Sommerbiwak (Hannover)

Das Sommerbiwak ist ein Sommerfest, das von der 1. Panzerdivision und der Landeshauptstadt Hannover im Stadtpark Hannover ausgerichtet wird. 2011 findet die Veranstaltung zum 38. Mal statt. Das Sommerbiwak verfolgt das Ziel, die Verbundenheit zwischen der Bundeswehr, der Stadt Hannover und ihrer Bevölkerung zu stärken.

Inhaltsverzeichnis

Namensherkunft und Rahmen

Das als Biwak bezeichnete Sommerfest findet im Stadtpark mit Zelten, Bühnen und Tanzflächen statt, an denen Künstler und Musiker auftreten. Während der Veranstaltung ist der Stadtpark nicht öffentlich zugänglich.

Die Veranstaltung wird regelmäßig von 5.000 bis 6.000 geladenen Gästen und Ehrengästen besucht. Einzelne Ehrengäste sprechen zur Eröffnung. 2010 waren dies unter anderem Ministerpräsident David McAllister, Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler und der hannoversche Bürgermeister Bernd Strauch [1] [2]. Neben dem hannoverschen Opernball und dem niedersächsischen Landespresseball gehört das Sommerbiwak zu den gesellschaftlichen Höhepunkten Hannovers. Angesichts der Proteste und der massiven Polizeipräsenz ist die Teilnahme auch ein Bekenntnis zur Bundeswehr[3].

Kritik und Proteste

Die Kritik aus pazifistischen und linken Kreisen entzündet sich an der Tatsache, dass hier für eine militärische Einrichtung ein vergnüglicher Rahmen zur Selbstdarstellung geschaffen wurde [4]. Besonders empört sie die Tatsache, dass die von Grünen und SPD regierte Stadt Hannover als Mitveranstalter auftritt[5] . Neben den legalen Demonstrationen greifen die Gegner des Sommerbiwaks zu Mitteln wie gewaltfreien Happenings[6], aber auch, wie zuletzt 2010, zu Farbbeutelanschlägen auf ein SPD-Büro und eine Polizeistation [7] bis hin zu einem Brandanschlag auf den Rosenpavillon des Stadtparks, der dadurch völlig zerstört wurde[8]. Das Sommerbiwak zieht alljährliche autonome Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet an und muss mit aufwendigen Polizeimaßnahmen geschützt werden. Während der Rede von McAllister versuchten Mitglieder der Landtagsfraktion der Linken, darunter der Landtagsabgeordnete Manfred Sohn, sich zu entblößen[9]. Im Juni 2011 bekam die Gewalt mit einem Farbbeutelanschlag auf die private Wohnung eines unbeteiligten Leutnants der Reserve eine neue Dimension[10].

Einzelnachweise

  1. 5500 Gäste beim Sommerbiwak in Hannover HAZ vom 8. August 2010
  2. auch Ein Fest mit Freunden Taz vom 8. August 2010
  3. Zitat von einer Website der Biwaksgegner: Während die beiden Demozüge unterwegs waren, wurde die Hauptkundgebung fortgesetzt. Diese wurde zum Gäste bepöbeln und mit blutigen Händeattrappen bewerfen genutzt und endete mit einer kleinen Farbeierwurfshow auf eine Guttenberg-Soldaten-Puppe. [1]; abgerufen am 11. Januar 2011
  4. [2] Zitat von der Website der Biwaksgegner: „LA LUNA“! Je blutiger das Gemetzel des Krieges, desto romantischer das Motto des Kriegsfestes.
  5. [3] Zitat von der Website der Biwaksgegner: Wenn der hannoversche Oberbürgermeister in seinem alljährlichen Grußwort zum Sommerbiwak erklärt, dies sei eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Beziehungen zwischen Wirtschaft, Militär und Politik zu pflegen und zu verbessern, so hat er Recht: Hier kommt zusammen, was zusammen gehört. Wenn am 07. August August 2010 die 1. Panzerdivision mit 6000 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Militär feiern will, dann ist dies unsere Möglichkeit, denjenigendiejenigen, die von Krieg und Ausbeutung profitieren, mit sichtbarem und hörbarem Protest und Widerstand zu konfrontieren. Sie feiern, damit sie Krieg führen können! Vermiesen wir ihnen ihr Fest!
  6. Demonstranten beschmieren sich mit roter Farbe und stellen sich tot HAZ vom 8. August 2010
  7. Biwak-Gegner bekennen sich zu Anschlägen HAZ vom 5. August 2010
  8. Rosenpavillon im Stadtpark angezündet HAZ vom 22. Juni 2010
  9. Protest mit Kunstblut gegen Sommerbiwak in Hannover HAZ vom 8. August 2010; hierzu auch die Website der Linken-Abgeordneten Kreszentia Flauger
  10. Farbanschlag auf Reserveoffizier in Hannover, Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 28. Juni 2011

Weblinks


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