Abtei Saint-Aubin d’Angers

Die Abtei Saint-Aubin d‘Angers war ein Kloster in Angers, Frankreich, das im 6. oder 7. Jahrhundert gegründet wurde und bis zur Französischen Revolution bestand.

Geschichte

Die Abtei Saint-Aubin entwickelte sich aus einer Grabkirche (memoria), die errichtet worden war, um den Sarkophag von Aubin, Bischof von Angers 529-550, aufzunehmen. Dieser war in einer cellula angusta untergebracht worden, wo er auf die Errichtung der Basilika wartete, die zwischen 550 und 576 geschah. Die nova basilica erhielt bald den Namen Saint-Aubin, wovon auch Gregor von Tours in seinen Libri historiarum X (l. VI, 16) berichtet.

An der Kirche entwickelte sich noch im 6. Jahrhundert oder zu Beginn des 7. Jahrhunderts eine Mönchsgemeinschaft. Im Jahr 616 erwähnt Bertrand, Bischof von Le Mans, klösterliche Aktivitäten (venerabile Bobeno abbate de basilica sancti Albini), im 9. oder 10. Jahrhundert folgt ihm der Autor der ersten Vita S. Magnobodi (abbas vocabulo Niulphus qui coenobium). Im Jahr 1997 zeigten Ausgrabungen, dass um diese Zeit der Ehrenhof des Klosters als Friedhof genutzt wurde. Saint-Aubin bekam definitiv seinen Status als Abtei mit der Rückkehr der Mönche nach den Normanneneinfällen im Jahr 966 (Cartulaire de Saint-Aubin, Nr. 18).

Die Abteikirche wurde 1811 abgerissen, um die Place Michel-Debré anzulegen, und das Kloster wurde in die neue Präfektur des Départements Maine-et-Loire integriert. Der befestigte Glockenturm, die Tour Saint-Aubin in der Rue des Lices, der etwas abseits stand und persönliches Eigentum des jeweiligen Abtes war, blieb erhalten.

Die Tour Saint-Aubin in Angers

Tour Saint-Aubin

Der Glockenturm der Abtei Saint-Aubin stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist damit jüngeren Datums als das benachbarte Kloster. Er dominiert mit seinen 54 Metern Höhe die Innenstadt von Angers. Im Mittelalter diente er als Turm für die Nachtwache. Er ist eine kleine Festung mit Schießscharten und Brunnen. 1862 wurde er als Monument historique klassifiziert.

Literatur

  • A. Picard: Cartulaire du Saint-Aubin, Paris, 1903, online
  • François Comte et Jean Siraudeau, Documents d'évaluation du patrimoine archéologique des villes de France, « Angers », Centre National d'Archéologie Urbaine, Tours, 1990
  • François Comte, « Le territoire d’Angers du dixième au treizième siècle : naissance des bourgs et faubourgs monastiques et canoniaux », in : Anjou, Medieval Art, Architecture and Archaeology, Conference Transactions XXVI, The British Archaeological Association, Leeds, 2003
  • Luce Pietri, « Angers » dans Luce Pietri et Jacques Biarne, Topographie chrétienne des cités de la Gaule, t. V., « Province ecclésiastique de Tours (Lugdunensis Tertia) », De Boccard, Paris, 1987, p. 67-81
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