Ablassblatt
Ablassbrief im Namen Leos X. von 1515

Der Ablassbrief (auch Indulgenzbriefe, von lateinisch litterae indulgentiales oder Ablassblatt oder – insbesondere bei größerem Bildteil – Ablassbild genannt) war eine Form der Einblattdrucke, die im 15. Jahrhundert von Briefmalern als Holzschnitte oder Kupferstiche mit christlichen Darstellungen und beigefügten Gebeten angefertigt wurden.

Ausgestellt im Namen des Papstes oder eines von ihm beauftragten Bischofs oder Kardinals, versprach die Kirche den Käufern einen Nachlass zeitlicher Sündenstrafen oder einen vollkommenen Ablass. Als Auflage war dabei aber auch die Verrichtung bestimmter Gebete (beispielsweise mit einem Rosenkranz) oder das Tun gottgefälliger Werke (etwa Spenden für den Bau von Kirchen). Aufmerksam darauf machte der Dominikanermönch Johann Tetzel mit dem berühmten Satz: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“

Für Martin Luther war die Praxis, durch Ablassbriefe zum Beispiel den Bau des Petersdoms im Rom zu finanzieren, einer der Hauptkritikpunkte an der katholischen Kirche und motivierte ihn letztlich zur Verfassung der 95 Thesen.

Am 8. Februar 1567 hob Papst Pius V. in der Konstitution Etsi Dominici alle Almosenablässe auf und verfügte am 2. Januar 1570 in der Konstitution Quam plenum die Exkommunikation für jene, die mit den Ablässen Handel treiben wollten, was noch im Codex Iuris Canonici von 1917 zum Can. 2327 mit der Strafe einer Exkommunikation führte.


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