponierten Hängen, in Marokko eher auf Hochebenen und in flachen Tälern.

An ihren natürlichen Standorten sind die Bestände Waldbränden ausgesetzt. Die Entfernung der konkurrierenden Sträucher und Gräser durch Brand und/oder Beweidung ist nötig für die Naturverjüngung. Zusätzlich sind zur Etablierung von Jungpflanzen mehrere regenreiche Jahre nötig.

Nutzung und Schutz

Aufgrund des kleinen Areals ist die Spanische Tanne forstlich von keiner Bedeutung. Um 1900 noch wurde die Spanische Tanne in 100- bis 120jährigem Umtrieb bewirtschaftet, die Holzerträge lagen bei 1 bis 4 m3 pro Hektar und Jahr. Die mechanischen Eigenschaften sind nicht sehr günstig. Aufgrund der Widerstandsfähigkeit gegen Fäule wurde es für Pfeiler und Eisenbahnschwellen verwendet. Heute erfolgt die Bewirtschaftung mit dem Ziel der Erhaltung der Art. Die Pinsapo-Wälder sind auch das Habitat der südlichen Unterart (Capra pyrenaica hispanica) des Iberiensteinbocks.

Durch die charakteristische Benadelung ist die Art ein beliebtes Ziergehölz. In dieser Funktion dominiert die Varietät 'glauca'.

Synonyme

Synonyme für Abies pinsapo Boiss. sind: A. hispanica Champ., Abies baberiensis Mortet, sowie Abies lusenbeana Hort. & Angl.[1]

Belege

  • Schütt, Weisgerber, Schuck, Lang, Stimm, Roloff: Lexikon der Nadelbäume. Nikol, Hamburg 2004, S.69-76. ISBN 3933203805

Einzelnachweise

  1. a b c d Artbeschreibung auf conifers.org, abgerufen 18. August 2008.

Weblinks

  • Artbeschreibung auf conifers.org
  • Abies pinsapo in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2006. Eingestellt von: Conifer Specialist Group, 1998. Abgerufen am 11. Mai 2006

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