Abuja


Abuja
Abuja (Nigeria)
Abuja
Abuja
Basisdaten
Staat Nigeria
Hauptstadtterritorium Federal Capital Territory
Höhe 490 m
Fläche 250 km²
Einwohner 182.418 (2007)
Metropolregion 1.405.201 (2006)
Dichte 729,7 Ew./km²
ISO 3166-2 NG-FC
Webauftritt www.fct.gov.ng
Politik
Gouverneur Aliyu Modibbo Umar
Sonstiges
Postleitzahlen: 900211 – 900288
9.05833333333337.4916666666667

Abuja ist seit dem 12. Dezember 1991 die Hauptstadt von Nigeria in Westafrika. Sie hat derzeit (März 2011) ca. 2,5 Millionen Einwohner[1]. Abuja ist auch die Hauptstadt des Federal Capital Territory. Das Territory (Sonderform eines Bundeslandes) wird direkt von der Bundesregierung durch einen Bundesminister verwaltet (Ministry of FCT) und entsendet einen eigenen Senator in die nigerianische Nationalversammlung. In Abuja befindet sich der Sitz des Sekretariats der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage

Abuja liegt in Zentral-Nigeria an der Grenze zwischen dem muslimischen Norden und dem christlichen Süden.

Stadtgliederung

Die Phase 1 der Stadt umfasst die fünf Bezirke (Districts) Asokoro, Central, Garki, Maitama und Wuse. Umschlossen werden diese fünf Bezirke von einem Autobahnring, lediglich der Stadtteil Asokoro ragt etwas darüber hinaus. Der Central District ist als Geschäfts- und Verwaltungszentrum geplant und teilweise realisiert. In diesem Bereich finden sich Gerichte, Ministerien und der Sitz des Präsidenten. In den Stadtteilen Asokoro und Maitama sind viele Botschaften angesiedelt.

In der Phase 2 schließen sich die Bezirke Dakibiyu, Durumi, Dutse, Gudu, Jabi, Jahi, Katampe, Kaura, Kukwaba, Mabushi, Utako, Wuye und Yado an, wovon bisher erst einige realisiert sind. Umschlossen werden sie von einem zweiten Autobahnring, der bereits fertiggestellt ist und die Autobahnen nach Kubwe und zum Flughafen miteinander verbindet.

Klima

Abuja weist eine warme und feuchte Regenzeit auf, die von etwa April bis Oktober dauert und auf deren Höhepunkt im Juli und August täglich ergiebige Niederschläge fallen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen dann knapp unter 30 Grad, die Temperaturen in der Nacht unterschreiten die 20 Grad nicht. Außerhalb der Regenzeit, in der Trockenzeit fällt beinahe überhaupt kein Niederschlag und die Temperaturen steigen täglich über 35 Grad, seltener auch über 40 Grad. Die Temperaturen in den Nächten betragen nicht unter 20 Grad. Zum Ende der Trockenzeit, etwa von Januar bis März, kann der Harmattan, ein Landwind aus Nordosten, große Mengen Staubes aus der Sahara transportieren. Dieser Staubschleier verschlechtert die Sicht, belastet auch die Atemwege und führt häufig zu schlechteren Mobiltelefon- und Satellitenverbindungen. Die Länge der Tage unterscheidet sich im Jahresverlauf kaum, die Sonne geht zwischen 6 und 7 Uhr morgens auf und zwischen 18 und 19 Uhr unter[2].

Flora und Fauna

Abuja liegt in der Savanne. Es dominieren Bäume, die mit einer monatelangen Trockenzeit keine Probleme haben, wie die Schirmakazie, wilde Orangen- und Bananen-Bäume (die aber meist an den Wasserläufen kleiner Flüsse oder Bäche wachsen), der Kapokbaum sowie Mangobäume. Aufgrund der dichten Besiedlung ist die Tierwelt in der Region stark dezimiert. Vereinzelt können Schlangen, Krokodile und Affen gesehen werden. Hinzu kommen die Fulani mit ihren Rinderherden, die in den Abendstunden ihr Vieh auch durch Abuja treiben.

Geschichte

Bereits im Jahr 1976 fasste die nigerianische Regierung den Beschluss, die Hauptstadt von Lagos an der Küste in das Zentrum des Landes zu verlagern und begann die Planstadt auf dem Reißbrett zu erschaffen. Der japanische Stadtplaner Kenzō Tange konzipierte die Planhauptstadt. Erbaut wurde die Stadt durch Baufirmen aus Frankreich, Deutschland, Niederlande, Italien und anderen. Finanzielle Probleme sowie der schleppende Fortschritt der Bauarbeiten verzögerten den raschen Umzug der Regierung. Die Kosten wurden größtenteils durch die Erlöse aus dem Erdölexport gedeckt. Vom einst entworfenen Masterplan für die Gestaltung der Stadt ist bisher erst etwa ein Fünftel realisiert. Das geplante Geschäftszentrum der Stadt zum Beispiel mit dem Hauptbahnhof und Fußgängerzonen ist bis heute weitestgehend Ödland. Politiker betonen aber immer wieder, dass der Masterplan aus den 1970er Jahren noch stets zu realisieren sei und so gehen die Bauarbeiten tatsächlich weiter. Unweit des Sheraton-Hotels am Sani Abacha Way entsteht Anfang 2009 ein Einkaufszentrum mit Kinosälen. Zahlreiche Straßen werden aus- oder neugebaut.

Innerhalb des Autobahnringes (sogenannte Phase 1 der Stadt) wird moderat am Ausbau der Stadt gearbeitet. Entstehende Elendsviertel werden hier schnell beseitigt. Es entstehen heute vor allem Villen, sowie neue Geschäfts- und Verwaltungsgebäude. In den westlich davon gelegenen Stadtteilen (Phase 2) existieren preiswertere Wohnviertel. Außenherum aber entstehen Vorstädte in großer Geschwindigkeit, auf die die Definition für Slums zutrifft. Diese Armutsviertel wachsen so rasant, dass sich die Einwohnerzahl Abujas in nur 10 Jahren auf 15 bis 20 Millionen Menschen erhöhen könnte[3]. Einige Vorstädte weisen ein Wachstum von 20 bis 30% pro Jahr auf[4].

Eine echte Innenstadt mit der Konzentration auf viele Geschäfte und Verwaltungseinrichtungen fehlt bis heute. Geplant ist eine solche City im Central District. Auf einer Länge von 6,5 km bei einer Breite von etwa 700 Metern soll dort ein zentraler Boulevard mit großstädtischer Bebauung eine Innenstadt formen. Im Osten wird dieser Bereich durch den Eagle Square begrenzt, im Westen durch das National Hospital. Die Constitution Avenue (Road B6) bildet den nördlichen Rand der künftigen City, Independence Avenue (Road B12) den südlichen. Derzeit konzentriert sich das geschäftliche Leben auf einige Teile des Wuse-Bezirks.

Am 16. Juni 2011 fand ein Selbstmordanschlag auf dem Parkplatz des Hauptquartiers der Polizei statt. Dabei wurden mindestens 30 Menschen getötet.[5] Am 26. August des selben Jahres starben 25 Menschen[6] bei der Explosion einer Autobombe, die die unteren Stockwerke des United Nations House Abuja, des Hauptquartiers der Vereinten Nationen in Nigeria zerstörte.[7]

Leben in der Stadt

Als eine künstlich geschaffene und in ihrem Wachstum stark kontrollierte Stadt ist Abuja ein kultureller wie städtebaulicher Fremdkörper innerhalb Nigerias. Der Zuzug in die Stadt wird durch teuer gehaltenen Wohnraum erschwert, noch immer ist die ehemalige Hauptstadt Lagos das Hauptziel für Einwanderer aus den ländlichen Räumen. Abuja entspricht nicht den sonstigen Gegebenheiten Nigerias oder Afrikas. Die Stadt ist im Vergleich zu anderen Städten des Landes sauber und sicher. Viele Firmen, darunter auch ausländische, haben sich inzwischen im Central District angesiedelt. Durch die Rolle Abujas als Hauptstadt Nigerias befindet sich dort unter anderem die Hauptquartiere der Federal Radio Corporation of Nigeria (FRCN) oder der Nigerian Television Authority (NTA). In der Stadt entstanden auch einige Parks und Grünanlagen. Im wohlhabenden Asokoro District befinden sich die Häuser vieler reicher Nigerianer, auch der Präsidentenpalast ist dort zu finden.


Die Freizeitmöglichkeiten in Abuja entwickeln sich allerdings nur langsam. Zu überhöhten Preisen gibt es aber fast alles zu kaufen: Die wenigen Supermärkte nach westlichem Vorbild verkaufen die meisten Waren zu höheren Preisen als in Europa. Vor allem Käse, Wurst, Fleisch, Süßigkeiten, Kartoffelchips und Kaffee sind sehr teuer. Günstiger kauft es sich auf den großen Wochenmärkten ein. Dort werden überwiegend Produkte aus der Region verkauft, wobei die Preise nicht selten fünfmal so hoch sind wie im Umland, dabei aber immer noch erschwinglich sind.

Die Skyline des Central Districts

In den Straßen Abujas ist Rauchen bei Strafe verboten. Es wurden selbst Raucher zur Kasse gebeten, die im eigenen Auto geraucht hatten. Auch das Fotografieren von strategisch wichtigen Plätzen ist verboten, wobei die Definition für einen strategisch wichtigen Platz unklar ist; selbst auf Wochenmärkten kann ein Foto bestraft werden.

Kultur

Das kulturelle Leben in Abuja ist übersichtlich: es gibt kein Theater, keine Oper, gerade einmal zwei Kinos. Unterhalb des Aso Rock (ein 400 Meter hoher Monolith) liegt ein kleiner Zoo (National children's park and zoo) mit mehreren Spielplätzen für Kinder und Kiosken. Raubtiere sind nicht zu bewundern, die finanziellen Möglichkeiten reichen nicht zum Kauf von Fleisch. Stattdessen kann man Strauße, Gnus, Zebras, Affen, Esel, Giraffen, Vögel, Schildkröten und Ziegen beobachten.

Sicherheit und Versorgung

Die Hauptstadt Abuja galt lange Zeit als relativ sicher. Zwar werden auch aus der Hauptstadt gelegentlich bewaffnete Überfälle mit Todesfällen gemeldet; im Vergleich zur Sicherheitslage im Süden Nigerias jedoch kann man sich in Abuja frei bewegen. Besonders in den Nachtstunden gibt es Straßenkontrollen der Polizei. Verkehrsunfälle sind häufig, Nigerias Autofahrer sind berüchtigt für ihre riskante Fahrweise; hinzu kommt der oft mangelhafte technische Zustand von Autos und LKW.

Seit Oktober 2010 jedoch ereigneten sich auch in Abuja zwei folgenschwere Bombenanschläge. Zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Nigerias am 1. Oktober detonierten unweit der offiziellen Feierlichkeiten im Herzen der Stadt zwei Bomben, die mindestens zwölf Menschen töteten. Am 31. Dezember des gleichen Jahres explodierte auf dem bei Nigerianern wie Ausländern beliebten Mammy Market, einer Art Freiluftrestaurant auf einem Gelände der nigerianischen Armee, erneut ein Sprengsatz. Die Opferzahlen schwanken je nach Quelle zwischen 4 und 30 Toten.[8]

Ein Problem in Abuja ist wie im gesamten Land die mangelhafte Versorgung mit elektrischer Energie. Auch in den vornehmsten Stadtteilen gibt es täglich Stromausfälle, in nahezu jedem Garten stehen Dieselgeneratoren zur Überbrückung der Stromausfälle. Trotz besonderer Förderung der Hauptstadt gelingt es nicht, Ampeln oder Straßenbeleuchtung kontinuierlich zu betreiben. An der östlichen Ringstraße zwischen Präsidentenpalast und Aso Rock wurden in einem großangelegten Versuch zahlreiche Solar-Straßenlaternen errichtet. Trotz aufwändiger Hinweisschilder, dass das Stehlen oder Umfahren dieser Laternen mit drastischen Strafen belegt wird, fehlen inzwischen dutzende Lampen.

Deutsches Leben in Abuja

Weil der Baukonzern Julius Berger Nigeria PLC (JBN) als Minderheitsbeteiligung des deutschen Konzerns Bilfinger Berger sein Hauptquartier in Abuja hat, leben viele Deutsche in der Stadt, ihre Zahl wird auf etwa 1000 geschätzt. Das JBN Life Camp umfasst eine deutsche Schule, einen Supermarkt, eine Bäckerei, eine Fleischerei und außer dem Clubhaus zahlreiche weitere Gebäude. Mit Büros vertreten sind sowohl die Konrad-Adenauer-Stiftung als auch die Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Deutsche Botschaft residiert im Stadtteil Maitama; ein Botschaftsneubau im Central District ist wegen Baumängeln seit Jahren ungenutzt. Weiterhin gibt es vor Ort eine Beratergruppe der Bundeswehr sowie die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Sehenswürdigkeiten

Die Nationalmoschee in Abuja
Die Nationalkirche in Abuja

Interessante Bauten

Naturgemäß weist das Stadtbild Abujas keine historischen Gebäude auf. Alle Gebäude sind in den letzten 30 Jahren entstanden. Daher dominiert der Baustil der 1980er und 90er Jahre die Skyline. In den letzten Jahren sollen dieser vermehrt hohe Gebäude hinzugefügt werden. So war zum 20. Geburtstag der Stadt im Jahr 2011 die Fertigstellung des 170 Meter hohen Millennium-Towers vorgesehen. Die Finanzierung des Projektes jedoch läuft so schleppend, dass die Inbetriebnahme dieses riesigen Freizeitkomplexes noch viele Jahre auf sich warten lassen wird. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt unter anderem die Nigerianische Nationalmoschee, die mit ihrer goldenen Kuppel und den vier Minaretten das Stadtbild Abujas prägt. Ebenfalls in Abjua befindet sich die 2005 fertiggestellte, christliche nigerianische Nationalkirche.

Weithin zu sehen ist aufgrund seiner Größe auch der Nigerianische Präsidentenkomplex, der Sitz und Residenz des Präsidenten ist und 1991 zum Umzug der Hauptstadt fertiggestellt wurde. Das Abuja-Stadium dient unter anderem als Austragungsort für die Nigerianische Fußballnationalmannschaft, die Super Eagles und ist ein Entwurf des deutschen Architekturbüros Schlaich Bergermann und Partner. Es wurde mit seinen 60.000 Sitzplätzen im Jahr 2003 eröffnet und wird auch für kulturelle oder religiöse Veranstaltungen genutzt. Es sollte 2014 die Commonwealth Games beherbergen, den Zuschlag für die Austragung des Sportereignisses bekam jedoch Glasgow. Das benachbarte Velodrome ist ähnlich sehenswert, im Herbst 2008 wurden dort die ersten MTV African Music Awards verliehen.

Grünanlagen und Vergnügungsparks

Der Millennium-Park

Die Stadt weist eine Reihe von Parks auf, darunter der Millennium-Park, von Manfredi Nicoletti entworfen, im Herzen der Stadt. Am Ibrahim Babangida Boulevard liegt der Maitama Amusement Park mit Karussells und weiteren Attraktionen. Ein weiterer Freizeitpark ist der Abuja Wonderland Park in der Nähe des Stadions im Südwesten. Über die Maitama Avenue erreicht man den I.B.B. Golfplatz. Ein weiterer Golfplatz für Mitarbeiter der Firma Julius Berger wird im Stadtteil Jabi errichtet.

Umland

Zuma Rock bei Abuja

Aufgrund der Sicherheitslage in Nigeria sind Ausflüge ins Umland gut zu planen und nur mit mehreren Fahrzeugen zu empfehlen. Bei den in Abuja lebenden Expats sind Touren ins Umland dennoch beliebt, so zum Beispiel zu den Gurara-Fällen im benachbarten nigerianischen Bundesstaat Niger (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Nachbarstaat) oder zur Usuma Talsperre.

Sehenswert ist der Zuma Rock, ein mehr als 300 Meter aufragender Monolith etwa 50 Kilometer nordwestlich Abujas. Bei klarer Luft ist er selbst von der Hauptstadt aus zu sehen. Einer Entwicklung als touristisches Ziel steht der bei den Einheimischen weit verbreitete Aberglaube im Weg, es handele sich bei Zuma Rock um einen verzauberten Berg, dem man sich nicht nähern soll und den man nach Möglichkeit nicht einmal ansieht. So steht direkt vor dem Berg ein unvollendeter Hotel-Rohbau für dessen Weiterbau sich nach einer Reihe von Unfällen auf der Baustelle keine Arbeiter mehr fanden. In den Orten Bwari und Ushafa befinden sich Töpfereien, in denen die Arbeit erklärt wird, man selbst auch etwas töpfern kann und deren Waren auch zum Verkauf angeboten werden. Wegen des angenehmen Klimas im Hochland von Jos waren früher auch Ausflüge in die Stadt Jos beliebt. Religiöse und politische Unruhen fordern dort jedoch immer wieder hunderte Tote, so dass private Ausflüge in diese Region seltener wurden.

Verkehr und Infrastruktur

Luftverkehr

Der Flughafen Abuja ist der zweitgrößte des Landes. Täglich fliegt British Airways nach London-Heathrow, jeweils dreimal die Woche fliegt die niederländische KLM mit Airbus A330 nach Amsterdam-Schiphol, Ethiopian Airlines nach Addis Abeba und täglich die Lufthansa mit Airbus A330 nach Frankfurt. Einige Lufthansa-Flüge pro Woche werden über Abuja hinaus nach Port Harcourt verlängert, zum Einsatz kommen dann Airbus A340. Hinzu kommen Inlandsflüge vor allem nach Lagos, aber auch nach Kano, Port Harcourt, Maiduguri, Sokoto und anderen nigerianischen Flughäfen. Eine Besonderheit des KLM-Fluges nach Amsterdam ist der Zwischenstopp in Kano. Inlandsflüge zwischen Abuja und Kano sind dabei aber nicht möglich. Weitere internationale Flüge gehen nach Accra/Ghana. Seit Juni 2009 fliegt Delta Airlines mehrmals pro Woche nach New York, teilweise mit Zwischenlandung in Dakar (Senegal) mit Boeing 757.

Öffentlicher Verkehr

Eine Stadtbahn für Abuja ist seit langem geplant und 2001 war der erstgenannte Zeitpunkt der Fertigstellung. Gebaut wurde bislang nichts. Die vorbereitenden Arbeiten sind dem Vernehmen nach abgeschlossen und noch für 2009 ist der Baubeginn, für 2013 die Fertigstellung angekündigt [9]. Geplant ist eine Stadtbahn mit der Spurweite von 1.435 mm mit einem Netz von 280 km, die die Stadtteile Abujas und die Vorstädte Karu, Nyanya, Kubwa und Gwagwalada verbinden soll. Auch der Flughafen soll angebunden werden. Häuser, die den geplanten Trassen aus dem Masterplan im Wege stehen, sollen ab 2009 abgerissen werden.

Die Abuja Urban Mass Transport Company (AUMTCO) betreibt bereits heute ein Busnetz zwischen der Innenstadt Abujas und den Satellitenstädten. Die Betriebszeiten liegen zwischen etwa 6 und 21 Uhr. Diese Busse dienen nicht dem innerstädtischen Verkehr. Sie sind als billigste Transportmöglichkeit populär und nicht selten überfüllt. Die zahlreichen in der Stadt errichteten Haltestellen mit Wartehalle, Papierkorb und Haltestellenschild werden von diesen Bussen nicht bedient sondern sind ungenutzt. Hauptabfahrplatz für die roten Busse der AUMTCO ist der Eagle Square in der Stadtmitte. Die verwendeten Busse sind aus brasilianischer Produktion und verraten auf ihrem Zielfilm Mercedes-Benz als Hersteller.

Taxen fahren tagsüber zahlreich durch die Stadt. Sie sind an ihrer grünen Farbe mit weißen Streifen zu erkennen. Preise werden am Beginn der Fahrt verhandelt. Mehr als 2 Euro sollte man für eine innerstädtische Reise nur akzeptieren wenn es zu Engpässen in der Benzinversorgung kommt. Diese erkennt man an kilometerlangen Autoreihen vor den Tankstellen. Weiterhin können Autos gemietet werden, was Europäern angesichts der rauhen Sitten auf den Straßen aber nur bedingt empfohlen werden kann. Taxifahrten nach Einbruch der Dunkelheit sind nicht empfehlenswert weil es dabei immer wieder zu Raubüberfällen auf die Fahrgäste kam.

Auch wenn ein Anschluss Abujas an das nigerianische Eisenbahnnetz seit langem geplant ist, gibt es bis heute keine Züge in Abuja. Vorgesehen ist ein Abzweig der Eisenbahnstrecke Lagos – Kano. Der Bahnhof Abuja ist im Central District an der Kreuzung Constitution Avenue / Olusegun Obasanjo Way geplant. An derselben Stelle soll auch ein zentraler Busbahnhof entstehen.

Straßenverkehr

Im Straßenverkehr der Hauptstadt existieren an größeren Kreuzungen Ampeln, wobei viele davon nie oder nur selten in Betrieb sind. Sehr häufig regeln Verkehrspolizisten den Verkehr. Dennoch gilt vielfach das Gesetz des Mutigen, wer am wenigsten Angst um die Unversehrtheit seines Autos hat, fährt zuerst. Tankstellen sind in der Stadt nur wenige vorhanden, auf den Ausfallstraßen jedoch reiht sich oft eine Tankstelle an die nächste. Benzin ist staatlich subventioniert und sehr billig (Anfang 2009 etwa 35 Euro-Cent pro Liter). Die Dieselpreise werden hingegen immer verhandelt. Gelegentlich kommt es zu einer Unterversorgung mit Benzin, rechtzeitiges Tanken ist daher immer angeraten.

Straßen sind vielfach imposant ausgebaut. Hauptverkehrsstraßen in der Innenstadt haben meistens 6 bis 8 Fahrspuren, teilweise gar mehr. Noch immer werden neue Straßen errichtet oder vorhandene massiv ausgebaut. Die Constitution Avenue, eine der größten Innenstadtschnellstraßen erhält derzeit ihre zweite Fahrtrichtung. Viele Straßen wurden zunächst nur mit den Fahrbahnen für eine Richtung errichtet und als Einbahnstraße ausgewiesen. Brücken und Randbebauung wurden aber bereits so ausgelegt, dass die Gegenrichtung später hinzu gebaut werden kann. Ähnlich wurde der Autobahnring um die Innenstadt zunächst erst in kleinem Stil realisiert und wird derzeit nach und nach ausgebaut. Westlich der Innenstadt (Nnamdi Azikiwe Express Way) ist der Ausbau weitestgehend fertiggestellt und so findet man dort bis zu 12 Fahrstreifen, 2 × 4 Hauptfahrbahnen und 2 × 2 Nebenfahrbahnen für die Verbindung der einzelnen Anschlussstellen untereinander. Wegweiser fehlen auf der Autobahn fast völlig, ohne einen Stadtplan oder Ortskenntnisse findet man sich hier kaum zurecht. Im Frühjahr 2009 konzentrieren sich die Ausbauarbeiten am Autobahnring auf den nordwestlichen Teil beim Stadtteil Maitama. Von der Öffentlichkeit beklagt wird immer wieder der mangelhafte Unterhalt vorhandener Straßen. Tatsächlich werden die Schlaglöcher stets größer, durch Löcher in den Fahrbahnen kann von Brücken teilweise auf das Gelände darunter geblickt werden. Fehlende Gullydeckel verursachen häufig Unfälle.

Weblinks

Wikinews Wikinews: Abuja – in den Nachrichten
 Commons: Abuja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Nigeria
  2. Abuja, Nigeria - Sunrise, sunset, dawn and dusk times for the whole year
  3. Daily Trust, Railway for FCT, 20. Januar 2009
  4. World Bank Conference: African Regional Roundtable on Upgrading Low-income Settlements. www.citiesalliance.org. World Bank, 3 October-5 2000, Johannesburg, South Africa, p. 16. Abgerufen am 10. August 2007.
  5. Dominic Johnson: Anschlag auf Polizeihauptquartier. In: die tageszeitung. 16. Juni 2011, abgerufen am 16. Juni 2011 (deutsch).
  6. Anschlag auf UN-Gebäude: Zahl der Toten steigt auf 25 Hamburger Abendblatt, 27. August 2011
  7. Abuja attack: Car bomb hits Nigeria UN building. In: BBC online. 26. August 2011, abgerufen am 26. August 2011 (englisch).
  8. nzz.ch: Neue Anschläge in Nigeria, Zugriff am 8. April 2011
  9. railwaysafrica.com, Abuja LRT By 2013, 27. Februar 2009

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