Achaios (Kleinasien)

Achaios der Jüngere († 213 v. Chr. in Sardes) war ein General des griechischen Seleukidenreiches und König in Kleinasien von 220 bis 213 v. Chr.

Achaios der Jüngere war angeblich ein Urenkel des seleukidischen Dynastiegründers Seleukos I. Nikator und diente zunächst wie sein Vater Andromachos und sein Großvater Achaios der Ältere dem Reich als General. Seine Tante Laodike war die Frau König Seleukos' II. und die Mutter Antiochos' III.. Achaios war mit einer weiteren Laodike, der Tochter des pontischen Königs Mithridates' II., verheiratet.

223 v. Chr. begleitete Achaios den Seleukidenkönig Seleukos II. auf einen Feldzug nach Kleinasien, als dieser ermordet wurde. Das Heer sprach sich für Achaios als Nachfolger aus, doch lehnte er zu Gunsten Antiochos III., des jüngeren Bruders der Ermordeten, ab. Achaios wurde daraufhin aufgrund seiner Treue zum Vizekönig von Kleinasien bestimmt. Dort war der seleukidische Einfluss stark durch die Expansion des pergamenischen Königs Attalos I. zurückgedrängt worden. In den folgenden drei Jahren machte Achaios diese Verluste wett und schloss Attalos in dessen Hauptstadt ein.

Seit 222 v. Chr. wurde Achaios vom ägyptischen König Ptolemaios III. umworben, der den General zu einem Seitenwechsel bewegen wollte. Allem Anschein nach fing Achaios schließlich an, seinen früheren Verzicht auf das Königtum zu bereuen. Ausschlaggebend war unter anderem auch das ptolemaiische Angebot, Achaios' Vater Andromachos freizulassen, der sich in ägyptischer Gefangenschaft befand. Als Antiochos III. 220 Atropatene angriff, nutzte Achaios die Gelegenheit und ließ sich von seinen Soldaten zum König proklamieren. Anschließend marschierte er mit seiner Armee auf Syrien zu, um dort einen Staatsstreich durchzuführen. Seine Truppen wünschten zwar ihrem siegreichen Feldherrn den Königstitel, doch weigerten sie sich, gegen den eigentlichen König des Seleukidenreiches zu kämpfen. Als Achaios erkannte, dass sein Heer meutern würde, ließ er verkünden, dass der Feldzug in Wirklichkeit nur der Plünderung Pisidiens diene (Polybios, V 57).

Von 219-217 war Antiochos III. durch den Vierten Syrischen Krieg gegen die Ptolemaier gebunden, so dass sich Achaios in dieser Zeit wieder dem Kampf gegen die übrigen kleinasiatischen Königreiche widmen konnte. Nach dem Friedensschluss zwischen Seleukiden und Ptolemaiern zog Antiochos III. aber gegen seinen abtrünnigen General. Von 216-213 kämpften die beiden Angehörigen des Seleukidenreiches gegeneinander, wobei Antiochos III. von Anfang an im Vorteil war, da er ein Bündnis mit Attalos I. von Pergamon abschließen konnte. Achaios konnte die Heeresstraße nach Sardes im ersten Kriegsjahr verteidigen, wurde danach aber in seiner Hauptstadt eingeschlossen. Nach zweijähriger Belagerung versuchte er zu fliehen, wurde aber gefasst und hingerichtet. Antiochos III. hatte zwar bereitwillig besiegten fremden Königen Titel und Land gelassen, doch war Achaios in seinen Augen ein Usurpator, den er nicht zu dulden bereit war.

Literatur

  • Hatto H. Schmitt: Untersuchungen zur Geschichte Antiochos' des Großen und seiner Zeit. Steiner, Wiesbaden 1964.

Weblinks


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