Abmoosen

Das Abmoosen ist ein Verfahren für die vegetative Vermehrung, besonders von Gehölzen.

Ein Trieb der Pflanze wird dazu teilweise quer durchgeschnitten, der Spalt wird mit einem Keil offen gehalten. Wenn notwendig, wird die Schnittfläche mit Bewurzelungshormonpulver eingestäubt und dann in ein saugfähiges Material wie Torfmoos oder Zellstofftücher gewickelt, das über mehrere Wochen immer leicht feucht gehalten wird. Nach Wurzelentwicklung wird der Trieb endgültig abgetrennt und eingepflanzt.[1]

Vorteile des Abmoosens gegenüber Stecklingen sind:

  • manche Pflanzen lassen sich überhaupt nicht durch Stecklinge vermehren, sie sind während der Bewurzelungsphase auf eine Nährstoffversorgung durch die Mutterpflanze angewiesen.
  • das Abmoosen ist auch an relativ dicken, holzigen Stängeln möglich, so dass große Jungpflanzen entstehen. Das Verfahren bietet sich daher für das Verjüngen von alten Pflanzen an, z. B. beim Gummibaum.[2]
  • Wachstumsstockungen am Steckling treten kaum auf.

Nachteil des Abmoosens gegenüber der Stecklingsvermehrung ist: Dieses Verfahren ist sehr aufwendig, weshalb es im Gartenbau nicht angewendet wird, sondern eigentlich nur im Hobby-Bereich. Um größere Mengen zu vermehren, kann der Fachmann mit technischen Hilfsmitteln wie zum Beispiel Sprühnebelanlagen fast jeden Steckling zum Bewurzeln bringen.

Frühere Bedeutung

In der älteren Literatur zum Gartenbau wird unter abmoosen die Entfernung von Moos von der Baumrinde verstanden, da das Moos als schädlich für den Baum angesehen wurde.[3]

Literatur

  • Jan Ahrens (et. al.): „Fachkunde für Floristen. Botanik, Blumenpflege, Gestalten, Geschäftskunde, Betriebslehre.“ 5. Auflage. Bildungsverlag EINS, Troisdorf 2006. ISBN 3-8242-2173-X

Einzelnachweise

  1. Ahrens (2006), S. 85f.
  2. Ahrens (2006), S. 85
  3. L. F. Dietrich: „Encyklopädie der gesammten niederen und höheren Gartenkunst. Eine ausführliche und auf die neuesten Erfahrungen begründete Darstellung der Obst- Gemüse-, Blumen- und Landschafts-Gärtnerei, des Weinbaues und der Treiberei in allen ihren Formen nebst Belehrung über die zu den verschiedenen Zweigen der Gärtnerei dienenden Bauwerke und Geräthe, Lebensbeschreibung der um die Gartenkunst und Pflanzenkunde verdienten Männer, Erläuterung der botanischen Systematik, Erklärung der in der Horticultur vorkommenden fremden und deutschen technischen Ausdrücke, so wie der üblichen Abkürzungen, Anweisung zur Abhaltung oder Vertilgung der schädlichen Thiere etc.“ Arnoldische Buchhandlung. Leipzig 1860. S. 5, Lemma: Abschälen

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