Kommunistische Partei (Israel)

Ha-miflaga ha-komunistit ha-jisraelit (hebräisch: ‏המפלגה הקומוניסטית הישראלית‎, wörtlich: Israelische Kommunistische Partei, abgekürzt Maki, hebräisch: ‏מק״י‎) ist eine kommunistische Partei in Israel und Bestandteil der politischen Formation Chadash.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1948 gründeten arabische kommunistische Parteiführer, die nach dem Palästinakrieg nicht aus Palästina bzw. aus dem entstehenden Staat Israel geflohen waren, zusammen mit jüdischen Mitgliedern der 1921 gegründeten Kommunistischen Partei Palästinas die Israelische Kommunistische Partei (Ha-miflaga ha-komunistit ha-jisraelit), abgekürzt Maki. Zur Zeit des britischen Mandats operierte die Kommunistische Partei aus der Illegalität heraus und erhielt erst nach der Gründung des Staates Israel die Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit zu betätigen.

Maki war zunächst eine Partei mit jüdischer Mehrheit. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen den jüdischen und arabischen Parteimitgliedern, hauptsächlich über den Stellenwert des Zionismus, kam es im Jahre 1965 zu einer Spaltung der Partei. Der Teil, welcher den Namen Maki beibehielt, hatte eine jüdische Mehrheit, während der andere Teil über eine arabische Mehrheit verfügte und den Namen Reshima Komunistit Chadasha, abgekürzt Rakach, annahm.[1][2]

Maki (1965–75)

Die aus der Spaltung 1965 entstandene Partei Maki löste sich 1975 auf und fusionierte mit dem Zionistisch-sozialistischen Verband (Blau-Weiß-Bewegung) und mit Elementen der sozialistischen Linken zur Partei Moked.

Im Jahr 1977 bildete Moked zusammen mit mehreren anderen Parteien die politische Formation Sheli.[3] Dieser Zusammenschluss löste sich vor den Wahlen 1984 auf.

Rakach (1965–89)

Reshima Komunistit Chadasha, (hebräisch: ‏רשימה קומוניסטית חדשה‎: Neue Kommunistische Liste, abgekürzt Rakach, hebräisch: ‏רק״ח‎), bestand zwischen 1965 und 1989 als Abspaltung von der Israelischen Kommunistischen Partei[4]. Im Jahre 1989 kehrte die Partei zu ihrem früheren Namen zurück: Ha-miflaga ha-komunistit ha-jisraelit (= Israelische Kommunistische Partei).

Rakach wurde 1965 gegründet, als sich die Israelische Kommunistische Partei (Maki) in zwei Gruppen aufspaltete. Der Spaltung gingen innerparteiliche Gegensätze in der Frage einer Neubewertung des Zionismus, der Stellung zu den arabischen Staaten, und, damit im Zusammenhang stehend, der Haltung zur Sowjetunion, voraus. Die organisatorische Spaltung der Partei im August 1965 fand jedoch im Einvernehmen beider Seiten statt. Die Mehrheit der jüdischen Parteimitglieder von Maki, welche sich weigerten, den antizionistischen Kurs mitzutragen, trennten sich von der Partei und übernahmen deren Namen (mit gerichtlicher Unterstützung).[5] Der Zusammenschluss Maki stützte sich auf die jüdischen, der Zusammenschluss Rakach mehrheitlich auf arabische Bevölkerungsteile. [6] Die Leiter von Rakach waren Tawfik Toubi, Meir Vilner, Tawfiq Ziad und David Chanin.

Rakach trat 1965, 1969 und 1973 an den Knesset-Wahlen als eigenständige Partei auf und erhielt jeweils drei bis vier Mandate. Zu den israelischen Parlamentswahlen 1973 bildeten Rakach und Maki die gemeinsame Liste Moked. Nach 1977 schloss die Partei sich bei den folgenden Knesset-Wahlen dem Bündnis Chadasch an. 1989 nahm sie wieder den Namen "Maki" an, war aber weiterhin Teil des Chadasch-Bündnisses.

Internationale Beziehungen

Die Kommunistische Partei der Sowjetunion verhielt sich nach der Abspaltung von 1965 zunächst abwartend. Der Ausgang des Sechstagekriegs veranlasste sie, die Beziehungen zum Zusammenschluss Maki zu lösen und Rakach als legitime Bruderpartei in Israel zu betrachten.[1][7]

Andere kommunistische Parteien, u.a. diejenigen Rumäniens, Italiens, Norwegens, Schwedens, der Niederlande und Australiens, anerkannten beide 1965 entstandenen Zusammenschlüsse.[1]

Einzelnachweise

  1. a b c Seliger, Kurt (1976): RAKACH und MAKI. Die zwei kommunistischen Parteien Israels. In: Osteuropa 4, S. 251-253.
  2. Federal Research Division of the Library of Congress: Country Profiles. Appendix B -- Israel. Political Parties and Organizations. Abgerufen am 27. Juli 2009.
  3. Left Camp of Israel (Sheli) Knesset website
  4. Federal Research Division of the Library of Congress: Country Profiles. Appendix B -- Israel. Political Parties and Organizations. Abgerufen am 27. Juli 2009.
  5. New Communist List (Rakach) Knesset website
  6. Seliger, Kurt (1976): RAKACH und MAKI. Die zwei kommunistischen Parteien Israels. In: Osteuropa 4, S. 251-253.
  7. Helena Cobban: The Palestinian Liberation Organisation. People, Power and Politics, Cambridge 1984, S. 189. Weiterführende Literatur in: Constanze Krakau: Die Rolle der palästinensischen Minderheit im politischen Leben Israels 1976–1996. Studien zur Zeitgeschichte des Nahen Ostens und Nordafrikas, Bd. 14, Berlin, Hamburg, Münster 2005, S. 66f.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Kommunistische Partei — Hammer und Sichel auf rotem Grund – Symbol Kommunistischer Parteien Eine Kommunistische Partei (KP) ist eine politische Partei, die den Kommunismus (die klassenlose Gesellschaft) als Gesellschaftsordnung anstrebt. Die erste kommunistische Partei… …   Deutsch Wikipedia

  • Kommunistische Parteien heute — Hammer und Sichel auf rotem Grund – Symbol Kommunistischer Parteien Eine Kommunistische Partei (KP) ist eine politische Partei, die den Kommunismus (die klassenlose Gesellschaft) als Gesellschaftsordnung anstrebt. Die erste kommunistische Partei… …   Deutsch Wikipedia

  • Israel-Libanon-Konflikt 2006 — Libanonkrieg 2006 Teil von: Nahostkonflikt Nach einem Luftangriff auf Tyros …   Deutsch Wikipedia

  • Israel-Libanon-Krieg 2006 — Libanonkrieg 2006 Teil von: Nahostkonflikt Nach einem Luftangriff auf Tyros …   Deutsch Wikipedia

  • Israel-Libanon-Krise 2006 — Libanonkrieg 2006 Teil von: Nahostkonflikt Nach einem Luftangriff auf Tyros …   Deutsch Wikipedia

  • Kommunistische — Hammer und Sichel, meistverwendete Symbolik für Kommunismus Kommunismus (vom lateinischen communis = „gemeinsam“) bezeichnet das politische Ziel einer klassenlosen Gesellschaft, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben ist und… …   Deutsch Wikipedia

  • Israel Epstein — (* 20. April 1915 in Warschau; † 26. Mai 2005 in Peking; chinesischer Name: Yīsīléi ěr Àipōsītǎn 伊斯雷尔·爱泼斯坦) war ein chinesischer Journalist und Autor. Er wurde Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas, nahm die chinesische Staatsbürgerschaft an …   Deutsch Wikipedia

  • Partei — Die Politische Partei (v. lat.: pars, partis = Teil, Richtung) ist ein auf unterschiedliche Weise organisierter Zusammenschluss von Menschen, die innerhalb des umfassenderen politischen Verbandes (Staat o.ä.) danach streben, politische Macht und… …   Deutsch Wikipedia

  • Partei (Politik) — Die Politische Partei (v. lat.: pars, partis = Teil, Richtung) ist ein auf unterschiedliche Weise organisierter Zusammenschluss von Menschen, die innerhalb des umfassenderen politischen Verbandes (Staat o.ä.) danach streben, politische Macht und… …   Deutsch Wikipedia

  • Tudeh-Partei des Iran — Vorsitzender Logo Basisdaten Gründungsdatum: 2. Oktober 1941[1] Gründungsort: Teheran, Iran Vorsitzender …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”