László Marton (Regisseur)

László Marton (Regisseur)
László Marton (2003)
Onkel Wanja, Soulpepper Theatre Company, 2001, Toronto
Onkel Wanja, Soulpepper Theatre Company, 2001, Toronto

László Marton (* 6. Januar 1943 in Budapest) ist ein ungarischer Theaterintendant und -regisseur.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Marton stammt aus einer ungarischen großbürgerlichen Familie. Seine Mutter Ilona Keresztes hatte an der besten Hotelfachschule Europas gelernt, der École hôtelière de Lausanne. Der Vater László Marton war ein Außenhandelskaufmann. Zu seiner weitläufigen Verwandtschaft zählt er Personen wie Ferenc Molnár und den Hollywood-Filmregisseur und Golden Globe Award-Gewinner Andrew Marton. Ein anderer Verwandter, der Dirigent János Ferencsik, führte ihn in die Welt der Oper ein. Marton besuchte das Piaristen-Gymnasium in Budapest und studierte an der „Akademie für Schauspiel und Film Budapest“. Im Jahr 1967 schloss er das Studium ab und hatte seine erste Theaterproduktion am Budapester Theater Vígszínház. Dort wurde er 1987 künstlerischer Direktor.[1]

Karriere

Martons internationale Karriere begann 1974 in der DDR am Deutschen Nationaltheater in Weimar. Seither hat er an verschiedenen internationalen Bühnen gearbeitet, so am Finnischen Nationaltheater, am „Actors Theatre of Louisville“ (Louisville (Kentucky)), am Habimah (Israelisches National Theater), im Barbican Centre in London, in den „Santa Fe Stages“[2] in Santa Fe (New Mexico), im „Court Theatre“ in Chicago, im Abbey Theatre in Dublin.

Seine wichtigsten internationalen Inszenierungen hatte er mit Tschechows Platonow und Onkel Wanja bei der „Soulpepper Theatre Company“ in Toronto[3], wo er seit 1991 jährlich gastiert. Mit diesem Theater übernahm er 2005 auch Frank McGuinness' Bearbeitung von Ibsens Die Wildente aus dem „Peacock Theatre“ in Dublin. Seine Tanzproduktion Össztánc aus dem Vígszínház wurde 2004 zur Einhundertjahrfeier des „Abbey Theatre“ nach Dublin eingeladen. 2005 produzierte er in Dublin am „Abbey Theatre“ Nora von Ibsen, auch dieses in einer Bearbeitung von McGuinness.

Inszenierungen im Vígszínház

Marton führt im eigenen Hause regelmäßig Regie[4]. Er inszenierte verschiedene jüngere ungarische Theaterautoren, neuere Stücke aus dem anglo-amerikanischen Raum wie Neil Simons Ein seltsames Paar, sowie Klassiker von Shakespeare bis Ibsen und im September 2009 Mozart's Zauberflöte in Zusammenarbeit mit der Ungarischen Staatsoper [5].

In Deutschland führte Marton außer in Weimar auch zweimal Regie am Landestheater Detmold mit Der Leibgardist ( A Testőr) von Ferenc Molnár (1981) und Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt (1982).

Ehrungen

Marton ist Ehrenmitglied der Guildhall School of Music and Drama in London. In Toronto wurde er für seine Tschechow-Produktionen ausgezeichnet und in Dublin von der Irish Times für die Regie der Wildente.

Marton erhielt verschiedene Stufen des ungarischen Verdienstordens und 2003 den Kossuth-Preis.

Weblinks

 Commons: László Marton (theatre director) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Magyar Színházművészeti Lexikon
  2. siehe englische Wikipedia en:Santa Fe Opera
  3. soulpepper story
  4. archiv vigszinhaz
  5. Hungarian State Opera Budapest

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужен реферат?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • László Marton — ist der Name folgender Personen: László Márton (* 1959), ungarischer Schriftsteller und Literaturübersetzer László Marton (Bildhauer) (1925–2008), ungarischer Bildhauer László Marton (Regisseur) (* 1943), ungarischer Theaterintendant und… …   Deutsch Wikipedia

  • Marton — ist der Name folgender Orte: in Großbritannien: Marton (Blackpool), Lancashire Marton (Cheshire), Macclesfield, Cheshire Marton (Lincolnshire), Lincolnshire Marton (Warwickshire), Rugby, Warwickshire Marton (Wiltshire), Wiltshire Marton… …   Deutsch Wikipedia

  • Andrew Marton — (eigentlich Endre Márton, * 26. Januar 1904 in Budapest; † 7. Januar 1992 in Santa Monica, Kalifornien) war ein ungarisch amerikanischer Regisseur, Produzent und Redakteur. Er leitete 39 Filme und Fernsehprogramme, und 16 als Regieassistent.[1]… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Söhne und Töchter von Budapest — Diese Liste umfasst – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – in Budapest geborene Personen mit einem Artikel in der deutschen Wikipedia: Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z …   Deutsch Wikipedia

  • Narziss und Psyche — Filmdaten Deutscher Titel Narziss und Psyche Originaltitel Nárcisz és Psyché, Psyché (dreiteilige Fernsehfassung) …   Deutsch Wikipedia

  • Julio Baghy — Dans ce nom hongrois, le nom de famille, Baghy, précède le prénom mais cet article utilise l ordre occidental où le prénom précède le nom.. Julio Baghy Nom de naissance Gyula Baghy Autres noms Jobo Naissance 13 janvier 1891 à… …   Wikipédia en Français

  • Liste der Szegediner Persönlichkeiten — Siehe auch Hauptartikel Szeged Geboren in Szeged Gábor Agárdi (1922), Mari Jászai Preisträger als Schauspieler Adrián Annus (1975), Leichtathlet (Hammerwurf) Gyula Baghy (1891–1967), Schriftsteller und Dichter in Esperanto Béla Balázs (1884–1949) …   Deutsch Wikipedia

  • Neuer Stadtfriedhof — Der Új köztemető ist neben dem Kerepesi temető der Hauptfriedhof der ungarischen Hauptstadt Budapest und liegt etwas außerhalb des Zentrums in der Kozma út 8, im X. Bezirk (Kőbánya). Auf ihm fanden berühmte Persönlichkeiten der ungarischen… …   Deutsch Wikipedia

  • Uj köztemetö — Der Új köztemető ist neben dem Kerepesi temető der Hauptfriedhof der ungarischen Hauptstadt Budapest und liegt etwas außerhalb des Zentrums in der Kozma út 8, im X. Bezirk (Kőbánya). Auf ihm fanden berühmte Persönlichkeiten der ungarischen… …   Deutsch Wikipedia

  • Új köztemetö — Der Új köztemető ist neben dem Kerepesi temető der Hauptfriedhof der ungarischen Hauptstadt Budapest und liegt etwas außerhalb des Zentrums in der Kozma út 8, im X. Bezirk (Kőbánya). Auf ihm fanden berühmte Persönlichkeiten der ungarischen… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”