Wilhelm Mac Neven O’Kelly ab Aghrim

Wilhelm Mac Neven O’Kelly ab Aghrim (* 1713 oder 1714 in Ballynahown, Irland; † 9. Februar 1787 in Prag) war ein in Böhmen praktizierender Arzt irischer Herkunft.

Leben

Die katholische irische Familie flüchtete nach der Verfolgung durch die protestantische Oberschicht aus ihrem Heimatland nach Prag. Wilhelm nahm hier 1743 sein Studium der Medizin an der medizinischen Fakultät der Karls-Universität Prag auf, wurde 1749 zum Professor ernannt und 1753 zum Direktor der ärztlichen Fakultät. In dieser Funktion wurde ihm die Aufgabe übertragen, das Medizinstudium nach der Lehre des Gottfried van Swieten zu reorganisieren. Innerhalb der Fakultät genoss er großes Ansehen, war aber wegen seiner Strenge und auch Bevorzugung eigener Landsleute unbeliebt. Er nahm den Vorsitz bei Prüfungen wahr und kontrollierte auch die Arbeit einzelner Professoren. In den Kellergewölben der Universität ließ er das erste chemische Labor einrichten. 1774 wurde er zum Assessor der Gesundheitskommission und des Universitätsausschusses ernannt.

Neben seiner pädagogischen Arbeit praktizierte er auch als Hofarzt der Kaiserin Maria Theresia. Er wurde wegen seiner erfolgreichen Tätigkeit als Arzt und Pädagoge 1753 zum Ritter geschlagen und 1767 zum Freiherrn erhoben. Er war auch der geistige Vater des Generellen Gesundheitserlasses für das Königreich Böhmen.

Wilhelm war seit 1750 mit Maria Anna, der Tochter des Johann Rausse von Raussenbach verheiratet, dem Herrn auf Srutsch an der Sasau. Nach der Hochzeit nannte er sich Wilhelm Mac Neven O’Kelly ab Aghrim et Raussenbach. 1767 erbte er die Besitzungen seines Schwiegervaters, auf denen sie jeweils im Sommer residierten. Im Winter bewohnte die Familie ihren Barockpalast in Prag, erbaut 1770 von Johann Ignaz Palliardi, der noch heute die Bezeichnung Mac Nevenův palác trägt.

Literatur

  • Roman von Procházka: Genealogisches Handbuch der erloschenen böhmischen Herrenstandsfamilien. Degener, Neustadt/Aisch 1973, ISBN 3-7686-5002-2, S. 119–122.
  • Douglas O’Donell: Die Abstammung, Familien und Taten der österreichischen Generäle irischer Herkunft im Siebenjährigen Krieg. Universität Wien 1998, S. 132f. (Unveröffentlichte Diplomarbeit).
  • Davis Coakley, Zdenek Kalvach: Doctors in exile. William MacNeven O’Kelly (1713–1787) and William James MacNeven (1763–1841) In: Helga Robinson-Hammerstein (Hrsg.): Migrating Scholars. Lines of contact between Irland and Bohemia. Dublin 1998, S. 81–115.

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