Charles Lyttelton, 10. Viscount Cobham

Charles Lyttelton, 10. Viscount Cobham

Charles Lyttelton, 10. Viscount Cobham KG, GCMG, GCVO, TD, PC (* 8. August 1909 in Kensington, London; † 20. März 1977 in Marylebone, London) war ein britischer Adliger. Von 1957 bis 1962 war er Generalgouverneur von Neuseeland.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und frühe Jahre

Lyttelton wurde als ältester Sohn von John Lyttelton, dem ältesten Sohn des Viscount Cobham, und Violet Yolande Leonard geboren. Der 2008 verstorbene Jazztrompeter Humphrey Lyttelton war sein Cousin. Die Familie hat historisch gewachsene Bindungen nach Neuseeland. Die Stadt Lyttelton auf der Südinsel ist nach dem Urgroßvater George Lyttelton, 4. Baron Lyttelton, benannt.

Er besuchte zunächst das Eton College und studierte dann Jura am Trinity College in Cambridge. Lyttelton kann aus einer Familie von guten Cricketspielern. Von 1934 bis 1939 spielte er selbst mehr als 90 First-Class Spiele für Worcestershire, seit 1936 als Kapitän der Mannschaft.

Im Zweiten Weltkrieg diente Lyttelton zunächst als Artillerieoffizier bei der BEF in Frankreich. Später kommandierte er dann ein Marineartillerieregiment.

1942 heiratete er Elizabeth Alison Makeig-Jones, mit der er vier Söhne und vier Töchter hatte. Der älteste Sohn John erbte später den Titel, der zurzeit vom zweitältesten Sohn Christopher gehalten wird.

Nach Kriegsende strebte er eine Karriere in der Politik an. Die Pläne, als Kandidat der Konservativen für einen Sitz im Unterhaus zu kandidieren, zerschlugen sich aber 1949, als Lyttelton nach dem Tode seines Vaters dessen Titel erbte und damit ins Oberhaus einzog.

Wie schon sein Vater und sein Großvater zuvor, war er in den Jahren 1954/55 Präsident des Marylebone Cricket Clubs, der höchsten Instanz im englischen Cricket.

Generalgouverneur von Neuseeland

Im Jahre 1957 wurde Lyttelton zum Generalgouverneur von Neuseeland ernannt. Er wurde damit Vertreter von Königin Elisabeth II. in Neuseeland und repräsentierte damit das Staatsoberhaupt in dem Land.

Im Land war er populär. Aufgrund seiner vielseitigen sportlichen Interessen, neben Cricket unter anderem auch Golf und Fliegenfischen, gelang es ihm, trotz seiner aristokratischen Herkunft vielseitige Kontakte zu den Bewohnern aufzubauen. Noch im Alter von 51 Jahren spielte er mit einer guten persönlichen Leistung in einem First-Class Cricket Spiel in einer von ihm zusammengestellte Mannschaft gegen ein Team des Marylebone Cricket Clubs.

Lyttelton war ein guter Redner, der oft klassische Zitate verwandte. In seine Amtszeit fielen keine größeren politischen Krisen, die er hätte bewältigen müssen, obgleich die Regierung zweimal wechselte. Der Kontakt zu den jeweiligen Premierministern war gut.

Spätere Jahre

Nach dem Ende seiner Amtszeit im Jahre 1962 kehrte Lyttelton ins Vereinigte Königreich zurück. Dort übernahm er verschiedene Leitungspositionen in der Wirtschaft, bevor er 1967 das Amt des Lord Steward, des Oberhofmarschalls, am Hof von Königin Elisabeth übernahm. Gleichzeitig wurde er Mitglied des Privy Councils. Von 1963 bis 1974 war er außerdem Lord Lieutenant von Worcestershire.

1964 wurde Lyttelton in den Hosenbandorden aufgenommen, dessen Kanzler er von 1972 bis zu seinem Tode war. Lyttelton starb 1977 in Marylebone, London.

Quellen


Vorgänger Amt Nachfolger

Charles Norrie, 1. Baron Norrie
Generalgouverneur von Neuseeland
1957–1962

Bernard Fergusson

John Lyttelton
Viscount Cobham
1949–1977

John Lyttelton

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