Wellengenerator

Ein Wellengenerator (engl. shaft-driven generator) ist ein elektrischer Generator vornehmlich auf Schiffen, der direkt oder indirekt von der Propellerwelle angetrieben wird. Er übernimmt aus Gründen der Wirtschaftlichkeit die Bordversorgung mit elektrischer Energie, wenn die Drehzahl der Hauptantriebsmaschine im Seebetrieb innerhalb eines festgelegten Bereiches liegt.

Inhaltsverzeichnis

Funktion

Wellengenerator auf einem Containerschiff
Propellerwelle im Wellentunnel

Wellengeneratoren werden sowohl in Gleich- wie auch in Drehstromanlagen genutzt. Gleichstrom-Wellengeneratoren arbeiten als Nebenschlussgeneratoren mit speziellen Reglern im Erregerkreis. Bei auftretenden Schwankungen im Drehzahlbereich bzw. Veränderungen der Drehzahl wird durch regeltechnische Veränderung des Erregerstromes der magnetische Fluss im Luftspalt zwischen Rotor und Stator verändert, so dass die elektrische Spannung am Wellengenerators konstant bleibt. Bei der Frequenz kommt es allerdings zu größeren Abweichungen.

Bei Systemen mit Drehstromgeneratoren werden verschiedene Anordnungen genutzt. Es gibt Synchrongeneratoren, die direkt mit der Antriebswelle gekoppelt sind, und Synchrongeneratoren, die über eine Kombination von Gleichstromgenerator und Gleichstrommotor mit der Propellerwelle verbunden sind. Des Weiteren ist es im Bordbetrieb üblich, Gleich- und Drehstromgeneratoren direkt mit der Welle zu koppeln und über Stromrichteranlagen ins Bordnetz einzuspeisen. In diesem Fall sind Spannung und Frequenz des Wellengenerators eher konstant, weil die zusätzlichen Regelelemente Drehzahlschwankungen ausgleichen.

Antrieb

Der Wellengenerator kann in der Propellerwelle integriert sein, dann spricht man vom direkten Antrieb. Diese Wellengeneratoren sind aufgrund der niedrigen Propellerdrehzahlen von 80 - 300/min sehr groß und schwer. Die andere Möglichkeit ist die Zwischenschaltung eines Getriebes, dann wird der Wellengenerator kleiner und leichter und kann mit einer hohen Drehzahl laufen, üblich sind 1.800 oder 3.600/min. Der Nachteil ergibt sich jetzt jedoch aus den Zusatzkosten für das Getriebe.

Weblinks

Siehe auch

Literatur

  • Günter Franz: Rotierende elektrische Maschinen: Generatoren, Motoren, Umformer. 8. unveränderte Auflage, Verlag Technik, Berlin 1990, ISBN 3-341-00143-3.
  • Prof. Dr. K. Schwitalla, Prof. Dr. U. Scharnow: Lexikon der Seefahrt. diverse Jahrgänge, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, ISBN 3-344-00190-6.

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