Academixer-Keller
Eingang zum "academixer-Keller" in Leipzig (2009)

Die academixer sind ein Leipziger Kabarett, dass seit 1966 existiert und sich seitdem von einem Studenten- zu einem bekannten Berufskabarett gewandelt hat.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die academixer wurden als Studentenkabarett der damaligen Leipziger Karl-Marx-Universität gegründet, sie gingen hervor aus dem Studentenkabarett des Dolmetscherinstituts. Ihr erster Auftritt fand am 10. September 1966 statt. Die Gründungsmitglieder des Kabaretts waren Christian Becher, Gunter Böhnke, Jürgen Hart, Bernd-Lutz Lange und Gisela Oechelhaeuser. In den ersten 10 Jahren ihrer Existenz machten die academixer nebenberuflich Kabarett, erst 1977 wandelten sie sich zum Berufskabarett (das vorerst als Tourneekabarett bestand, da es keine eigene Spielstätte gab) mit Jürgen Hart als Leiter. Bekannt wurden die academixer neben ihren Auftritten im eigenen Haus, vor allem durch ihre vielen Gastauftritte im In- und Ausland.

Ein harter Einschnitt war der Tod des langjährigen Leiters und Direktors Jürgen Hart am 9. April 2002. Er hatte seit 1966 fast 40 Programme geschrieben und die meisten davon auch inszeniert. Neben seiner Arbeit bei den academixern wurde er vor allem durch sein Lied „Sing, mei Sachse, sing“ einem großen Publikum bekannt.

academixer-Keller

Lesung Luther-Werke 1983

1980 bekam das Ensemble eine eigene Spielstätte in der Leipziger Innenstadt, 100 Meter vom Hörsaalgebäude der Universität entfernt, und erreichte so mit ca. 320 Vorstellungen im Jahr ungefähr 75.000 Besucher.

Das neue Domizil wurde im Keller des 1912/13 von Leopold Stentzler am Neumarkt 21/Ecke Kupfergasse erbauten Messehauses „Dresdner Hof“ gefunden. Einmalig für die Leipziger Messehäuser entstand 1928 nach Entwürfen von Walter Gruner im Kellergeschoss des Dresdner Hofs eine beeindruckende über 1000 m² große repräsentative Empfangshalle im Art-Déco-Stil nebst Auskunftsstellen mit Dolmetscher, Garderobe, Konferenz- und Diktierräumen, Schreib- und Leseräumen, einem Erfrischungsraum mit Bar, Frisierräumen für Damen und Herren, Bädern, Sanitätszimmer mit Krankenschwester u. a. Ein Werbeprospekt aus der Erbauungszeit beschreibt die Halle so: „Das Wesentliche dieses nur für künstliches Licht geschaffenen Raumes ist die Farbe. Das Licht schwimmt im matten Silber der Decke, setzt sich fest an den Metallkanten der Pfeiler, zuckt unruhig in den verschiedenfarbigen Glasplatten und gleitet endlich über den Boden, die Holzteile, die Tafeln, Türen usw. aus echtem Makasarholz um so dunkler erscheinen lassend.“[1]

Die Empfangshalle des Dresdner Hofs besitzt größtenteils noch die Originalausstattung. Diese wurde ergänzt mit dem sich in die Gestaltung des Raumes perfekt einfügenden originalen Bauhaus-Gestühl, entworfen von Marcel Breuer. Die Spielstätte bietet so Platz für etwa 250 Zuschauer. Außerdem gehört zum academixer-Keller eine Gaststätte − der „Mixer“.

Nachdem 1993 der Messebetrieb eingestellt wurde, baute man das Messehaus ab 1998 zur Seniorenresidenz um. Dabei wurde auch der academixer-Keller saniert. Das Kabarett trat während dieser Zeit in einer Interims-Spielstätte (der sogenannten „Kalininmensa“ – einer ehemals der Naumann-Brauerei gehörenden, ca. 1000 Plätze umfassenden Bier-, Konzert- und Speisewirtschaft – im gleichen Gebäude) auf. Ab 9. Juni 2000 spielte man wieder im alten denkmalgerecht sanierten Keller.

Der academixer-Keller dient auch als Spielstätte für Gastauftritte anderer Künstler und Kabaretts wie Gayle Tufts oder der Herkuleskeule. Auch für die seit 1991 jährlich stattfindende Lachmesse wird er intensiv genutzt. Bekannte Künstler wie Dirk Bach, Rainald Grebe, Georg Schramm oder Roger Willemsen traten hier auf.

Darsteller

  • Carolin Fischer (seit 2001): Kabarettistin
  • Anke Geißler (seit 1991): Kabarettistin
  • Katrin Hart (die Frau des verstorbenen Jürgen Hart, seit 1969): Kabarettistin
  • Anne Loch (seit 1999): Kabarettistin, Autorin
  • Natalie Hünig
  • Ralf Bärwolff (seit 2003): Kabarettist und Autor
  • Christian Becher (seit 1966): Kabarettist, Autor und Regisseur
  • Peter Treuner (seit 1986): Kabarettist, Autor
  • Armin Zarbock
  • Stefan Ebeling (seit 2006): Kabarettist

[2]

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Hocquél: Die Architektur der Leipziger Messe. Kaufmannshof, Messepalast, Passage, Messegelände. Berlin: Verlag für Bauwesen 1994. ISBN 3-345-00575-1, S. 104 f.
  2. 40 Jahre academixer - unser Buch, ISBN 978-3-9811-5150-3, S. 165 ff.

Weblinks


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