Acer cappadocicum
Kolchischer Ahorn
Kolchischer Ahorn

Kolchischer Ahorn

Systematik
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Unterfamilie: Hippocastanoideae
Gattung: Ahorne (Acer)
Art: Kolchischer Ahorn
Wissenschaftlicher Name
Acer cappadocicum
Gled.

Der Kolchische Ahorn (Acer cappadocicum) ist eine Baumart aus der Gattung der Ahorne (Acer) in der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae).

Der Kolchische Ahorn ist nahe mit dem Spitz-Ahorn (Acer platanoides) verwandt. Sein großes Verbreitungsgebiet reicht vom Mittelmeerraum quer durch Asien bis nach China.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Es handelt sich um einen zwölf bis 20 Meter groß werdenden Baum. Die jungen Zweige sind oft bereift, bis zum zweiten Jahr glänzend grün oder rötlich. An älteren zweigen und am Stamm ist die Borke relativ glatt, die Farbe reicht von dunkelbraun bis zu einem hellen, weißlichen Grau.

Die dünnen, papierartigen Blätter sind meist siebenlappig, fünf bis 14 Zentimeter breit, die Länge etwas größer. An der Basis herzförmig abgerundet, Lappen dreieckig-eiförmig, lang zugespitzt, die beiden unteren viel kleineren als die fünf oberen. Sie sind ganzrandig, oberseits matt dunkelgrün und unterseits glänzend hellgrün, netznervig. Der Stiel ist fünf bis 15 Zentimeter lang, mit Milchsaft darin. Im Austrieb sind die Blätter frisch hellgrün gefärbt, die Herbstfärbung ist goldgelb bis rot.

Der Kolchische Ahorn ist einhäusig. Die Blüten sind hellgelb, zu 15 bis 20 in kleinen, breiten, lockeren, aufrecht stehenden Trugdolden. Jede Blüte besteht aus fünf Kelch- und fünf Kronblättern. Männliche Blüten enthalten acht Staubblätter, weibliche das Gynoeceum mit zwei Griffeln. Die Blütezeit ist Ende Mai.

Die Früchte sind Spaltfrüchte mit weitwinkligen, gespreizten, drei bis fünf Zentimeter langen Flügeln.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Kolchischen Ahorns erstreckt sich vom Süden Italiens über den Kaukasus in Westasien nach Osten bis zum Himalaja und in den Westen von China.

Er kommt in sommergrünen Bergwäldern als Baum der unteren Kronenschicht vor.

Systematik

Der Kolchische Ahorn wird innerhalb der Gattung der Ahorne in die Sektion Platanoidea eingeordnet. Der Name der Sektion weist schon auf seine Verwandtschaft mit dem Spitz-Ahorn (Acer platanoides) hin. In Ostasien gibt es eine Reihe weiterer verwandter Arten, die teilweise schon als Unterarten des Kolchischen Ahorns angesehen wurden, wie Acer amplum, Acer longipes oder Acer shenkanense.

Wissenschaftlich beschrieben wurde der Kolchische Ahorn zuerst 1785 von Johann Gottlieb Gleditsch. Die folgenden Unterarten lassen sich unterscheiden:[1]

  • Acer cappadocicum ssp. cappadocicum - Die Nominatform ist von Kleinasien, dem Schwarzmeergebiet über den Kaukasus bis zum Himalaya und ins westliche China verbreitet. Die Blätter sind meist siebenlappig und relativ groß. Von dieser Unterart wurden zwei Sorten ausgelesen:
    • 'Aureum' - Blätter gelblich bis gelbgrün, schwächer wachsend.
    • 'Rubrum' - Blätter rötlich.
  • Acer cappadocicum ssp. divergens (K.Koch ex Pax) Murr. - Diese Unterart ist im Transkaukasus verbreitet und in allen Teilen wesentlich kleiner. Die Blätter sind nur drei- bis fünflappig, bis fünf Zentimeter breit, die Pflanze wächst eher strauchförmig.
  • Acer cappadocicum ssp. lobelii (Tenore) Murr. - Hauptartikel: Kalabrischer Ahorn. der Kalabrische Ahorn, der teilweise auch als eigenständige Art geführt wird, hat ein kleines Verbreitungsgebiet im Süden Italiens. der Baum erreicht eine Höhe von etwa 15 Metern, die Blätter sind relativ groß und fünflappig, die Lappen weisen charakteristisch nach vorne. Der Zöschener Ahorn (Acer × zoeschense) ist eine Garten-Hybride des Kalabrischen Ahorns mit dem Feld-Ahorn (Acer campestre). Sie wird manchmal in der leicht rotlaubigen Sorte 'Annae' gepflanzt.
  • Acer cappadocicum ssp. sinicum (Rehder) Hand.-Mazz. - Diese nur in China beheimatete Unterart hat fünflappige Blätter, die mit sechs bis acht Zentimeter recht klein bleiben. Blattstiel und Früchte sind rötlich gefärbt.

Belege

  • Helmut Pirc (1994): Ahorne. S. 114ff. Eugen Ulmer Verlag, ISBN 3-8001-6554-6
  • Xu Ting-zhi, Chen Yousheng; Piet C. de Jong, Herman J. Oterdoom, Chin-Sung Chang (Entwurf): Aceraceae. In: Wu, Z.Y., Raven, P.H. (Hrsg.): Flora of China. Online, abgerufen am 24.11.2007
  • Edward Murray (2001): Aceraceae. In Ali, S.I., Qaiser, M. (Hrsg.): Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden Press, St. Louis. Online, abgerufen am 24.11.2007

Einzelnachweise

  1. Germplasm Resources Information Network: Acer cappadocicum. Online, abgerufen am 24.11.2007

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