Abiturientenquote

Mit der Abiturientenquote bzw. der Studienberechtigtenquote wird der Anteil der Hochschulzugangsberechtigten an einem Geburtsjahrgang angegeben. In Deutschland kommen sie etwa zu 70 Prozent aus den Allgemeinbildenden Schulen und zu 30 Prozent aus den Beruflichen Schulen, wo jeweils sowohl die Allgemeine als auch die Fachhochschulreife erworben werden können. Die überwiegende Zahl der Fachabiturienten kommt aus den Fachoberschulen der Beruflichen Schulen, in denen sich die größten Zuwächse der letzten Jahre vollzogen.

Methodik: Die Berechnung durch das Statistische Bundesamt erfolgt nach der Bildung des Durchschnittswertes der Zahl von in Deutschland gemeldeten Personen zwischen 18 und 20 Jahren (drei Altersjahrgänge) für ein Jahr.[1]


Quote der Studienberechtigten - alphabetisch nach deutschen Bundesländern 2005/2006

Bundesland BW BY BE BB HB HH HE MV NI NW RP SL SN ST SH TH Bund Ø
Allgemeine Hochschulreife 33,6 22,1 36,9 32,5 35,4 35,2 30,9 27,6 27,8 32 28,7 26 30 25,8 30 32 29,9
Fachhochschulreife 12,2 12,4 9 7,4 11,5 11,4 18,1 4,6 13,6 21,4 9,4 22,1 7,1 8,2 10,8 8,4 13,6
Gesamtquote 45,8 34,5 45,9 40 47 46,6 49,1 32,2 41,4 53,4 38 48,1 37,1 34 40,9 40,3 43,4


Quote der Studienberechtigten – geordnet nach Rang der deutschen Bundesländer 2003

Bundesland NW HH HB HE SL BW BE NI RP TH BB SH SN ST BY MV Bund Ø
Allgemeine Hochschulreife 28,5 31,8 31,7 29,3 23,2 31,2 32,8 25,3 25,2 29,3 29,9 26,2 27,5 26,8 20 24 27,1
Fachhochschulreife 19,6 12,6 12,5 14,6 20,2 9,8 7,5 12,9 12,4 7,5 6,4 9,5 5,9 6,1 11,1 4 12,1
Gesamtquote 48,1 44,4 44,2 44 43,4 41 40,3 38,1 37,6 36,8 36,3 35,7 33,4 32,9 31,2 28 39,2


Quote der Studienberechtigten in Deutschland von 1992 bis 2006

Jahr 1992 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006
Deutschland 31 36,4 36 36,5 36,7 37,5 37,2 36,1 38,1 39,2 41,5 42,5 43,4
Westdeutsche Bundesländer 33,1 35,5 36 36,9 37,5 38,7 38 38,7 39,4
Ostdeutsche Bundesländer 22,9 37 36,1 35 34,1 34 34 28,1 34,2


Inhaltsverzeichnis

Belege

1. Statistische Veröffentlichungen der Kultusministerkonferenz Nr. 173 – Januar 2005 Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen 2003 bis 2020

2. Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 1, 2003/04 und folgende Jahre, und Nutzung der Berechnungen von Marianne Demmer, GEW, auf der Basis von [2]

Studienanfängerquote

Von der Abiturientenquote zu unterscheiden ist die Studienanfängerquote. Sie gibt die Quote an, wie viel Prozent eines Geburtsjahrgangs tatsächlich ein Studium aufnehmen. 2008 (2007/2006) waren das 385.500 (358.650/343.700) Studenten. Die Quote beträgt 39,3 (37,1/35,7) Prozent [3] und liegt damit erstmals wieder über der von 2003, als vor Einführung der Studiengebühren 38,3 Prozent erreicht wurden.

Wenn davon die Studienabbrecherquote und der Studienfachwechsel abgezogen werden, ist die akademische Absolventenquote zu berechnen. In Deutschland liegt sie mit rund 230.000 Absolventen 2004 bei 22 Prozent eines Jahrgangs und steigt damit langsam an. Sie ist entscheidend für die Zahl der hochqualifizierten Fachkräfte, die einer Gesellschaft zur Verfügung stehen. So können steigende Abiturientenquote und Ärztemangel oder Ingenieursmangel durchaus zeitgleich in Deutschland auftreten. Die akademische Absolventenquote der DDR kam trotz geringerer Abiturientenquote der westdeutschen nahe, weil fast alle Studenten ihr Studienziel erreichten (Geißler 2002, S. 338). Die Betreuung während des Studiums kann nicht nur menschlichen Enttäuschungen vorbeugen, sondern erreichen, Investitionen in das Humankapital effektiver zu nutzen.

Methodik: Es ist sehr schwierig, die Hochschulsysteme verschiedener Länder miteinander zu vergleichen, ohne Fehlschlüssen aufzusitzen. Beim internationalen Vergleich ist das unterschiedliche Verständnis zu beachten, welche beruflichen Ausbildungen unter ein Studium fallen. Was in Deutschland eine Meisterprüfung im handwerklichen Bereich ist, gilt anderswo als Ingenieursexamen an einer Hochschule. Oder die Ausbildung zur Krankenschwester gilt in Schweden und Finnland als Studium.


Studienberechtigtenquote 2001 (für Tertiärbereich A) und

Studienanfängerquote im Tertiärbereich A 2001 (d.h. Universität + Fachhochschule)

Land Studienberechtigtenquote Studienanfängerquote
Ländermittel (OECD) 56 47
Australien 68 65
Belgien 32
Dänemark 44
Deutschland 42 32
Finnland 91 72
Frankreich 52 37
Großbritannien 45
Irland 38
Italien 69 44
Japan 69 41
Niederlande 62 54
Österreich 34
Schweden 71 69
Schweiz 33
Spanien 52 48
USA 42

Quelle: [4] Die Studienberechtigtenquote ist anders als vom Statistischen Bundesamt berechnet worden.

Literatur

  • Oskar Anweiler u.a.: Bildungspolitik in Deutschland 1945-1990, Ein historisch-vergleichender Quellenband, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1992
  • Kai S. Cortina, Jürgen Baumert, Achim Leschinsky, Karl Ulrich Mayer: Das Bildungswesen in der Bundesrepublik Deutschland. Strukturen und Entwicklungen im Überblick. Rowohlt Taschenbücher, November 2003
  • Rainer Geißler: Die Sozialstruktur Deutschlands, Die gesellschaftliche Entwicklung vor und nach der Vereinigung, Westdeutscher Verlag, 3. Aufl., Wiesbaden 2002 (zur Bildung S. 333-371)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Statistische Berechnung von Quoten [1]
  2. Kennzahlen aus dem Bildungsbereich (Vollversion) [2]
  3. Vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes 2008
  4. OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" Paris 2003, zit. n. Jürgen Egeln, Thomas Eckert, Christoph Heine, Christian Kerst, Birgitta Weitz, Indikatoren zur Ausbildung im Hochschulbereich, Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung, Studien zum Innovationssystem Deutschlands, Nr. 4-2004, S. 16 u. 24 [3] und Josef Kraus, Tabelle nach OECD [4]

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