Achacachi
Achacachi
Basisdaten
Einwohner (Stand) 10.429 Einw. (Fortschreibung 2010) [1]
Höhe 3.854 m
Telefonvorwahl (+591)
Koordinaten 16° 3′ S, 68° 41′ W-16.044444444444-68.6853854Koordinaten: 16° 3′ S, 68° 41′ W
Achacachi (Bolivien)
Achacachi
Achacachi
Politik
Departamento La Paz
Provinz Omasuyos
Klima
Klimadiagramm Achacachi
Klimadiagramm Achacachi

Achacachi ist eine Kleinstadt auf dem Altiplano des südamerikanischen Anden-Hochgebirges in Bolivien.

Inhaltsverzeichnis

Lage im Nahraum

Achacachi (Aymara: Jach'ak'achi) liegt auf einer Höhe von 3.854 m auf der Achacachi-Halbinsel am Ostufer des Titicacasees, 96 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt La Paz. Die Stadt ist Hauptstadt der Provinz Omasuyos und ist Ausgangspunkt für Trekking-Fahrten zum Titicacasee, in das Illampú-Bergmassiv oder entlang des Río Keka. Nach der spanischen Eroberung trug die Gemeinde den Namen Villa Lealtad de Cacere, benannt nach dem ersten ansässigen spanischen Gutsbesitzer.

Geographie

Das Klima im Raum Achacachi leitet sich ab aus der Höhenlage auf dem Altiplano und der Nähe zur großen Wasserfläche des Titicacasee, der die Temperaturschwankungen abmildert.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 11 °C (siehe Klimadiagramm Achacachi), wobei der Monatsdurchschnitt im kältesten Monat (Juli) mit 8 °C nur wenig von den wärmsten Monat (November bis März) mit 12 °C abweicht. Das Klima ist arid von Juni bis August mit nur sporadischen Niederschlägen, und es ist humid in den Sommermonaten, vor allem von Dezember bis März, mit Monatsniederschlägen von teilweise mehr als 100 mm. Der Jahresniederschlag liegt bei etwa 600 mm.

Geschichte

Achacachi war vor der Zeit der Inka Hauptstadt des Umasuyus-Volkes am Ostufer des Titicacasees, das sich erfolgreich gegen die Unterwerfung durch die Inka zur Wehr setzte. Dies hat zur Folge, dass von der indigenen Bevölkerung der Region weiterhin Aymara und nicht Quechua gesprochen wird.

Bei Ankunft der spanischen Eroberer existierte dort bereits eine Stadt mit Namen " Jach'a Kach'i" (in der Sprache der Aymará "jach'a" = groß und "k'achi" = Felsspitze), woraus die Spanier den Namen Achacachi machten. Am 24. Januar 1826 wurde die Stadt Verwaltungssitz der Provinz.

Bevölkerung

Die Bevölkerung der Stadt hat sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten nahezu verdoppelt:

  • 1992: 5.602 Einwohner (Volkszählung)[2]
  • 2001: 7.540 Einwohner (Volkszählung)[3]
  • 2010: 10.429 Einwohner (Fortschreibung)[4]

Von der ethnischen Zugehörigkeit her ist die Mehrzahl der Einwohner Aymara. Bürgermeister der Stadt ist Eugenio Rojas Apaza, der bei der Gemeinderatswahl im Jahr 2004 30,5% der Stimmen auf sich vereinigte, mit deutlichem Vorsprung vor Francisco Lipe (11,9%) und anderen Mitbewerbern. Prominenter Sohn der Gemeinde ist Juan Vargas Aruquipa, der am 8. März 1947 in Achacachi geboren wurde und seit dem 20. August 1997 Bischof im bolivianischen Bistum Coroico ist.

Wirtschaft

Die Stadt lebt vor allem von landwirtschaftlicher Produktion, die auf Grund der vorherrschenden Armut teilweise mit primitivsten Mitteln betrieben wird. Schwerpunkte sind die Schafzucht und der Anbau von Kartoffeln, Quinoa und Futtergetreide.

Politik

Auf Grund der ethnischen Zusammensetzung, der großen Armut in der Bevölkerung und der am Río Keka gelegenen Militärkaserne ist es vor allem seit dem Jahr 2000 immer wieder zu Zusammenstößen mit der Zentralregierung und der Armee gekommen, zu Straßenblockaden und zu gewalttätigen Übergriffen von beiden Seiten. Dabei sind sowohl im Jahr 2000 als auch 2003 und 2005 Bürger der Stadt wie auch Vertreter der Staatsmacht ums Leben gekommen. Auslöser der Unruhen waren jeweils die Privatisierungspläne der Regierung für Wasser und Erdgas.

Einzelnachweise

  1. World Gazetteer
  2. Instituto Nacional de Estadística Bolivia (INE) 1992
  3. Instituto Nacional de Estadística Bolivia (INE) 2001
  4. World Gazetteer

Weblinks


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