Abtei Saint-Genis-des-Fontaines
Die Abteikirche Saint-Michel
Altarretabel der Abteikirche Saint-Michel
Das Portal der Westfassade

Die Abtei Saint-Génis-des-Fontaines befindet sich in der gleichnamigen französischen Gemeinde Saint-Génis-des-Fontaines in der Region Languedoc-Roussillon, Département Pyrénées-Orientales.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Abtei wurde um das Jahr 778 gegründet. In einer Urkunde aus dem Jahr 819 wird der Abt Sentimir als Gründer des Klosters genannt.

In den Jahren von 855 bis 865 wird das Kloster von nordgermanischen Normannen geplündert und zerstört.

Eine Urkunde vom 9. Juli 981 bestätigt die vollständige Wiederherstellung der Gebäude unter König Lothar von Frankreich.

Unter dem Schutz der Grafen des Roussillon und später des Königs von Aragonien erlebt die Abtei in den folgenden Jahrhunderten einen bemerkenswerten Aufschwung.

Im späten 15. Jahrhundert verliert die Klosteranlage allmählich an Bedeutung und wird schließlich im Jahr 1507 dem Kloster Montserrat angebunden.

Zur Zeit der französischen Revolution im Jahr 1789 müssen die letzten Mönche das Kloster verlassen.

Alle Besitztümer der Abtei, der Kreuzgang sowie Nebengebäude, werden zu dieser Zeit verkauft. Die Abteikirche wird im Jahr 1846 zur Gemeindekirche Saint-Michel.

Die Abteikirche Saint-Michel

Die heutige Abteikirche wurde im 10. Jahrhundert auf den Fundamenten der Vorgängerkirche erbaut, was man heute noch an alten Mauerfragmenten im Inneren der Kirche erkennen kann.

Die ursprünglich mit einem hölzernen Dachstuhl erbaute Kirche erhielt im 12. Jahrhundert ein Tonnengewölbe.

Im Kirchenraum befinden sich mehrere barocke Altaraufsätze und ein hölzernes zentrales Altarbild aus dem 17. Jahrhundert.

Die Westfassade

Besondere Beachtung verdient der Türsturz des Kirchenportals aus weißem Céret-Marmor, ein Meisterwerk romanischer Bildhauerkunst, auf dem erstmals eine Datierung zu finden ist. Die Datumsangabe und eine Widmung in lateinischer Schrift sind über den Reliefdarstellungen eingemeißelt. Als Herstellungsdatum wurde der Zeitraum zwischen den Jahren 1019 und 1020 ermittelt. In der Mitte des Türsturzes befindet sich die Majestas Domini in einer perlengeschmückten Mandorla, getragen von zwei Erzengeln, eingerahmt von je drei unter Arkaden stehenden Figuren. In der Fassade um das Portal sind mehrere Grabsteine eingemauert.

Die Inschrift des Türsturzes:

Das 24ste Jahr der Herrschaft von König Robert, Guillaume, Abt durch Gottes Gnaden befahl dieses Werk zu Ehren von Saint Genis, für das Kloster, das Fontaines heißt, zu schaffen.

Grabsteine links neben dem Portal:

  • Grabstein des Klosterbruders Berenguer, gestorben am 6. Juni 1307, und seiner Schwester Mathia.
  • Grabstein von Dulce de Mont-Roig, gestorben am 5. Dezember 1271.
  • Grabstein ohne Inschrift mit der Darstellung eines Verstorbenen, liegend, die Arme auf der Brust verschränkt.

Grabsteine rechts neben dem Portal:

  • Grabstein des Klosterbruders Miguel Mesner, von 1271 bis 1281, gestorben am 6. April 1307.
  • Grabstein von Ramon de Pollestres mit nicht mehr lesbarer Inschrift.

Der Kreuzgang

Der heutige Kreuzgang an der Nordostseite der Abteikirche wurde laut einer erhalten gebliebenen Inschrift im Jahr 1271 vollendet. Durch den Verkauf nach der französischen Revolution war der Kreuzgang Anfang des 20. Jahrhunderts auf mehrere Eigentümer verteilt. Im Jahr 1924 wurde der Kreuzgang zu drei Vierteln an einen Pariser Antiquitätenhändler verkauft. Dieser baute seinen Teil ab und verkaufte Pfeiler, Kapitelle und Bögen teilweise an ein Museum in Philadelphia (USA). Weitere Teile gelangten in den Louvre nach Paris und in ein Kloster der Gemeinde Les Mesnuls im Département Yvelines in der Nähe von Paris. Nach Rückkauf oder Rückgabe, zumindest der in Frankreich verbliebenen Teile, wurde der Kreuzgang von 1986 bis 1994 renoviert, wobei fehlende Elemente durch originalgetreue Neuanfertigungen ersetzt wurden.

Durch die Verwendung von verschiedenen Marmorsorten erhält der Kreuzgang sein einzigartiges Aussehen. So wurde weißer Marmor aus Céret, rosafarbener Marmor aus Villefranche-de-Conflent und schwarzer Marmor aus Baixas verarbeitet.

Siehe auch

Galerie

Weblinks

42.5435194444442.92206388888897Koordinaten: 42° 32′ 37″ N, 2° 55′ 19″ O


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