Abnoba
Weiheinschrift aus Badenweiler

Abnoba war eine keltische Muttergöttin und personifizierte den Schwarzwald, welcher in der Antike den Namen Abnoba mons trug. Nach der Interpretatio Romana wird sie mit Diana gleichgesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Mythologie

Die Etymologie des Namens Abnoba ist ungeklärt. Ursprünglich wird der Schwarzwald schon bei Plinius dem Älteren (Hist. nat. 4,79) und Tacitus (Germania 1) so genannt, zur Zeit der Römerherrschaft in Gallien sind die ersten Weiheinschriften entstanden. Eine an der Brigachquelle bei St. Georgen im Schwarzwald gefundene Statue wird mit der Diana Abnoba in Verbindung gebracht. Darauf sind ein Hirsch, ein Hase und ein Vogel zwischen Menschenköpfen zu sehen. Die Zuweisung ist allerdings ungesichert.[1]

Wegen dieses und ähnlicher Funde galt Abnoba als Beschützerin des Waldes, des Wildes und der Quellen, insbesondere als Schutzpatronin der Heilquellen in Badenweiler. Wild und Jäger unterstanden ihrem Schutz. Die Gleichsetzung mit Diana zeigt etwa eine in Badenweiler aufgefundene Weiheinschrift eines gewissen Fronto, der damit ein Gelübde einlöste. Wahrscheinlich stand auf dem Sockel, der diese Inschrift trägt, ursprünglich eine Statue dieser Gottheit. Tatsächlich wurden in Badenweiler auch Leiden kuriert, die zu ungewollter Kinderlosigkeit führten, und in den Thermen dieses Ortes war ungewöhnlicherweise die Frauenabteilung nicht kleiner als die für Männer. Abnoba dürfte für die Besucher von Badenweiler also vor allem als Fruchtbarkeitsgottheit gegolten haben.

Inschriften

Fundort Verzeichnis Inschrift
Badenweiler CIL 13, 05334 DIANAE ABNOB...
Bad Cannstatt CIL 13, 11746 ABNOBAE ...
Bad Cannstatt CIL 13, 11747 …NOBE ...
Karlsruhe-Mühlburg CIL 13, 06326 DEAE ABNOB...
Mühlebach bei Haslach CIL 13, 06283 DEANAE ABNOBAE ...
Pforzheim CIL 13, 06332 …NOBE ...
Pforzheim CIL 13, 11721 ABN…
Rötenberg CIL 13, 06357 ABNOBAE ...
Waldmössingen CIL 13, 06356 ABNOBAE ...

Siehe auch

Literatur

  • W. Heinz, R. Wiegels: Der Diana Abnoba Altar in Badenweiler. In: Antike Welt 13/4, 1982, S. 37-43.
  • Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5.

Einzelnachweis

  1. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 1 f.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Abnoba — is a Gaulish goddess who was worshipped in the Black Forest and surrounding areas. She has been interpreted to be a forest and river goddess, and is known from about nine epigraphic inscriptions. One altar at the Roman baths at Badenweiler,… …   Wikipedia

  • Abnŏba — (a. Geogr.), der Schwarzwald od. der Theil desselben, auf welchem die Donau entspringt. Auf Inschriften kommt eine Diana A. vor …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Abnŏba — Abnŏba, lat. Name des im 3. Jahrh. auch Silva Marciana genannten Schwarzwaldes …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Abnoba — (keltisch), später auch Silva Marciāna (Marcianischer Wald), Name des Schwarzwaldes bei den Römern …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Abnoba — bei den Römern der Theil des Schwarzwaldes, wo die Quellbäche der Donau sind …   Herders Conversations-Lexikon

  • Abnoba — germ., Ortsname: nhd. Schwarzwald?; Quelle: Ortsname (1. Jh.); Etymologie: aus dem Kelt.? …   Germanisches Wörterbuch

  • Abnoba — L autel dédicacé a Diana Abnoba à Badenweiler. Abnoba est l épithète gaulois du mont où, selon Tacite et Pline, le Danube prend sa source. C est également un épithète de Diane, « Diane de la source », sur une stèle à Badenweiler… …   Wikipédia en Français

  • Abnoba (Asteroid) — Asteroid (456) Abnoba Eigenschaften des Orbits (Simulation) Orbittyp Hauptgürtel Große Halbachse 2,786  …   Deutsch Wikipedia

  • (456) abnoba — 456 Abnoba pas de photo Caractéristiques orbitales Époque 18 août 2005 (JJ 2453600.5) Demi grand axe 416,820 Gm (2,786 ua) Aphélie …   Wikipédia en Français

  • 456 Abnoba — (456) Abnoba 456 Abnoba pas de photo Caractéristiques orbitales Époque 18 août 2005 (JJ 2453600.5) Demi grand axe 416,820 Gm (2,786 ua) Aphélie …   Wikipédia en Français

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”