Abtsbessinger fayencen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Abtsbessingen
Abtsbessingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Abtsbessingen hervorgehoben
51.26083333333310.764166666667260Koordinaten: 51° 16′ N, 10° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Kyffhäuserkreis
Höhe: 260 m ü. NN
Fläche: 14,09 km²
Einwohner: 535 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99713
Vorwahl: 036020
Kfz-Kennzeichen: KYF
Gemeindeschlüssel: 16 0 65 001
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 2
99713 Ebeleben
Bürgermeisterin: Karin Kästner
Lage der Gemeinde Abtsbessingen im Kyffhäuserkreis
Karte

Abtsbessingen ist eine Gemeinde im thüringischen Kyffhäuserkreis. Erfüllende Gemeinde (Verwaltungsort) von Abtsbessingen ist die nahegelegene Stadt Ebeleben.

Zu Abtsbessingen gehört der Ortsteil Billeben.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Abtsbessingen liegt im nordwestlichen Teil des Thüringer Beckens. Der Ort befindet sich 22 km südwestlich von Sondershausen sowie 5 km südöstlich von Ebeleben.

Ausdehnung des Gemeindegebiets

Der dörfliche Grundriss bestätigt, dass Abtsbessingen ein Haufenwegedorf war. Die gesamte Abtsbessinger Flur beinhaltet 14,09 km². Darin enthalten sind 12,89 km² landwirtschaftliche Nutzfläche.

Klima

Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 530 mm.

Geschichte

876 wurde Abtsbessingen zum erste Mal urkundlich in einer Zehntverteilung erwähnt, die eigentliche Ortsgründung fand hingegen schon in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung statt. 979 übergab Otto II. zu Botfeld Abtsbessingen an das Kloster Gandersheim.

Im Jahre 1282 gab Graf Dietrich von Hohnstein Abtsbessingen als Mitgift für seine Tochter, welche sich mit Graf Heinrich III. von Schwarzburg-Sondershausen vermählte. Graf Heinrich V. von Hohnstein verpfändete 1339 den Ort an die Grafen von Hohnstein, bevor es 1356 schwarzburgisch wurde.

1447 wurde Graf Heinrich XXVI. von Schwarzburg vom Kloster Fulda mit Abtsbessingen belehnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Abtsbessingen 1631 von 8 königlich-schwedischen Reiter überfallen. Ein Jahr später übernachtete die Frau des Königs von Schweden für 2 Nächte in Abtsbessingen. Die Pest suche 1635 Abtsbessingen heim, in deren Verlauf 5 Menschen starben.

Im Jahre 1739 wurde eine Fayence-Manufaktur in Abtsbessingen errichtet, die bis 1790 bestand. Heute sind nur noch seltene Teile in Museen erhalten. Vor allem im Museum Sondershausen findet man verschiedene Stücke aus Abtsbessingen, welche auch in Europa eine besondere Bedeutung besitzen. Mitte des 18. Jahrhunderts kam es verstärkt zur Herstellung von Fayencen als Alternative zu Keramik aus Ostasien, die zur damaligen Zeit Luxus darstellte.

In Gründungszeit wird die Manufaktur als „Hochfürstliche Porzellanfabrik“ beschrieben. Vor allem Gebrauchs- und Formengeschirr wurde hergestellt. Verantwortlich für die damalige Malweise (blau, rot, gelb) war Joseph Philipp Dannhofer, der drei Jahre in Abtsbessingen arbeitete. Von 1753 bis 1791 arbeitete Johann Gottfried Kiel in der Manufaktur. Zur gleichen Zeit, von 1760 bis 1772, war mit Georg Friedrich Fuchs ein weiterer bedeutender Porzellanmaler in Abtsbessingen tätig.

1801 wurde Abtsbessingen durch einen Großbrand fast vollständig zerstört. Im Jahr 1813 befanden sich mehrere Truppen der russisch-preußischen Armee in Abtsbessingen. Ab 1823 erhielt Abtsbessingen das Recht, zweimal im Jahr einen Markt abzuhalten. Das Recht wurde jedoch 1830 an Ebeleben verkauft.

Im Ersten Weltkrieg fielen 32 Männer aus Abtsbessingen, im Zweiten Weltkrieg 38 Männer.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 - 601
  • 1995 - 597
  • 1996 - 589
  • 1997 - 579
  • 1998 - 570
  • 1999 - 562
  • 2000 - 568
  • 2001 - 584
  • 2002 - 555
  • 2003 - 562
  • 2004 - 556
  • 2005 - 548
  • 2006 - 564
  • 2007 - 535
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Wappen

Das Wappen wurde am 8. Juni 1994 genehmigt.

Blasonierung: „In Gold ein Abt mit schwarzer Kutte, die Rechte mit zwei ausgestreckten Fingern segnend erhoben und in der Linken einen silbernen Kelch haltend, begleitet oben von zwei blauen Sternen.“

Der Abt steht als redendes Element zur Versinnbildlichung des Ortsnamens; er geht auf eine frühere Siegeldarstellung zurück (bereits 1739). Die blauen Sterne als Beizeichen symbolisieren die beiden Ortsteile der Gemeinde. [2]

Das Wappen wurde von dem Heraldiker Frank Jung gestaltet.

Verkehr

Der Ortsteil Billeben liegt direkt an der Bundesstraße 84. Von dort aus führt eine Landstraße nach Abtsbessingen und weiter bis nach Greußen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • 1703 wurde die St.-Crucis-Kirche erbaut.

Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
  2. Neues Thüringer Wappenbuch Band 2 Seite 22; Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Thüringen e.V. 1998 ISBN 3-9804487-2-X

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