11833

Eine Telefonauskunft dient dazu, telefonisch Telefonnummern, Faxnummern oder IP-Telefonie-Nummern von verzeichneten Teilnehmern zu erfragen. So genannte Mehrwertdienste bieten darüber hinaus auch Auskünfte zu Adressen, Fachgeschäften, Restaurants etc., sowie die Möglichkeit, sich mit der gewünschten Rufnummer verbinden zu lassen. Die Inverssuche war zeitweise verboten, ist aber seit 2004 wieder zulässig. Darüber hinaus haben die meisten Auskunftsdienste die Möglichkeit, bei Anrufen aus dem Mobilfunk die gewünschte Rufnummer per SMS zu versenden.

Inhaltsverzeichnis

Deutschland

Zu Zeiten der Deutschen Bundespost gab es nur zwei derartige öffentlichen Dienste: die Inlandsauskunft und die Auslandsauskunft. Die Inlandsauskunft war über die Telefonnummer 118 (später 01188), die Auslandsauskunft über die Nummer 00118 erreichbar. Mit der Privatisierung hat die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA) auch andere Anbieter zugelassen, die derartige Dienste anbieten können. Im Zuge dessen wurden Auskunftsdiensten der Nummernraum 118XX zugewiesen. Als Reserve bei vollständiger Ausschöpfung der 5-stelligen Rufnummern wurde seitens der BNetzA der Nummernraum 1180XX reserviert.

Zum 21. November 2003 waren bei der Regulierungsbehörde 38 Anbieter für Inlands- und sechs für Auslandsauskünfte registriert. Derzeit bekannteste und älteste aus den ehemaligen Staatsbetrieben und dem sog. "Fräulein / Frollein vom Amt" hervorgegangene Auskunft ist die 11833 der Deutschen Telekom.

Auf Grund der seit ca. Ende 2005 herrschenden Ressourcenknappheit fanden Konsultationen der BNetzA mit Marktteilnehmern statt. Ein besonderes Problem, das zu dieser Knappheit geführt hat ist, dass zahlreiche Anbieter ihre durch die BNetzA zugeteilten Rufnummern für Auskunftsdienste als einprägsamen Zugang zu telefonischen Mehrwertdiensten einsetzen. Die angebotenen Mehrwertdienste sind dabei insbesondere im Bereich der Erwachsenenunterhaltung angesiedelt, ein wesentlich kleinerer Anteil sind sonstige Informationsdienste. Anstelle einer langen Rufnummer wird dabei die Kurzwahl eines bestimmtes Auskunftsdienstes genannt und der Anrufer aufgefordert, nach einem bestimmten Stichwort zu fragen. Die Weitervermittlungsquoten schwanken je nach Auskunftsdienst zwischen 0% und 98%. Manche Anbieter bieten grundsätzlich keine Weitervermittlung an.

Die Ressourcen 118XX und 1180XX sind Kurzwahlnummern gemäß der Definition der BNetzA.

Auskunftsrufnummern werden von der BNetzA auf Antrag zugeteilt, der Nutzungszweck für die jeweilige Rufnummer ist der BNetzA anzuzeigen. Teilweise werden Auskunftsdienste vollautomatisch oder halbautomatisch (beispielsweise mit Operator-Callback im Fall von Problemen) erbracht. Einige Anbieter haben fremdsprachliche Auskunftsdienste eingeführt. Darüber hinaus sind mehrere Auskunftsdienste auch vom Mobiltelefon aus per WAP oder SMS erreichbar. Der WAP-Dienst ist in der Regel ein vollautomatischer Datendienst, während Auskunftsanfragen per SMS teilweise durch Agenten erbracht werden.

Bei dem deutschen Auskunftsmarkt handelt es sich um ein Duopol, bei dem die Deutsche Telekom über 50% und die telegate ein Drittel des Marktanteils hat. Durch hohe Werbeausgaben schaffen es diese Anbieter auch den Markt gegenüber Neueinsteiger abzuschotten. Durch hohe Margen ist der Markt zumindest für die telegate hochprofitabel (vgl. Geschäftsberichte und Veröffentlichungen). Durch hohe Auskunftskosten und die kostenlose Internetauskunft hat der Auskunftsmarkt aber ein relativ schlechtes Konsumentenimage. Dies führte zu enormen Rückgängen im Auskunftsvolumen. Seit der Marktliberalisierung Ende der 90er Jahre verkleinerte sich das Auskunftsvolumen in Deutschland um mehr als die Hälfte auf ungefähr 250 Millionen Anrufe/Jahr.

Mit dem 24. März 2009 wurde die zentrale Rufnummer 115 für Behördenauskünfte eingeführt, die zunächst von einigen Städten und Landkreisen betrieben wird.

Schweiz

In der Schweiz wurde die Telefonauskunft per 1. Januar 2007 liberalisiert, um die nötigen Rahmenbedingungen zur Förderung des Wettbewerbs und um Preistransparenz zu schaffen. Die ehemaligen Auskunftsnummern 111 und 115x (internationale Auskünfte) wurden am 31. Dezember 2006 definitiv eingestellt. Die nationalen und internationalen Auskunftsdienste sind seit der Deregulierung ausschliesslich über 18xy-Kurznummern erreichbar. Die Nummern werden vom BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) vergeben.

Am 1. Januar 2007 waren 18 Auskunftsdienste beim BAKOM registriert, Anfang 2009 sind es 16. Führend im Markt sind zwei Anbieter: Die 1818 Auskunft AG und der Telefonauskunftsdienst der Swisscom 1811.

Nach Vorlagen des BAKOM müssen alle Anbieter die gleichen grundlegenden Dienste zur Verfügung stellen: Sie müssen Auskunft erteilen über die Einträge der Kundinnen und Kunden aller Betreiberinnen, die in allen vier Landesteilen der Schweiz Grundversorgungsdienste anbieten (nationale Verzeichnisse). Das Anbieten von internationalen Verzeichnisauskünften ist freiwillig. Die Auskunftsdienste sind um eine Ausweitung der Dienstleistungen, die über 18xy-Kurznummern angeboten werden können, interessiert. Bereits angebotene weitere Zusatzdienste sind die Verbindungsherstellung oder die Offline-Übertragung von Verzeichnisinformationen (zum Beispiel per SMS oder MMS (Multimedia Messaging Service).

Die 1818 Auskunft AG ist Betreiberin der Nummer 1818. Die Nummer erhebt den Anspruch auf die Nachfolge der 111 im liberalisierten Markt und bietet nationale und internationale Auskünfte an. Die 1818 Auskunft AG ist ein Tochterunternehmen der britischen The Number Inc., einer in mehreren europäischen Ländern unabhängigen Anbieterin von Auskunftsdiensten. Rund 170 Mitarbeitende arbeiten für die in Biel ansässige Firma.

Die Swisscom AG ist neben der Schweizerischen Post (Die Schweizerische Post) eine Nachfolgerin der ehemaligen staatlichen PTT und ein weiterer Anbieter von Auskunftsdiensten. Der Hauptsitz ist Worblaufen bei Bern.

Österreich

In Österreich ist die Auskunft unter 118200 erreichbar. Daneben gibt es auch das amtliche Telefonbuch im Internet und als Printversion (nach Bundesländern).

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