Achenbach-Fahrsystem

Das Achenbach-Fahrsystem ist eine von Benno von Achenbach entwickelte Fahrlehre im Pferdesport, die sich in Mitteleuropa verbreitet hat und vor allem in Deutschland in Bezug auf Ausrüstung, Lehre und Wettbewerbe zu einem Quasi-Standard geworden ist.

Die 7 Grundsätze des Achenbach-Systems

  1. Zum korrekten Fahren gehören: Die Achenbachleine, die Peitsche und eine feste Bracke (also insbesondere keine Spielwaage).
  2. Auf korrektem Ein- und Zweispännigfahren ist das Vier- und Mehrspännigfahren aufgebaut.
  3. Der Fahrer muss in jeder Situation die rechte Hand frei machen können, z.B. zum Bremsen, Einsatz der Peitschenhilfe, Handzeichengeben oder Grüßen.
  4. Wendungen (Kurven) werden durch Nachgeben der äußeren Leine eingeleitet.
  5. Die Hände des Fahrers stehen senkrecht. Wendungen werden nur durch drehen der Handgelenke gefahren.
  6. Rechts- und Linkswendungen werden grundsätzlich verschieden gefahren, da der Kutscher rechts sitzt.
  7. Das Gleitenlassen einer oder mehrerer Leinen ist verboten.

Entstehung des Systems

Benno von Achenbach hat als letzter Leiter des Kaiserlichen Fahrstalls die aus seiner Sicht sinnvollsten und schlüssigsten Elemente der damaligen stark regional geprägten Fahrstile zusammengetragen und hat aus seinen Erkenntnissen, die er auf den Reisen durch Europa sammelte das erste und bis heute einzige Gesamtwerk eines allgemeingültigen Fahrsystems gemacht. Ihm war zuvor aufgefallen, das die verschiedenen Fahr- und Anspannungsstile jeweils einige Vorzüge aber auch Nachteile enthalten. In ihm erwuchs das Bedürfnis nach einer einheitlichen Lehre, die eine europaweite Leitlinie darstellt. Noch heute gilt das Achenbach-System als der universell einsetzbare Bewertungsmaßstab im internationalen Fahrsport.

Einige der ehemaligen Fahrschüler Achenbachs haben durch das Niederschreiben der Lehren des großen Meisters dem System etwas mehr Details verliehen, da es von Achenbach selbst recht allgemein gehalten war.


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