Abraham Oertel
Abraham Ortelius

Abraham Ortelius (Ortels, Oertel, Örtel, Orthellius, Wortels, * 2. April 1527 in Antwerpen; † 28. Juni 1598 ebenda) war ein flämischer Geograph und Kartograph. Er entstammt einer von Augsburg in die südlichen Niederlande eingewanderten Familie.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er studierte erst bei seinem Onkel Jakob van Meteren und dann auf eigene Initiative Griechisch, Latein und Mathematik in Antwerpen. Ortelius war zunächst Karten- und Buchhändler, bildete sich aber zum Kartographen weiter.

Laut John Vermeulen hat Ortelius mit seinem Zeitgenossen Gerhard Mercator zusammen gearbeitet.

Werke

Islandkarte von Abraham Ortelius

Am 20. Mai 1570 erschien seine erste Ausgabe vom Theatrum Orbis Terrarum, der ersten Sammlung von Landkarten in Buchform. Atlanten trugen damals noch nicht diesen Namen. Diese Sammlung wurde zwischen 1570 und 1612 in 42 Ausgaben und in 7 Sprachen veröffentlicht: Latein, deutsch, flämisch, französisch, spanisch, englisch und italienisch. Anders als seine Berufskollegen referenzierte er klar die Quellen seiner Karten und Texten. Das Werk enthält unter anderem eine Abbildung der bis 1492 bekannten Welt und war damit bereits zum Zeitpunkt der Kartenerstellung rückblickend.

Weiterhin häufiger referenziert wird eine Karte von Ortelius mit Europa, Mittelmeer, Nordafrika und Arabien im Fokus die aus dem Jahr 1601 (andere Schätzung: 1603 bis 1612) stammt. Sie trägt den Titel Geographia sacra (heilige Geografie) trägt und weiterhin eine verkleinerte, eingebettete Weltkarte enthält. Die Detail-Eintragungen wurden primär für die Levante und Mesopotamien vorgenommen, also mit den in der Bibel erwähnten Orten bis hin zum Versuch Orte aus der biblischen Paradiesbeschreibung zu fixieren. Allein schon die Darstellung der Flussläufe in Mesopotamien fällt dabei eher ungenau aus. Das Werk existiert in mehreren Versionen mit wechselnden Textfeldern und wurde oftmals coloriert. Es wurde unter anderem in den historischen Atlas von Joan Janssonius (1652 bzw. 1662) aufgenommen, wobei es sich hier nach Ansicht von Experten typisch um händische Kopien der Originalvorlage handeln dürfte.

Weiterhin ist eine Weltkarte in Blattformat aus dem Jahr 1612 unter dem Titel "Typus Orbis Terrarum" (original lat. Typvs Orbis Terrarvm) vom Kartografen in moderaten Stückzahlen erhalten.

Ein weiteres beachtliches Werk stellt seine Ortsnamensammlung Thesaurus Geographicus dar.

Bedeutung für die Tektonik

Ortelius gilt heute auch als der erste, der aufgrund der zueinander passenden Umrisse vermutete, dass die Kontinente früher einmal zusammengehangen hätten und später durch "Erdbeben und Fluten" zerbrochen seien, so dass dadurch einst Amerika, Afrika und Europa entstanden sind. Die These füllt nur eine kurze Passage in mitten seines Werks "Thesaurus Geographicus" und wird von Fachleuten als erster schriftlicher Beleg für die Grundlagen der Theorien für Plattentektonik und Kontinentaldrift gewertet, die sich faktisch erst im 18. und 19.Jahrhundert langsam etablieren konnten.

Siehe auch

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