Schachnerit


Schachnerit
Schachnerit
Chemische Formel Ag1,2Hg0,8
Mineralklasse Elemente - Metalle und intermetallische Legierungen
1.AD.15 (8. Aufl. I/A.02-050) (nach Strunz)
1.1.8.2 (nach Dana)
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse 6/mmm
Farbe silbergrau-metallisch
Strichfarbe silberweiß-metallisch
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm3) 13,52
Glanz metallisch
Transparenz opak
Bruch
Spaltbarkeit undeutlich
Habitus

Schachnerit ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Elemente, genauer der Metalle und intermetallischen Verbindungen. Es kristallisiert im hexagonalem Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Ag1,2Hg0,8 und bildet Kristalle bis zu 1 cm Größe.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Geschichte

Schachnerit wurde erstmals 1972 von E. Seeliger und A. Mücke der Typlokalität, der Vertrauen zu Gott-Quecksilbermine am Moschellandsberg in der Nähe von Obermoschel in Rheinland-Pfalz (Deutschland) gefunden. Es ist nach der deutschen Mineralogin Doris Schachner benannt.

Klassifikation

In der Systematik nach Strunz wird Schachnerit zu den Metallen und intermetallischen Verbindungen, einer Untergruppe der Elemente gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Belendorffit, Bleiamalgam, Eugenit, Goldamalgam, Kolymit, Luanheit, Moschellandsbergit, Potarit, Quecksilber, Paraschachnerit und Weishanit eine Gruppe. In der 9. Auflage bildet es mit Eugenit, Luanheit, Moschellandsbergit, und Paraschachnerit eine Untergruppe der Quecksilber-Amalgam-Familie.

In der Systematik nach Dana bildet es mit Bleiamalgam, Goldamalgam, Luanheit, Moschellandsbergit, Eugenit, Paraschachnerit und Weishanit eine Untergruppe (Silber-Amalgam-Legierungen) der metallischen Elemente außer den Platinmetallen.[1]

Bildung und Fundorte

Schachnerit bildet sich oxidierenden Bedingungen durch die Alterung von Moschellandsbergit. Es ist vergesellschaftet mit Paraschachnerit, Akanthit, Quecksilber, Limonit, Ankerit, Argentit und Cinnabarit.

Neben der Typlokalität sind Funde aus Radnice in Tschechien, Allemond im Département Isère (Frankreich), Moctezuma in Mexiko, Baschkortostan in Russland, Dobšiná und Kremnica in der Slowakei, Sala in Schweden sowie Clark County im US-Bundesstaat Nevada bekannt.

Kristallstruktur

Schachnerit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P63/mmc mit den Gitterparametern a = 2,978 Å und c = 4,842 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. New Dana Classification of Native Elements

Literatur

  • Schachnerit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).
  • E. Seeliger und A. Mücke : Schachnerite, Ag1,2,Hg0.8, und Schachnerite, Ag1,1Hg0,9, vom Landsberg bei Obermoschel, Pfalz. In: Neues Jahrb. Mineral. Abhandl., 1972, 117, 1-18. Abstract in: American Mineralogist, 1973, 58, S. 347 (engl., pdf).

Weblinks


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