Spyker Cars


Spyker Cars
Spyker Cars
Spyker Emblem.svg
Rechtsform N.V. (Naamloze Vennootschap)
ISIN NL0000380830
Gründung 1999
Sitz Zeewolde, Niederlande
Leitung Victor R. Muller
Branche Automobilhersteller
Website www.spykercars.com
Schriftzug

Spyker Cars N.V. [ˈspɛi̯ːkəʁ] war ein niederländisches Unternehmen, das exklusive Sportwagen baute und sich auch kurze Zeit in der Formel 1 engagierte. Das Firmenmotto (siehe Emblem) lautete: „Nulla tenaci invia est via“ (lateinisch für für den Hartnäckigen ist kein Weg unpassierbar). Das Unternehmen berief sich auf die Tradition des ehemaligen Herstellers Spyker.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Spyker C8
Der in Spyker F1 umbenannte und umlackierte Midland F1

1999 wurde die Sportwagen-Manufaktur von dem Multimillionär Victor R. Muller unter dem Namen Spyker Automobielen beziehungsweise Spyker Cars wiederbelebt.

Als Partner bei Entwicklung, Design und Produktion beteiligte sich auch die Wilhelm Karmann GmbH. Die Produktionsstätte für Renn- und Straßenautos wurde in Zeewolde aufgebaut und in einer Kleinserie wird seit Herbst 2005 der Sportwagen C8 Spyker gefertigt. Aus Kostengründen wird die Montage der Straßenautos seit Ende 2009 bei einer Fremdfirma in Coventry durchgeführt. Mittels einer Webcam kann der Kunde den Bau seines Fahrzeugs über das Internet verfolgen.

Im September 2006 kaufte Spyker den Formel-1-Rennstall Midland F1 und ging 2007 als Spyker F1 an den Start. Das Team wurde jedoch nach einem Jahr infolge finanzieller Schwierigkeiten wieder verkauft und tritt nun als Force India an.

Nachdem der schwedische Sportwagenhersteller Koenigsegg von einer Übernahme der Saab Automobile Abstand genommen hatte, brachte sich im Dezember 2009 Spyker als Kaufinteressent ins Gespräch. Am 26. Januar 2010 gab der Alteigentümer General Motors den Abschluss eines verbindlichen Vertrages über den Verkauf von Saab Automobile an Spyker bekannt.[1] Das Unternehmen wurde in eine Nachfolgegesellschaft namens Saab Spyker Automobile überführt, an der General Motors Vorzugsaktien im Wert von 324 Millionen US-Dollar (USD) erhielt.[2]

Im Februar 2011 teilte die Spyker mit, das verlustbringende Sportwagengeschäft an private Investoren veräußern zu wollen. Man plane fünfzehn Millionen Euro bei Eigentumsübergang zu erlösen und könne mit bis zu siebzehn Millionen Euro am zukünftigen Unternehmenserfolg partizipieren. Damit sollen Verschuldung und zukünftiger Kapitalbedarf reduziert werden, außerdem wolle man sich auf die Beteiligung Saab konzentrieren. Die Transaktion solle innerhalb von sechs Monaten in Form eines Verkaufs sämtlicher Aktiva des Sportwagengeschäfts (Asset Deal) abgewickelt werden.[3]

Ende März 2011 begannen Zulieferer wegen Außenständen der Tochter Saab die Lieferung von Komponenten an deren Montagewerk Trollhättan einzustellen. Saab musste daraufhin in der ersten Aprilwoche die Automobilmontage temporär stoppen.[4] Nach dem Scheitern Saabs, durch Verkauf von Aktiva wieder liquide zu werden, versuchte Spyker chinesische Investoren anzusprechen. Ein Anfang Mai bekanntgegebener Einstieg des Autobauers Huatai Motors kam in Folge fehlender Genehmigungen nicht zu Stande. Am 16. Mai trat stattdessen der Autohandelskonzern Pang Da als potentieller Investor in Erscheinung und kündigte an, sich mit 24 Prozent an Spyker beteiligen zu wollen.[5] Am 16. Juni 2011 änderte Spyker Cars N.V. seinen Namen in Swedish Automobile N.V..

Verkauf von Spyker Cars

Am 29. September 2011 teilte Swedish Automobile mit, das man sich mit dem US-Investor North Street Capital auf eine Übereinkunft zum Kauf des Sportwagenbauers Spyker geeinigt hat. Der anvisierte Kaufpreis soll bei 32 Mio. € liegen. Mit dem Erlös sollen noch offene Schulden beim Investmentfonds Tenaci Capital beglichen werden. Victor Muller der bisher Spyker Cars leitete, soll auch nach der Übernahme die Führung des Unternehmens behalten.[6]

Verkauf von Saab Automobile

Am 28. Oktober 2011 wurde bekannt, das die beiden chinesischen Unternehmen Youngman und Pang Da 100 Prozent der Anteile an Saab von der Muttergesellschaft Swedish Automobile für 100 Millionen Euro übernehmen wollen.[7]

Modelle

  • C8 Laviolette (geschlossen, benannt nach dem ehemaligen Spyker-Techniker Joseph Laviolette)
  • C8 Spyder (Roadster)
  • C8 Spyder T (Turbo)
  • Spyker C8 Double 12 S (langer Radstand)
  • C8 Aileron
  • Spyker C12
  • Spyker C12 Zagato (Kleinserie von 24 Stück, 2008)

Prototypen

  • Spyker D12 Peking-to-Paris
  • Spyker C12 La Turbie (benannt nach dem 1922 von Spyker gewonnenen Bergrennen La Turbie)

Weblinks

 Commons: Spyker Cars Fahrzeuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Pressemitteilung GM (26. Januar 2010): GM Reaches Agreement to Sell Saab to Spyker (Englisch). Abgerufen am 26. Januar 2010. Pressemitteilung SAAB vom 26. Januar 2010
  2. GM verkauft angeschlagene Tochter - Saab geht an niederländische Firma Spyker. Tagesschau.de (26. Januar 2010). Abgerufen am 29. Januar 2010.
  3. Pressemitteilung des Spyker Cars N.V. zum geplanten Verkauf des Sportwagengeschäfts (Englisch). Abgerufen am 1. April 2011.
  4. Saab produziert vorerst nicht mehr. manager-magazin.de (7. April 2011). Abgerufen am 30. April 2011.
  5. Saab spielt die letzte chinesische Karte aus. Handelsblatt. Abgerufen am 16. Mai 2011.
  6. http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/autoindustrie/:saab-schwester-amerikaner-schnappen-sich-spyker-sportwagen/60110251.html
  7. Mögliche Rettung. Chinesen kaufen Saab. Meldung bei Financial Times Deutschland vom 28. Oktober 2011.

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