Accum
Accum
Stadt Schortens
Koordinaten: 53° 33′ N, 8° 1′ O53.5458333333338.01305555555560Koordinaten: 53° 32′ 45″ N, 8° 0′ 47″ O
Höhe: 0 m
Einwohner: 1.068 (2004)
Postleitzahl: 26419
Vorwahl: 04423
Die Accumer Mühle mit der Mühlenscheune

Accum ist ein Stadtteil der Stadt Schortens zwischen Jever und Wilhelmshaven im Landkreis Friesland, Niedersachsen. Accum hat derzeit 1068 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2004).

Geschichte

Accum wurde um 840 erstmals in einer Kirchenchronik durch Erzbischof Ansgar von Bremen erwähnt. Damals war Ackem die übliche Ortsbezeichnung, der Name Accum wird erst seit ca. 500 Jahren verwendet.

Die Kirche unterstand 1420 dem Sendstuhl Jever des Bremer Domdekans und diente in den Fehden friesischer Häuptlinge während des 14. und 15. Jahrhunderts als Festungskirche. In ihr wurde 1476 der Friesen-Häuptling Lübbe Onneken bestattet, ferner 1565 Tido von Knipens und Inhusen mit seiner Gemahlin Eva von Renneberg, deren Grabmal in schwarzem Marmor ein Beispiel bester flämischer Renaissance-Porträtplastik im Küstengebiet ist.

Dem Vorbild des ostfriesischen Adels folgend, führte Tido von Knipens und Inhusen in seinem Gebiet 1555 die Reformation ein. Seit jener Zeit ist Accum die einzige reformierte Kirche im Land Oldenburg.

1719 wurde die St. Willehad Kirche gebaut, nachdem die vorherige Kirche von mehreren Sturmfluten schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war. 1746 wurde die Accumer Windmühle gebaut, die auch heute noch durch einen Verein betrieben wird. Eine zweite Mühle soll sich etwas außerhalb von Accum, im Ortsteil Pingelei, befunden haben, jedoch ist von dieser heute nichts mehr erhalten.

Reichsgraf Wilhelm Gustav Friedrich von Bentinck ließ sich in Accum am 8. September 1816 als reichsunmittelbarer souveräner Herr von Knyphausen (Kniphausen) nach 16-jähriger Gewissensehe mit Sara Margarethe Gerdes, einer Kleinbauerntochter aus Bockhorn kirchlich trauen. Den Söhnen wurde der Makel illegitimer Abkunft nach langwierigem Rechtsstreit (Bentinckscher Erbfolgestreit) mit dem holländisch-englischen Bentincks durch einen Vertrag von 1854 offiziell genommen. Infolge des Vertrages kam Accum zum Großherzogtum Oldenburg.

Die bis dahin selbstständige Gemeinde Accum wurde 1933 aufgelöst und der Großgemeinde Kniphausen zugeordnet. 1948 wurde Accum dann ein Teil der Gemeinde Sillenstede, welche sich 1972 mit der heutigen Stadt Schortens zur Gemeinde Schortens zusammenschloss.

Accum hat kirchlich eine besondere Bedeutung, da es die einzige reformierte Gemeinde in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg ist.

Literatur

  • Hermann Lübbing: Oldenburg. Historische Konturen. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1971, ISBN 3-87358-045-4
  • Robert-Dieter Klee: Das Ende einer Herrlichkeit. Kniphausen und Oldenburg vor 150 Jahren. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 77 (2005), S. 187–226. (Zum Bentinckschen Erbfolgestreit)

Weblinks


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