Abtei St. Bonifaz (München)
Abteikirche St. Bonifaz
Innenraum vor 1944
Der Eingangsbereich zum Kloster

Die Abtei St. Bonifaz in der Münchner Maxvorstadt ist ein Benediktinerkloster im Rang einer Abtei.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Kloster wurde 1835 vom bayerischen König Ludwig I. gegründet, der durch die Einrichtung neuer Klöster die Tradition des geistlichen Lebens neu beleben wollte. 1850 konnte das Kloster, entworfen vom Architekten Georg Friedrich Ziebland, feierlich eingeweiht werden. Der Eingang der Kirche diente für Leo von Klenze als Vorbild für den Entwurf der Kathedrale St. Dionysius Areopagita in Athen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das in unmittelbarer Nähe südlich des Königsplatzes gelegene Kloster schwer beschädigt und später nur teilweise wieder aufgebaut. Auf dem Gelände von St. Bonifaz wurde in den 1990er Jahren außerdem die Katholische Hochschulgemeinde der TU München untergebracht.

St. Bonifaz liegt in der Stadt, was für ein Benediktinerkloster eher ungewöhnlich ist. Zur materiellen Versorgung der Mönche kaufte Ludwig I. das 1803 säkularisierte Kloster Andechs einschließlich der zugehörigen landwirtschaftlichen Flächen und schenkte es der Abtei; Kloster Andechs ist heute ein von St. Bonifaz abhängiges Priorat.

Arbeitsgebiete der Mönche sind die Seelsorge in der Pfarrei, wissenschaftliche Arbeit und Bildungsarbeit und die Betreuung von Obdachlosen. Abt ist Johannes Eckert, der am 23. Juli 2003 von den Mönchen des Konvents zum Nachfolger des langjährigen Abts Odilo Lechner gewählt worden ist.

Die Abtei St. Bonifaz gehört der Bayerischen Benediktinerkongregation an.

In der Basilika St. Bonifaz ist Ludwig I. begraben.

Äbte

Orgel

Bemerkenswert ist die Basilikaorgel von St. Bonifaz, die in den Jahren 1976-1977 von der Orgelbaufirma Muhleisen (Straßburg) erbaut wurde. Das Instrument hat 51 Register. Der Klang ist außerordentlich schön, begünstigt dadurch, dass die Orgel auf dem Boden der Kirche steht. Die Disposition orientiert sich an französisch-symphonischen Orgel; eine Besonderheit sind die beiden Zungenregister Vox humana 8’ (Nr. 13) und Cromorne 8’ (Nr. 40), deren Mensuren nach Andreas Silbermann angelegt sind.[1]

I Grand Orgue C–a3

1. Harfenprinzipal 16'
2. Prinzipal 8'
3. Koppelflöte 8'
4. Großquinte 51/3'
5. Prinzipal 4'
6. Spitzflöte 4'
7. Großterz 31/5'
8. Oktave 2'
9. Kornett V (ab c1) 8'
10. Mixtur IV 11/3'
11. Zymbel III 2/3'
12. Trompete 8'
13. Vox humana 8'
Tremulant
II Récit C–a3
14. Bourdon 16’
15. Prinzipal 8'
16. Flute harmonique 8'
17. Gemshorn 8’
18. Vox coelestis (ab c1) 8’
19. Prinzipal 4'
20. Hohlflöte 4'
21. Nazard 22/3'
22. Traversflöte 2'
23. Terz 13/5'
24. Superoktave 1’
25. Mixtur III-IV 2'
26. Fagott 16'
27. Trompette harmonique 8'
28. Oboe 8'
29. Clairon 4'
Tremulant
III Positif C–a3
30. Gedeckt 8'
31. Quintviola 8'
32. Prinzipal 4'
33. Rohrflöte 4'
34. Nazard 22/3
35. Terz 13/5'
36. Schwiegel 2'
37. Quinte 11/3'
38. None 4/9'
39. Zimbel III 1’
40. Cromorne 8'
Tremulant
Pédale C–f1
41. Prinzipal 16’
42. Subbaß 16’
43. Quinte 102/3'
44. Oktavbaß 8’
45. Rohrgedackt 8’
46. Choralbaß 4'
47. Nachthorn 2'
48. Mixtur IV 4’
49. Bombarde 16'
50. Trompete 8’
51. Clairon 4'

Literatur

  • Brigitta Klemenz (Hrsg.): Lebendige Steine. St. Bonifaz in München, 150 Jahre Benediktinerabtei und Pfarrei; eine Ausstellung der Benediktinerabtei St. Bonifaz München und Andechs und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs zum 150. Jubiläum der Gründung durch König Ludwig I.; München, 17. November 2000 bis 14. Januar 2001. Archiv der Abtei St. Bonifaz, München 2000, ISBN 3-921635-60-8 (Ausstellungskataloge der Staatlichen Archive Bayerns; 42).

Einzelnachweise

  1. Näheres auf der Website der Kirchengemeinde

Weblinks

 Commons: Abtei St. Bonifaz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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