Pachia Ammos
Pachia Ammos
Παχειά Άμμος
Pachia Ammos (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Kreta
Regionalbezirk: Lasithi
Gemeinde: Ierapetra
Geographische Koordinaten: 35° 7′ N, 25° 48′ O35.10944444444425.804222222222Koordinaten: 35° 7′ N, 25° 48′ O
Höhe ü. d. M.: 10 m
Einwohner: 853 (2001[1])

Pachia Ammos (griechisch Παχειά Άμμος, transkr. auch Pahia Ammos) ist eine Ortschaft auf der Insel Kreta. Er gehört zu Gemeinde Ierapetra im Regionalbezirk Lasithi. Der Hauptort hat etwa 570 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Siedlungen

Zur Ortschaft Pachia Ammos gehören noch die Dörfer

  • Vasiliki (Βασιλική) 133 Einwohner
  • Monastiraki (Μοναστηράκι) 10 E.
  • Ksirokambos (Ξηρόκαμπος) 140 E.

Lage

Der Strand von Pachia Ammos.

Der Ort liegt an der schmalsten Stelle der Insel zwischen den Ortschaften Amoudara und Kavousi etwa 20 km östlich von Agios Nikolaos, direkt am Golf von Mirabello. Nach Ierapetra zur Südseite Kretas sind es etwa 17 km. Zur Insel Psira sind es nach Nordosten per Schiff 6 km, die unbewohnte kleine Insel Konida mit nur ca. 5000 m² liegt knapp einen Kilometer vom Strand von Pachia Ammos entfernt. Man nimmt an, dass der Ort in der Antike ein wichtiger Hafen war. So transportierte man Waren über den Isthmus von und nach Ierapetra, Kretas Tor nach Nordafrika, und ersparte sich den gefährlichen Seeweg um die Ostküste.

Fischerhafen von Pachia Ammos.

Name und Wirtschaft

Der Name bedeutet ‚dichter Sand‘ und weist auf den Strand hin. Haupteinnahmequelle der Bewohner ist der Tourismus. Nur wenige betreiben noch Fischfang und Landwirtschaft. In Pachia Ammos wurden Teile des Films Tsatsiki – Tintenfische und erste Küsse (1999) gedreht. Der Ort besitzt im Osten einen kleinen Hafen mit einer Einfahrt von Westen her.[2]

Archäologische Grabungen

Am 15. April 1903 und vom 4. bis zum 6. Juni desselben Jahres führte die Archäologin Harriet Ann Boyd Probegrabungen in Pachia Ammos durch und entdeckte 200 Meter von der Küste entfernt am Ort sta Hellenika den Keller eines 42,4 Meter langen Gebäudes. Bei diesem Gebäude handelte es sich vermutlich um ein griechisch-römisches Händlerlager. In direkter Nachbarschaft fand sie zwei Zisternen und ein Aquaedukt. Harriet Boyd berichtete, dass in der Nähe ein türkischer Bauer beim Pflügen ein Teil eines Marmorsitzes entdeckt habe.[3]

Bei Unwettern im Oktober 1913 spülten die Wassermassen aus den Bergen einen 20 Meter breiten und einen Meter tiefen Graben bei Pachia Ammos frei und es kamen minoische Krüge zum Vorschein. Sobald es das Wetter zuließ wurden hier vom 8. April bis zum 9. Mai 1914 archäologische Grabungen durchgeführt und im Januar 1915 legte der Archäologe Richard Berry Seager innerhalb von zwei Wochen 20 Meter vom Meer entfernt einen etwa 40 m mal 150 m großen Friedhof frei. Der Friedhof wurde von der frühminoischen bis in die spätmionoische Zeit (SM I) verwendet. Seager fand 213 Gefäßbestattungen, wobei über den Leichnam in Hockposition ein großer Krug - meist ein Vorratsgefäß - gestülpt wurde. In der Regel wurde ein ausgedientes Gefäß verwendet, doch scheint es auch Gefäße gegeben zu haben, die extra für die Bestattung hergestellt wurden. Des Weiteren fand man sechs Bestattungen in Larnaken, wobei ein seltenes Exemplar aus der frühminoischen Zeit zum Vorschein kam.

Die Bemalung auf den Gefäßen war in dem feuchten Boden erstaunlich gut und besser als in trockenem Boden erhalten. Die meisten Gefäße waren mit Tropfmustern (engl. drip pattern oder trickle style) verziert. Hierbei ließ man die Malfarbe außen am Gefäß herabrinnen.[4]

Kreuzkuppelkirche Agia Fotini

Sehenswertes

  • Kreuzkuppelkirche Agia Fotini (Αγία Φωτεινή) beim Fischerhafen.
  • Beim Ortsteil Vasiliki Richtung Ieraptera fand man an der Ausgrabungsstätte Vasen im bekannten Vassiliki-Stil.
  • In unmittelbarer Nähe nach dem Ortsausgang im Westen liegt die minoische Ausgrabungsstätte Gournia.
  • Etwa einen Kilometer in Richtung Süden beim Ort Monastiraki findet man den Einstieg zur Cha-Schlucht.
  • Südwestlich der Cha-Schlucht liegen die minoischen Ruinen von Halasmenos.
  • In der nördlichen Felswand der Cha-Schlucht befindet sich Katalimata, eine minoische Fluchtburg.

Literatur

The cemetery of Pachyammos, Crete (1916), Archäologischer Bericht über den Fund des minoischen Friedhofs.[5]

Weblink

Einzelnachweise

  1. Angaben des griechischen Innenministeriums (Excel-Tabelle)
  2. http://www.crete.tournet.gr/Pahia_Ammos-ha-12-de.jsp
  3. Harriet Ann Boyd: Gournia. In: Transactions of the Department of Archaeology. Free Museum of Science and Art. Vol. I, Philadelphia 1904-1905, S. 13 (online)
  4. Richard Berry Seager, The Cemetery of Pachyammos, Crete, Philadelphia, 1916 (online)
  5. http://www.archive.org/stream/cemeteryofpachya00seagiala#page/n1/mode/2up

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Pachia Ammos (Begriffsklärung) — Pachia Ammos (griechisch  Παχιά Άμμος = Fülle an Sand) ist der Name verschiedener Orte in Griechenland: ein Dorf auf Kreta in der Präfektur Lasithi, siehe Pachia Ammos ein Strand auf Kreta bei Phalasarna ein Strand auf Samothrake, siehe… …   Deutsch Wikipedia

  • Pachia Ammos (Strand) — Der Strand Pachia Ammos (griechisch  Παχιά Άμμος ) liegt im Süden der Insel Samothraki. Von der Hafenstadt Kamariotissa gelangt man über die gut ausgebaute Straße durch Lakoma und dem kleinen Dorf Dafnes nach etwa 18 Kilometern kurvenreicher …   Deutsch Wikipedia

  • Pachia Amos — Pachia Ammos (auch Pahia Ammos geschrieben) ist ein kleiner Ferienort 20 km östlich von Agios Nikolaos auf der Insel Kreta. Der Ort liegt zwischen den Ortschaften Amoudara und Moulina, direkt am Golf von Mirabello. Der Name bedeutet dichter Sand… …   Deutsch Wikipedia

  • Pahia Ammos — Pachia Ammos (auch Pahia Ammos geschrieben) ist ein kleiner Ferienort 20 km östlich von Agios Nikolaos auf der Insel Kreta. Der Ort liegt zwischen den Ortschaften Amoudara und Moulina, direkt am Golf von Mirabello. Der Name bedeutet dichter Sand… …   Deutsch Wikipedia

  • Pahiá Àmmos — Der Strand Pachia Ammos (griechisch  Παχιά Άμμος ) liegt im Süden der Insel Samothrake. Von der Hafenstadt Kamariotissa gelangt man über die gut ausgebaute Straße durch Lakoma und dem kleinen Dorf Dafnes nach etwa 18 Kilometern kurvenreicher Berg …   Deutsch Wikipedia

  • Falasarna — Küste bei Phalasarna Phalasarna (griechisch Φαλάσαρνα (f. sg.)) bezeichnet eine Hafenstadt des Altertums an der Westküste der griechischen Insel Kreta. Die Ausgrabungsstätten der antiken Stadt liegen etwa acht Kilometer westlich der Stadt… …   Deutsch Wikipedia

  • Falassarna — Küste bei Phalasarna Phalasarna (griechisch Φαλάσαρνα (f. sg.)) bezeichnet eine Hafenstadt des Altertums an der Westküste der griechischen Insel Kreta. Die Ausgrabungsstätten der antiken Stadt liegen etwa acht Kilometer westlich der Stadt… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Autobahnen in Griechenland — Dies ist eine Liste aller griechischen Autobahnen. Verläufe der Autobahnen auf dem griechischen Festland …   Deutsch Wikipedia

  • Ierapetra — Infobox Greek Dimos name = Ierapetra name local = Ιεράπετρα caption skyline = View over the main boulevard city city lat deg = 35 lat min = 0 lon deg = 25 lon min = 44 elevation min = 0 elevation max = 18 periph = Crete prefec = Lasithi districts …   Wikipedia

  • List of settlements in the Lasithi prefecture — These are a list of settlements in the Lasithi prefecture, Greece.A B*Achladia *Adravasti *Adrianos *Agia Pelagia *Agia Varvara *Agios Charalampos *Aghia Fotia, east of Ierapetra *Agia Fotia, east of Sitia *Agia Triada *Agios Antonios *Agios… …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”