Abu Dsch-Dschalaglag

Abu sch-Schalaghlagh (arabischأبو الشلغلغ‎, DMG Abū š-Šalaġlaġ, nach englischer Umschrift ash-Shalaghlagh oder al-Shalaghlagh; auch Abu ʿAli Muhammad / ‏أبو علي محمد‎ / Abū ʿAlī Muḥammad) war der dritte verborgene Führer der Ismailiten/Fatimiden in Salamya († 899).

asch-Schalaghlagh war ein Enkel von Abdallah al-Akbar, dem Begründer der ismailitischen Fatimidenbewegung. Er lebte als Kaufmann getarnt als verborgener Führer im syrischen Salamya und trat gegenüber seinen Anhängern als Vertreter des verborgenen Imams Muhammad ibn Ismail auf. Unter ihm errang die Mission große Erfolge, wobei diese sich vor allem auf die Randgebiete des Kalifats konzentrierte, wo die Macht der Kalifen von Bagdad nicht so stark war. Unter dem Missionar (dai) Hamdan Qarmat konnten aber auch im Irak Anhänger bis in die höchsten Kreise der Bagdader Reichsverwaltung gewonnen werden, während Abu Abd Allah asch-Schiʿi (Maghreb), al-Dschannabi (al-Hasa) sowie Ibn Hauschub und al-Fadl (Jemen) in ihren Missionsgebieten unabhängige Herrschaften errichteten.

Die Erfolge wurden durch eine straffe Organisation der Anhänger ermöglicht. Sie können auch damit erklärt werden, dass sich die Lehre der Schiiten Ende des 9. Jahrhunderts in einer Krise befand, da 874 der 11. Imam ohne Nachfolger verstorben war. Die Lehre vom verborgenen 12. Imam sollte sich erst langsam durchsetzen, so dass die Missionare der Fatimiden mit dem im Verborgenen wirkenden Imam Muhammad ibn Ismail einen neuen Führer der Schia propagieren konnten.

Als seinen Nachfolger designierte Abu sch-Schalaghagh seinen Neffen Said (den späteren Ubaid Allah al-Mahdi), den er mit seiner Tochter verheiratete.

Literatur

  • Heinz Halm: Das Reich des Mahdi. C. H. Beck München, 1991 ISBN 3406354971



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