Abodiacum
Venus von Epfach

47.91194444444410.917Koordinaten: 47° 55′ N, 10° 55′ O Epfach, am linken Ufer des Lech gelegen, ist ein Ortsteil der Gemeinde Denklingen im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.

In der Nähe des heutigen Ortes gab es seit etwa 14 v. Chr. auf dem später Lorenzberg genannten Hügel unmittelbar am Lech eine römische Straßenstation mit etwa 80 Soldaten und Reitern. Diese hatten die Aufgabe, die Kreuzung der Via Claudia mit der alten Salzstraße zu sichern, die von Salzburg kommend hier den Fluss überquerte und dann nach Kempten führte. Es war der bedeutendste Straßenknotenpunkt im südlichen Bayern.

Ab 50 n. Chr. wurde der unnötig gewordene Militärstützpunkt aufgegeben. Das Umland war inzwischen sicher genug. Nun entstand auf der Lechterrasse eine Siedlung, in der sich Handwerker und Händler niederließen. Sie erhielt den Namen Abodiacum.

Im Jahre 233 zerstörten die Alamannen die Siedlung und hinterließen ein Trümmerfeld. Doch schon zwischen 260 und 270 wurde der Lorenzberg wieder besiedelt, aber diesmal aus Angst vor germanischen Überfällen mit einer ringförmigen Umfassungsmauer versehen.

Um 355 wurde die Siedlung erneut von den Alemannen zerstört, jedoch bald wieder von den Römern besiedelt und aufgebaut. Bis 388 waren römische Truppen auf dem Lorenzberg stationiert.

Um 370/380 wurde auf der höchsten Kuppe des Lorenzberges ein rechteckiger Saalbau mit dreigeteiltem Chorabschluss errichtet, der als christlicher „Gemeindebau“ interpretiert wird. Nach 955 wurde eine größere Kirche, St. Lorenz, erbaut, zum Teil über dem ältesten Gotteshaus aus dem 4. Jahrhundert.

Sehenswürdigkeiten

  • das kleine Museum Abodiacum im ehemaligen Spritzenhaus der Feuerwehr mit Fundstücken aus der Römerzeit, zwei Modellen und Wandtafeln mit Beschreibungen der historischen Zeit
  • die Lorenzkirche auf dem gleichnamigen Berg
  • ein römisches Brunnenhaus Nymphäum in der Nähe der Schule
  • eine bronzene Statue des St. Lorenz mit Gedenktafel auf der Lechbrücke

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