Acer circinatum
Weinblatt-Ahorn
Weinblatt-Ahorn (Acer circinatum)

Weinblatt-Ahorn (Acer circinatum)

Systematik
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Unterfamilie: Hippocastanoideae
Gattung: Ahorne (Acer)
Art: Weinblatt-Ahorn
Wissenschaftlicher Name
Acer circinatum
Pursh
Blätter im Austrieb und Blüten
Einzelne Blüte
Früchte des Weinblatt-Ahorns

Der Weinblatt-Ahorn (Acer circinatum) ist eine Laubbaum-Art aus der Gattung der Ahorne (Acer). Diese werden heute in die Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) gestellt, bildeten früher aber eine eigene Familie Ahorngewächse (Aceraceae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Es handelt sich um einen mehrstämmigen Großstrauch oder um einen bis zwölf Meter hohen Baum. In offenen, besonnten Situationen wächst er aufrecht, im Schatten anderer Bäume oft übergeneigt bis niederliegend. Wenn die Zweige den Boden berühren, können sie Wurzeln schlagen und Absenker bilden. Auch aus den Wurzeln können Ausläufer gebildet werden. Die Rinde ist glatt und grünlich bis rötlich braun. Die Triebe sind dünn, kahl, blassgrün bis braun, oft weißlich bereift und schwach klebrig.

Die Blätter sind sieben- bis neunlappig, fünf bis zwölf Zentimeter breit und an der Basis schwach herzförmig. Sie sind unregelmäßig doppelt gesägt und oberseits hellgrün. Der Stiel ist 2,5 bis 3,5 Zentimeter lang. Die Herbstfärbung ist gelb bis karminrot.

Die Kelchblätter sind purpurfarben und die kleineren Kronblätter sind weiß, 1,2 Zentimeter breit, zu sechs bis 20 in kahlen Trauben. Die Blütezeit ist April bis Mai.

Die Früchte sind Spaltfrüchte und reifen im Herbst. Sie sitzen in Paaren mit leicht winklig abgespreizten jeweils zwei Zentimeter langen Flügeln. Die Früchte werden im Herbst vom Wind verbreitet und keimen im Frühjahr. Sämlinge sind selten, meist vermehrt sich der Weinblatt-Ahorn vegetativ über Absenker und Ausläufer.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet liegt im westlichen Nordamerika und reicht vom südlichen Kanada (British Columbia) bis nach Nordkalifornien.[1] Der Weinblatt-Ahorn ist auf die feuchte Westseite des Kaskaden-Gebirges beschränkt, nur selten kommt er in Tälern auf der trockeneren Ostseite vor. Im Norden des Verbreitungsgebietes steigt er nicht höher als 1000 Meter, im Süden ist er bis auf 1600 Meter Höhe anzutreffen.

Er wächst im geschlossenen Wald, am Waldrand sowie auf feuerbedingten Initialstadien. Die Böden sind tiefgründig, gut drainiert, aber durch die hohen Niederschläge doch feucht. Vergesellschaftet ist er mit den die dortigen Wälder dominierenden hohen Nadelgehölzen: Douglasie (Pseudotsuga menziesii), Westamerikanische Hemlocktanne (Tsuga heterophylla), Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata), Lawsons Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana), Sitka-Fichte (Picea sitchensis) und Purpur-Tanne (Abies amabilis). Auf der Ostseite des Kaskaden-Gebirges kommt er zusammen mit der Gelb-Kiefer (Pinus ponderosa) vor. Weitere Sträucher, die mit dem Weinblatt-Ahorn in derselben Kronenschicht wachsen, sind etwa Grün-Erle (Alnus viridis ssp. sinuata), Roter Holunder (Sambucus racemosa), Holodiscus discolor, Corylus cornuta, Berberis nervosa, Shallon-Scheinbeere (Gaultheria shallon), Rhododendron macrophyllum, Rubus ursinus und Rosa gymnocarpa. In der Krautschicht wachsen Moosglöckchen (Linnaea borealis), Vaccinium alaskaense, Vaccinium membranaceum, Tiarella trifoliata, Polistichum munitum, Bärengras (Xerophyllum tenax), Hydrophyllum-Arten, Actaea rubra und Whipplea modesta.

Elche (Alces alces) und Maultierhirsche (Odocoileus hemionus) fressen das Laub des Weinblatt-Ahorns, Elche im Winter auch die Rinde und Zweige. Die Samen, Knospen und Blüten werden von einer Reihe von Vögeln und von kleinen Säugetieren wie Eichhörnchen und Streifenhörnchen gefressen.

Verwendung

Der Weinblatt-Ahorn wird gelegentlich als Ziergehölz verwendet. Dazu sind einige wenige Sorten ausgelesen worden:

  • 'Little Gem' - Zwergform, schwach wachsend, Blätter höchstens zwei bis drei Zentimeter groß.
  • 'Monroe' - geschlitzte Blätter, Blattlappen bis zum Blattstiel eingeschnitten und wiederum fiederförmig geteilt.

Lokal wird das Holz gelegentlich als Feuerholz oder zur Herstellung von Werkzeugstielen und -griffen verwendet. Die Indianer verwendeten lange, dünne Zweige zum Flechten von Körben, Schneeschuhen und Fischreusen.[2]

Systematik

Der Weinblatt-Ahorn wurde von Frederick Traugott Pursh 1814 wissenschaftlich beschrieben.[3] Innerhalb der Gattung der Ahorne wird er in die Sektion Palmata und dort wiederum in die gleichnamige Serie Palmata eingeordnet. Es ist der einzige Vertreter dieser Sektion in Amerika; die verwandten Arten wie Japanischer Ahorn (Acer japonicum) oder Acer pseudosieboldianum wachsen alle in Ostasien.

Belege

  • Helmut Pirc (1994): Ahorne. S. 123. Eugen Ulmer Verlag, ISBN 3-8001-6554-6
  • Ronald J. Uchytil (1989): Acer circinatum. In: Fire Effects Information System. U.S. Department of Agriculture, Forest Service. Online, abgerufen am 28.11.2007

Einzelnachweise

  1. Elbert L. Little (1971): Atlas of United States Trees. Band 3: Minor Western hardwoods. U.S. Department of Agriculture Miscellaneous Publication 1314. Online, abgerufen am 28.11.2007
  2. Native American Ethobotany Database, University of Michigan Online, abgerufen am 06.09.2007
  3. F.T. Pursh (1814): Flora Americae Septentrionalis. 1:267. Online, abgerufen am 29.11.2007

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