Abthausen
Апатин
Apatin
Wappen von Apatin
Apatin (Serbien)
DEC
Basisdaten
Staat: Serbien
Provinz: Vojvodina
Okrug: Zapadna Bačka
Koordinaten: 45° 40′ N, 18° 59′ O45.67166666666718.98722222222282Koordinaten: 45° 40′ 18″ N, 18° 59′ 14″ O
Höhe: 82 m ü. A.
Fläche: 333 km²
Einwohner: 19.289 (2002)
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+381) 025
Postleitzahl: 25260
Kfz-Kennzeichen: SO
Struktur und Verwaltung
Gliederung: 5 Ortsteile
Bürgermeister: Živorad Smiljanić
Webpräsenz:

Apatin (kyrillisch Апатин) ist eine Stadt an der Donau im Bezirk Zapadna Bačka der autonomen Provinz Vojvodina in Serbien mit etwa 19.000 Einwohnern. Sie liegt ungefähr 120 km von Novi Sad entfernt. Die gleichnamige Gemeinde hat etwa 33.000 Einwohner auf 350 km² Fläche. Apatin hatte eine große Schiffswerft und einen Donauhafen, der früher von den Schiffen der Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft angelaufen wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Apatin wurde 1739 als sogenannter „Schüttkasten“ (Brückenkopf mit Proviantstation) von der Wiener Hofkammer an der damaligen Endstation der Ulmer Schachteln gegründet. Die ersten Apatiner waren Wachsoldaten aus dem nahe gelegenen Esseg. 1748 wurde die erste katholische Kirche („Maria Himmelfahrt“) gebaut, anschließend erfolgte die Ansiedlung von Donauschwaben.

Im Allgemeinen haben die Österreicher bereits bestehende geographische Bezeichnungen übernommen. Man muss daher davon ausgehen, dass der Ort bereits Apatin hieß. Die Namensform Abthausen, eine (wohl falsche) Übersetzung der Deutschen Wehrmacht war demnach, seit es die deutsche Ansiedlung an der Donau gegeben hat, niemals amtlich.[1]

Apatin hatte im Jahre 1820 bereits 5.389 Einwohner, darunter 5316 Deutsche.[2] 1881 zählte man in Apatin 11.973 Einwohner, welche Seidenspinnerei, Hanfbau und Fischfang betrieben.[3]. Bis 1944 war Apatin mit rund 14.000 Bewohnern die größte deutsche Gemeinde in Jugoslawien.

Traditionelles Gasthaus Šaran (Zum Karpfen)

Apatin war das geistige Zentrum des deutschen Katholizismus des ganzen Landes. Seit dem Frühjahr 1935 erschien hier die durch ihre Schreibweise gegen den Nationalsozialismus weit über die Grenzen des Landes bekannt gewordene und auf Betreiben Deutschlands von den ungarischen Besatzungsbehörden 1941 verbotene katholische Wochenschrift Die Donau. Am 11. März 1945 wurde die nicht geflohene Bevölkerung Apatins von den Partisanen aus ihren Heimstätten vertrieben und nach Gakovo und Kruševlje in die dortigen Konzentrationslager gebracht. Nach wenigen Monaten waren 700 Apatiner dort des Hungertodes gestorben. Insgesamt sind 2074 Apatiner Opfer unter der Zivilbevölkerung namentlich bekannt; dabei sind auch die Umgekommenen der von dem Tito-Regime 1944/45 durchgeführten Deportation von Zivilpersonen aus dem Banat und der Batschka in die UdSSR mitberücksichtigt. [4]

Im Jahr 2002 waren noch 0,48 % der Bevölkerung deutscher Nationalität, das ist der zweithöchste Wert der deutschen Minderheit in Serbien.

Katholische Kirche "Gesegnete Jungfrau Maria" in der Stadtmitte.

Orte der Gemeinde Apatin

Die Gemeinde (Opština) Apatin besteht aus der Stadt Apatin sowie den folgenden Dörfern:

Wirtschaft

Apatiner Brauerei

Die 1756 gegründete Brauerei Apatinska Pivara a.d. Apatin, deren Hauptmarke Jelen Pivo („Hirsch-Bier“) das meistgetrunkene Bier Serbiens ist, ist größter Arbeitgeber am Ort.

Sport

Apatin hat eine Fußballmannschaft (FK Mladost Apatin) und ein Stadion.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Paul Abraham (* 1892 Apatin, † 1960 Hamburg), Komponist
  • Josef Sayer (* 1941 Apatin), deutscher Theologe und Entwicklungshelfer

Einzelnachweise

  1. vergl. Peter Kottler 2007, S. 195
  2. J. Eimann: Der Deutsche Kolonist, Pest 1822)
  3. Meyers Lexikon, Band 1, 1888
  4. Arbeitskreis Dokumentation: Verbrechen an den Deutschen in Jugoslawien 1944-1948, Stationen eines Völkermords, München, 2000

Weblinks


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