Abu Roasch
30.03194444444431.075
Abu Roasch (Ägypten)
Abu Roasch
Abu Roasch
Karte von Abu Roasch der Lepsius-Expedition (1842)

Abu Roasch (auch Abu Rawash oder Abu Rowasch; arabisch ‏أبو رواش‎, DMG Abū Rawāš) ist ein Dorf in Unterägypten unweit der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Bekannt ist der Ort wegen der nahegelegenen altägyptischen Nekropolen.

Bauwerke

Am südlichen Ortsrand befindet sich ein großes Lehmziegelbauwerk, die Lepsius-I-Pyramide. Sie konnte noch keinem Pharao zugeordnet werden. In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren noch 17 m hohe Mauern erhalten, die heute jedoch bis auf den natürlichen Felskern mit der Grabkammer weitgehend verschwunden sind. Die zerfallenen Lehmziegel, die im arabischen Sebach genannt werden, wurden von den Bauern als Dünger auf die Felder gebracht.

2 km westlich des Ortes und etwa 8 km nordwestlich der Pyramiden von Gizeh am östlichen Rand der Wüste befindet sich ein Felsplateau, das sich etwa 130 m über der Ebene erhebt. Hier befinden sich die Pyramide des Cheopsnachfolgers Radjedef (Djedefre) und Gräber seiner Beamten. Der Fundort wird von den Archäologen auch Abu Roasch genannt und gehört zu den Gräberfeldern von Memphis.

Die Radjedef-Pyramide wurde aus Kalkstein errichtet und ist noch vom Nil aus zu sehen. Es ist unklar, wie weit sie fertiggestellt wurde. Heute sind die stark zerstörten Ruinen nur noch 11 m hoch. Im Pyramidenkomplex befinden sich auch die Überreste je einer Kult- und einer Königinnenpyramide. Im Umfeld des Pyramidenbezirks wurden zahlreiche Statuen des Königs sowie eine der ältesten Sphinx-Statuen gefunden.

Etwa 1,5 km östlich der Radjedef-Pyramide liegt oberhalb des Dorfes auf einem Vorsprung des Wüstenplateaus eine Nekropole mit großen Mastabas des Alten Reiches. Weiter südlich, auf einem Felsenrücken befinden sich Gräber der 1. bis 4. Dynastie.

Literatur

Adolf Klasens: Abu Roasch. In: Wolfgang Helck, Eberhard Otto (Hrsg.): Lexikon der Ägyptologie. Bd. 1, Otto Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1975, Spalte 24–25

Weblinks


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