Otto Scheibner

Otto Scheibner (* 7. September 1877 in Borna; † 18. Dezember 1961 in Leipzig) war ein deutscher Reformpädagoge.

Leben

Otto Scheibner wurde in der im Landkreis Leipzig gelegenen Stadt Borna als Sohn eines beim Leipziger Tageblatt beschäftigten Redakteurs geboren. Nach seiner Ausbildung am Lehrerseminar legte Scheibner 1898 die erste Prüfung für das Lehramt an Volksschulen ab. Von 1901 bis 1923 war er als Lehrer an der höheren Mädchenschule mit Lehrerinnenseminar Leipzig bei Hugo Gaudig tätig. In diesem Zeitraum klärte und systematisierte Scheibner als enger Mitarbeiter Gaudigs dessen Arbeitsschulgedanken. Als Arbeitspädagoge zeigte er ein fünfstufiges Arbeitsgefüge auf: Setzung eines Arbeitsziels; Aufsuchen der Arbeitsmittel; Entwurf und Gliederung eines Arbeitsplans; Ausführung der Arbeitsschritte; Gewinnung und Auswertung des Arbeitsergebnisses. Scheibner kann somit als der Theoretiker der Gaudigschule betrachtet werden. Da der ursprüngliche Nachlass Gaudigs infolge eines Luftangriffs im Jahr 1943 verloren ging, bildet die von Scheibner angelegte Materialsammlung den Grundstock der heute bekannten Dokumente über die pädagogische Arbeit Gaudigs.
Zwischen 1915 und 1925 lehrte Scheibner als Dozent an der Hochschule für Frauen Leipzig und am Seminar für Werkunterricht Leipzig. Ab 1923 fungierte er sowohl als Oberschulrat in Thüringen als auch als Honorarprofessor für Erziehungswissenschaften an der Universität Jena. Nachdem er 1928 zum Direktor des Pädagogischen Instituts an der Universität Jena ernannt worden war, erhielt er 1929 einen Ruf als Professor für Schulpädagogik/Didaktik an der Pädagogischen Akademie Erfurt.

Werke

Herausgeber der Zeitschrift Die Arbeitsschule gemeinsam mit Georg Kerschensteiner, Ludwig Pallat und Richard Seyfert
Zwanzig Jahre Arbeitsschule in Idee und Gestaltung. Quelle & Meyer, Leipzig 1928

Literatur


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