Omar Sosa

Omar Sosa
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Omar Sosa (* 10. April 1965 in Camagüey, eigentlich Omar Sosa Palacios) ist ein kubanischer Jazz-Pianist und Komponist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Durch seinen musikinteressierten Vater, einen Geschichts- und Philosophielehrer, kam Omar Sosa schon früh in Kontakt mit verschiedenen Musikstilen, insbesondere mit klassischer Musik, Jazz und lateinamerikanischer Musik. Mit acht Jahren begann er selbst Perkussion und Marimba zu erlernen. Es folgten Studien am Konservatorium von Camagüey und an der Escuela Nacional de Musica und dem Instituto Superior de Arte in Havanna, wobei er sich von der Marimba ab- und dem Klavierspiel zuwandte. 1983 beendete er seine Ausbildung und begann mit Popmusikern wie Vicente Feliú und Xiomara Laugart zu arbeiten. Später wurde die Musik Thelonious Monks zu einem bestimmenden Einfluss. 1993 zog Omar Sosa nach Quito, wo er die Musik der Afro-Lateinamerikaner von Esmeraldas kennenlernte und mit dem Fusion-Projekt Entrenoz seine erste eigene Gruppe leitete. Nach einer kurzen Zeit auf Mallorca übersiedelte Sosa 1995 nach San Francisco und erspielte sich bald einen Ruf in der dortigen "Latin Jazz"-Szene. 1999 zog er nach Barcelona.

Musik

Omar Sosas Musik weist eine große stilistische Bandbreite auf und ist von vielfältigen Einflüssen geprägt. Auf einem Fundament des Latin Jazz und afrokubanischer Rhythmen verarbeitet er nordafrikanische traditionelle Musik, Salsa, Merengue, Soul, Funk, Klassische Musik, elektronische Musik und Avantgarde bis hin zum Hip Hop. Mit den Platten Prietos (2001) und Sentir (2002) begann er sich stärker mit traditioneller afrikanischer Musik, insbesondere der der Gnawa, zu befassen. In der Folgezeit arbeitete er mit verschiedenen anderen Musikern wie dem Perkussionisten Adam Rudolph, Dhafer Youssef, Steve Argüelles, Paquito D'Rivera und Dieter Ilg zusammen.

Sosa betrachtet seine Musik als Ausdruck seines politischen und spirituellen Bewusstseins und tritt als Anhänger der kubanischen Religion Santería auch in rituellen Gewändern auf.[1]

Er spielt Soloprogramme und arbeitet mit verschiedenen Ensembles vom Jazztrio bis zu Bigbands und Symphonieorchestern zusammen.[2][3] Zu seinem Quintet Afreecanos gehören neben Schlagzeuger Marque Gilmore und dem mozambikischen Bassisten Childo Tomas Musiker wie Mola Sylla (oder Joo Kraus), Leandro Saint-Hil oder Peter Apfelbaum.

Preise und Auszeichnungen

Die CD Sentir wurde für den Grammy in der Sparte „Bestes Latin Jazz Album“ nominiert. 2003 wurde Sosa von der Smithsonian Institution für sein Lebenswerk ausgezeichnet und stellte mit From Our Mother sein erstes Werk für großes Orchester vor. 2006 wurde die Platte Mulatos wiederum für den Grammy nominiert.[4] Das von Jaques Morelenbaum arrangierte Album Ceremony, das mit der NDR-Bigband entstand, wurde 2011 mit dem ECHO Jazz als bestes Bigband-Album ausgezeichnet.

Diskographie

Alben als Bandleader
  • Omar Omar (1997)
  • Free Roots (1997)
  • Nfumbe (1998)
  • Spirit of the Roots (1999)
  • Inside (1999)
  • Bembón (2000)
  • Prietos (2001)
  • Sentir (2002) mit Houssaine Kili, Martha Galarraga
  • Ayaguna (2003)
  • A New Life (2003)
  • Pictures of Soul (2004)
  • Aleatoric EFX (2004)
  • Mulatos (2004)
  • Ballads (2005)
  • Mulatos Remix (2006)
  • Live à FIP (2006)
  • Promise (2007)
  • D.O. - A Day Off (2007)
  • Afreecanos (2008)
  • Calma (World Village/Harmonia Mundi, 2011)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Michael Stone: Omar Sosa talks with RootsWorld's Michael Stone. rootsworld.com, abgerufen am 6. Mai 2006 (englisch).
  2. Ssirus W. Pakzad: Kubanischer Odysseus. jazzzeitung.de, abgerufen am 6. Mai 2009.
  3. Omar Sosa. allaboutjazz.com, abgerufen am 6. Mai 2006 (englisch).
  4. Biography. Omar Sosa, abgerufen am 6. Mai 2009 (englisch).

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