Clemens Allenspach


Clemens Allenspach

Clemens Allenspach (* 15. März 1832 in Sankt Gallen; † 27. April 1909 in Stockholm) war ein österreichischer Politiker.

Allenspach wurde in der Schweiz geboren, zog aber schon im Alter von 4 Jahren mit seinen Eltern nach Österreich um. Nachdem er eine Ausbildung zum Zimmermann absolviert hatte, zog er 1849 zunächst für fünf Jahre nach Ungarn. Als er wieder nach Österreich heimkehrte, engagierte sich Allenspach immer stärker in der Politik. Er trat der Deutschliberalen Partei bei und gründete in Amstetten einen der ersten Ortsvereine der Partei.

Im Jahr 1867 erhält er dann ein Mandat im Abgeordnetenhaus, das er bis zum Jahr 1879 innehat. Besonders erwähnenswert für diese Zeit ist seine Schlichtung im Sozialstreit von Mürzzuschlag. In der kleinen österreichischen Stadt Mürzzuschlag gab es 1871 einen Konflikt zwischen dem Bürgertum und den Stadtherren. Der Bürgermeister wollte die Bürger dazu verpflichten, entgeltfrei drei Stunden mehr täglich zu arbeiten, um mehr Steuereinnahmen zu erzielen. Als Allenspach von dieser Forderung hörte, fuhr er sofort nach Mürzzuschlag und hielt vor dem Rathaus eine Rede vor den Bürgern, in denen er die wachsende Ungleichbehandlung unterer sozialer Schichten bemängelte. Er forderte den Bürgermeister auf, die Bürger zu maximal einer Stunde Mehrarbeit zu verpflichten. Im Gegenzug versprach er Steuerzuschüsse. Bürgertum und Bürgermeister willigten daraufhin ein und der Konflikt war (fast) gelöst. In den folgenden Monaten musste Allenspach vor allem in der Partei schwer kämpfen, um die Zuschüsse für die Stadt durchzusetzen. Im September 1871 wurden die Zuschüsse dann aber beschlossen und Allenspach wurde vor allem in den unteren Schichten bekannt und dort als „Anwalt der Schwachen“ gefeiert.

Nachdem Allenspach 1879 aber das Abgeordnetenmandat verloren hatte, ging er wieder zurück in die Schweiz und arbeitete dort als Zimmermann. 1892 setzte er sich dann in Stockholm zur Ruhe, wo er 1909 an Herzversagen starb.


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