Abu Hani
Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen) versehen. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Bitte entferne erst danach diese Warnmarkierung.

Dr. Wadi Haddad (* 1927 in Safed, Palästina; † 28. März 1978 in Berlin, damals DDR), auch bekannt als Abu Hani, war ein Führer der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP).

Inhaltsverzeichnis

Leben

Haddad wurde als Sohn griechisch-orthodoxer Eltern in Safed im heutigen Israel geboren. Während des Palästinakriegs im Jahr 1948 floh er mit seiner Familie in den Libanon. Hier begann er ein Medizinstudium an der Amerikanischen Universität Beirut und traf zum ersten Mal auf George Habash. Zusammen gründeten sie die Bewegung der arabischen Nationalisten (ANM), die panarabische Ziele verfolgte und die Befreiung palästinensischer Gebiete in Israel erreichen wollte.

Nach seinem Abschluss ging er zusammen mit Habash nach Amman, Jordanien und errichtete eine Klinik. Dort arbeitete er 1956 mit dem UNRWA zusammen, wurde aber aufgrund seiner Aktivitäten für die Befreiung Palästinas von der jordanischen Führung unter Arrest gestellt. 1962 gelang ihm die Flucht nach Syrien. Ab 1963 sprach sich Haddad für einen bewaffneten Widerstand gegen den von ihm als zionistische Besatzer bezeichneten Staat Israel aus.

Nach dem Sechs-Tage-Krieg ging der palästinensische Arm der ANM, unter der Führung von George Habash, in die PFLP über. Haddad wurde der Führer des militärischen Arms der PFLP, die an der Organisation von Anschlägen auf israelische Ziele beteiligt war. Unter anderem war er 1968 an der Planung der ersten Flugzeugentführung der PFLP beteiligt, bei der eine Maschine der israelischen Airline El Al gekapert wurde.

Am 6. September 1970 entführte die PFLP fast zeitgleich drei Flugzeuge der Fluggesellschaften BOAC, Swissair und TWA. Die Entführung einer vierten Maschine der Airline El Al durch eine Gruppe unter der Leitung von Laila Chalid misslang. Die Flugzeuge mussten auf dem sogenannten Dawson Field, einem stillgelegtem Flugplatz der britischen Armee, nahe der Stadt Zarqa in Jordanien landen. Die Entführer forderten die Freilassung palästinensischer Gefangener im Austausch gegen die Geiseln. Während den Verhandlungen wurde am 9. September 1970 eine fünfte Maschine der britischen Airline BOAC von einem PFLP-Symphatisanten unter seine Kontrolle gebracht und als Druckmittel für die Freilassung der inzwischen in London verhafteten Laila Chalid eingesetzt. Die Maschine landete ebenfalls auf dem Dawson Field. Schlussendlich wurden alle Geiseln freigelassen und die Flugzeuge gesprengt. Diese Ereignisse wurden als Teil des sogenannten Schwarzen September bekannt.

Haddad wurde seitens der PFLP stark kritisiert und ihm wurde untersagt, weitere Ziele außerhalb Israels anzugreifen. Er gründete daraufhin die Volksfront zur Befreiung Palästinas - Externe Operationen (PFLP-EO) als Unterorganisation innerhalb der PFLP. Wadi Haddad wurde 1976 von der PFLP ausgeschlossen[1], die von ihm gegründete Splittergruppe PFLP-EO bestand aber weiter.

Zwei Jahre vor seinem Tod organisierte Haddad die Entführung eines Flugzeugs der Fluggesellschaft Air France, das nach dem Start in Athen, Griechenland entführt wurde. Die Entführung wurde mit der Operation Entebbe beendet.

Dr. Wadi Haddad starb am 28. März 1978 im östlichen Teil Berlins, damals DDR, und wurde in Bagdad, Irak beerdigt. Zur genauen Todesursache gibt es widersprüchliche Angaben. Zum einen wird behauptet, dass er an Leukämie starb und zum anderen, dass er durch den israelischen Geheimdienst Mossad mit vergifteter Schokolade umgebracht wurde.

Verbindungen zum KGB

Der damalige KGB-Chef Juri Andropow berichtete 1974 an den KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew

„Die Kontakte mit Haddad gestatten uns, die Tätigkeit der Abteilung für Außenoperationen der PFLP bis zu einem bestimmten Grad zu kontrollieren, sie in einem für die Sowjetunion günstigen Sinne zu beeinflussen sowie bei absoluter Geheimhaltung mit den Kräften seiner Organisation aktive Maßnahmen in unserem Interesse durchzuführen.“

Juri Andropow: Blätter für Deutsche und Internationale Politik, 2007, S. 1226

Laut Unterlagen des ehemaligen KGB-Archivars Wassili Mitrochin wurde Haddad 1970 unter dem Pseudonym "Nationalist" als Agent vom KGB angeworben.[2]

Literatur

  • Aaron Mannes: Profiles in Terror, A Guide to Middle East Terrorist Organizations. Rowman & Littlefield, 2004, ISBN 978-0742535251

Einzelnachweise

  1. Aaron Mannes, Profiles in Terror. A Guide to Middle East Terrorist Organizations. 2004, S. 311
  2. Christopher Andrews und Wassili Mitrochin: Schwarzbuch des KGB. 2001, S. 472

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Abu Nuwas — Abu Nuwas, Drawing by Khalil Gibran, al Funun 2, no. 1 (June 1916) Abu Nuwas al Hasan ben Hani Al Hakami (756–814),a known as Abū Nuwās[1] (Arabic: ابونواس‎; Persian …   Wikipedia

  • Hani Hanjour — هاني حنجور Born Hani Saleh Hasan Hanjour (in Arabic: هاني صالح حسن حنجور) August 13, 1972(1972 08 13) Ta’if, Saudi Arabia Died September 11, 2001 …   Wikipedia

  • Abū Nuwās — Abu Nuwas Abu Nuwas (arabisch ‏أبو نواس‎, DMG Abū Nuwās) auch Abū Nuwās al Ḥasan b. Hāni al Ḥakamī (* 757 in al Ahwaz; † 815) gilt als erster urbaner Dichter der arabischen Literatur und war Hofpoet. In der Swahili Literatur wir …   Deutsch Wikipedia

  • Abu Nuwas — (arabisch ‏أبو نواس‎, DMG Abū Nuwās), auch al Hasan ibn Hani al Hakami ad Dimaschqi / ‏الحس …   Deutsch Wikipedia

  • Abu Nuwas — Abu Nuwas. Abū Nuwās al Hasan Ibn Hāni al Hakamī (en árabe, أبو نواس الحسن بن هانئ الحكمي) (Ahvaz, Irán, 747 Bagdad, 815), o simplemente Abū Nuwās (أبو نواس) o Abu Novas en transliteración persa, fue uno de los más grandes poetas clásicos árabes …   Wikipedia Español

  • Hani Abdullah — is a citizen of Yemen,held in extrajudicial detention in the United States Guantanamo Bay detention camps, in Cuba.cite news url=http://www.nytimes.com/2008/03/28/washington/28intel.html?em ex=1206849600 en=039d06bc09e6e300 ei=5087%0A… …   Wikipedia

  • Abu Nuwas — (Abu Nuwas al Hasan ibn Hani al Hakami) (ca. 756–ca. 814)    Abu Nuwas is the most famous love poet of the Islamic Abbasid dynasty (758–1258). He was called the father of locks, apparently because of his curly hair. Though he wrote in Arabic, he… …   Encyclopedia of medieval literature

  • Hani Saiid Mohammad Al Khalif — Hani Saiid Mohammad Al Khalifis a citizen of Saudi Arabia held in extrajudicial detention in the United States Guantanamo Bay detainment camps, in Cuba. [http://www.dod.mil/news/May2006/d20060515%20List.pdf list of prisoners (.pdf)] , US… …   Wikipedia

  • Hani Naser — ( ar. هاني ناصر) is a musician from Jordan. He does specializes in the oud and hand percussion instruments, particularly the goblet drum and djembe.Considered a master in his field, Naser inspired Randy Lewis of the Los Angeles Times to call him… …   Wikipedia

  • Abu Talib ibn ‘Abd al-Muttalib — Abū Tālib ibn ‘Abd al Muttalib (ArB|أبو طالب بن عبد المطلب‎) (549 – 619) was the head of the clan of Banu Hashim. He was married to Fatima bint Asad and was an uncle of Muhammad. His real name was Imran [ عمران ] but he is better known as Abu… …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”