Abtei im Eichwald
 
Abtei im Eichwald
Caspar David Friedrich, 1809-10
Öl auf Leinwand, 110 cm × 171 cm
Alte Nationalgalerie

Abtei im Eichwald ist ein Gemälde von Caspar David Friedrich. Es entstand zwischen 1808 und 1810 in Dresden und wurde gemeinsam mit dem Bild Der Mönch am Meer auf der Berliner Akademieausstellung von 1810 ausgestellt. Auf Wunsch des Malers wurden die Bilder nicht nebeneinander, sondern übereinander aufgehängt Der Mönch am Meer sollte über der Abtei im Eichwald hängen[1]. Nach der Ausstellung wurden die beiden Bilder von König Friedrich Wilhelm III für seine Sammlung gekauft[2]. Heute befinden sich die Gemälde nebeneinander in der Alten Nationalgalerie in Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Das Gemälde entstand in einer Zeit erster öffentlicher Anerkennung und Erfolge für Friedrich. Hauptsächlich die Diskussion um den Tetschener Altar hatte ihn einem breiten Publikum bekannt gemacht. Das Bild rief sowohl Anerkennung als auch Ablehnung hervor.

Obwohl Friedrichs Bilder Naturlandschaften darstellen, komponierte und malte er sie in seinem Atelier. Hierfür benutzte er jedoch im Freien entstandene Skizzen. Er entnahm diesen einzelne Elemente und setzte sie neu zusammen, um dadurch eine bestimmte Stimmung oder ein Gefühl beim Betrachter zu erreichen. Bei der Abtei im Eichwald benutzte er Studien der Klosterruine Eldena, die auch in anderen Bildern Friedrichs wieder auftaucht. Ebenso finden sich die Bäume in leicht veränderter Form auf verschiedenen anderen Werken wieder.

Die Abtei im Eichwald dürfte Friedrich nach einem Aufenthalt in Rügen in Neubrandenburg im Juni 1809 begonnen haben[3]. Kurz vor der Akademieausstellung in Berlin im September 1810 beschrieb Carl Friedrich Frommann das Bild, mit untergehender Sonne und Halbmond, nachdem er das fast fertige Bild am 24. September 1810 gesehen hatte.[4]

Bildmotiv

In der Mitte sieht man eine Reihe von Mönchen in Richtung eines gotischen Kirchenportals gehen, einige von ihnen tragen einen Sarg. Die Prozession ist nur von zwei Kerzenlichtern beleuchtet. Auf dem schneebedeckten Boden im Vordergrund sind noch ein geöffnetes Grab und mehrere Kreuze zu erkennen. Das untere Drittel des Bildes liegt im Dunkeln. Die von rechts in das Bild scheinende Sonne beleuchtet nur den oberen Teil des Portals und die um die Ruine stehenden kahlen Eichen. Am Himmel ist die Sichel des zunehmenden Monds zu sehen. Im Maßwerk des Kirchenfensters sitzt ein Käuzchen.

Literatur

  • Heinz-Georg Held: Romantik, Dumont, Köln 2003; ISBN 3-8321-7601-2
  • Norbert Wolf: Friedrich, Taschen, Köln 2003; ISBN 3-8228-1958-1
  • H. Th. Schulze Altcappenberg: An der Wiege der Romantik, Caspar David Friedrichs Jahreszeiten von 1803, Staatliche Museen zu Berlin 2006; ISBN 3-88609-561-4
  • Caspar David Friedrich: Die Briefe. Hrsg. und komm. von Herrmann Zschoche. ConferencePoint Verlag, Hamburg 2005; ISBN 3-936406-12-X.
  • Helmut Börsch-Supan & Karl Wilhelm Jähnig: Caspar David Friedrich. Gemälde, Druckgraphik und bildmäßige Zeichnungen, Prestel Verlag, München 1973; ISBN 3-7913-0053-9

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Held: Romantik , 2003, S. 81
  2. Friedrich, Norbert Wolf, Taschen, S.31
  3. Helmut Börsch-Supan / Karl Wilhelm Jähnig: Caspar David Friedrich. Gemälde, Druckgraphik und bildmäßige Zeichnungen, Prestel Verlag, München 1973, S. 304
  4. Die Briefe / Caspar David Friedrich. S.66

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