Abwurfstelle
Absprung von Personen aus einer C-130 „Hercules“

Abwurfstelle (engl. drop zone) bezeichnet im Militärwesen der Punkt der Flugroute an dem Personen, der Nachschub für Truppen oder Versorgungsgüter abgeworfen werden. Fallschirmjäger bezeichnen dieses Gebiet in Anlehnung an den englischen Begriff auch als „Abwurfzone“.

Im Falle des Abwurfs von Nachschub durch Transportflugzeuge wird z. B. auf Paletten befestigte Ausrüstung oder Verpflegung mit einem oder mehreren Fallschirmen und aus geringer Höhe durch einen Bremsschirm abgesetzt. Die Landezonen, an denen der Nachschub eintreffen soll, können mit Rauchgranaten, Fackeln oder GPS markiert werden. Paletten können aber auch auf normalen oder provisorischen Landebahnen bei einem sogenannten „Touch-and-Go“ (abgebrochene Landung) mit Bremsschirm abgeworfen werden, ohne dass das Flugzeug zum Stillstand kommen muss und eventuellen Gefahren zu lange ausgesetzt ist.

Für Fallschirmjäger ist dieses Gebiet meistens nicht durch sichtbare Mittel markiert, da sie bei verdeckten Operationen dem Feind die Position der Fallschirmjäger verraten würden. Der genaue Zeitpunkt des Absprungs wird den Fallschirmspringern entweder durch ein Handzeichen des Piloten oder ein grünes Licht im Laderaum mitgeteilt.

Die Auswahl der Abwurfstelle ist von verschiedenen Faktoren wie u.a. Wetterverhältnissen und Beschaffenheit der Landzone abhängig. Es besteht die Gefahr, dass die Fallschirmjäger durch zu starken Wind von der geplanten Landezone abgebracht werden könnten und sich eventuell in Bäumen verfangen, oder über Wasserflächen landen müssen.

Geschichte

Im Zweiten Weltkrieg wurden in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 eine große Zahl von Fallschirmjägern abgesetzt, die die Landung der Infanterie an den Stränden der Normandie sichern sollten. In den nächsten Tagen wurden die Fallschirmjäger von Flugzeugen aus mit Nachschub versorgt. Die Landezonen des Nachschubs wurden meistens mit Rauchgranaten markiert.

Siehe auch


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