Achilleion (Leipzig)
Sowjetischer Pavillon 2010

Das Achilleion Leipzig ist eine 1923/24 erbaute, von Oskar Pusch und Carl Krämer entworfene Messehalle, die auch als Sportpalast genutzt wurde. Es befindet sich in Leipzig auf dem alten Messegelände, südöstlich der Innenstadt in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals und der Deutschen Bücherei. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und ist seit dem darauf folgenden Umbau als Sowjetischer Pavillon (Messehalle 12) bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Gebäudes

Achilleion als Sowjetischer Pavillon während der Leipziger Frühjahrsmesse 1974

1913 war Leipzig Ort der IBA. Die damals errichteten Hallen wurden ab 1920 teilweise für die Technische Messe genutzt, deren Erfolg bald Neubauten erforderlich machte. Das Achilleion entstand auf dem damaligen Messegelände 1923/24 als Ausstellungshalle für Werkzeugmaschinen.

In den zwanziger Jahren wurden in vielen deutschen Städten neue Sportstätten gebaut, z. B. Stadien in Hamburg, Nürnberg, Frankfurt am Main und Frankfurt an der Oder und die Westfalenhalle in Dortmund. Auch in Leipzig wünschte man sich eine Halle, insbesondere für Radrennen, jedoch konnte die Stadt kein Geld dafür aufbringen. Schließlich erklärte sich der Verband der Werkzeugmaschinenfabrikanten bereit, seine Messehalle in den Wintermonaten zur Verfügung zu stellen, und der Verein Sportplatz Leipzig übernahm die Kosten für die Umgestaltung des Innenraums. Die Architekten der Halle versahen das Gebäude mit einem antikisierenden Portikus, um das Sportpublikum mit der nüchtern-modernen Halle zu versöhnen. Am 8. Oktober 1927 wurde die Sporthalle für 8000 Zuschauer unter dem Namen „Achilleion“ eröffnet.

Der Sportpalast in der Messehalle war als vorläufige Lösung gedacht, blieb aber lange Leipzigs einzige Großsporthalle. Das Konzept der Kombi-Halle mit Ausstellungen und Sportveranstaltungen erwies sich als erfolgreich und wurde auch 50 Jahre später beim Bau der Messehalle 7 übernommen.

In den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs wurde das Achilleion stark zerstört. Im Mai 1946 fand die erste Leipziger Messe nach dem Krieg statt, und das alte Messegelände wurde Schritt für Schritt wieder nutzbar gemacht. Das Achilleion wurde allerdings erst 1950 als Sowjetischer Pavillon wieder eröffnet. Bis zum Ende der DDR diente es als Startpunkt für die Messerundgänge der Staats- und Parteiführung. Der Portikus wurde mit einer hellen Verkleidung versehen, und das Gebäude erhielt eine markante goldene Spitze mit rotem Sowjetstern.

Der Portikus des sowjetischen Pavillons steht heute, wie drei andere Objekte auf dem alten Messegelände, unter Denkmalschutz.

Die Stiftung Deutsches Holocaust-Museum plant, in der Halle des sowjetischen Pavillons ein Deutsches Holocaust-Museum zu errichten.[1]

Einzelnachweise

  1. Zum Standort des geplanten Deutschen Holocaust-Museums

Siehe auch

Weblinks

51.319512.398307

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Achilleion — steht für: Achilleion (Korfu), ein Schloss auf Korfu, das die österreichische Kaiserin Elisabeth 1890–1892 bauen ließ Achilleion (Troas), antike Siedlung an der Nordwestküste der Troas, beim angeblichen Grabhügel des Achilleus Achilleion… …   Deutsch Wikipedia

  • Leipzig — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Alte Messe Leipzig — Das Doppel M – Logo der Leipziger Messe am Osttor der Alten Messe Mit Alte Messe wird in Leipzig jenes etwa 50 Hektar große Gelände bezeichnet, auf dem von 1920 bis 1991 die Ausstellungen der Technischen Messe im Rahmen der Leipziger Messe… …   Deutsch Wikipedia

  • Domgörgen — Hein Domgörgen [[Datei:|200px]] Daten Geburtsname Heinrich Domgörgen Kampfname(n) {{{ringname}}} Gewichtsklasse Mittelge …   Deutsch Wikipedia

  • Einkreisungspolitik — Wilhelm II., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen (* 27. Januar 1859 in Berlin; † 4. Juni 1941 in Doorn, Niederlande), Sohn Kaiser Friedrichs III., entstammte der Dynastie der Hohenzollern und war von 1888 bis 1918 letzter …   Deutsch Wikipedia

  • Friedrich Wilhelm Albert Victor von Preußen — Wilhelm II., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen (* 27. Januar 1859 in Berlin; † 4. Juni 1941 in Doorn, Niederlande), Sohn Kaiser Friedrichs III., entstammte der Dynastie der Hohenzollern und war von 1888 bis 1918 letzter …   Deutsch Wikipedia

  • Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen — Wilhelm II., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen (* 27. Januar 1859 in Berlin; † 4. Juni 1941 in Doorn, Niederlande), Sohn Kaiser Friedrichs III., entstammte der Dynastie der Hohenzollern und war von 1888 bis 1918 letzter …   Deutsch Wikipedia

  • Kaiser Wilhelm II — Wilhelm II., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen (* 27. Januar 1859 in Berlin; † 4. Juni 1941 in Doorn, Niederlande), Sohn Kaiser Friedrichs III., entstammte der Dynastie der Hohenzollern und war von 1888 bis 1918 letzter …   Deutsch Wikipedia

  • Kaiser Wilhelm II. — Wilhelm II., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen (* 27. Januar 1859 in Berlin; † 4. Juni 1941 in Doorn, Niederlande), Sohn Kaiser Friedrichs III., entstammte der Dynastie der Hohenzollern und war von 1888 bis 1918 letzter …   Deutsch Wikipedia

  • Wilhelm II. (Deutsches Kaiserreich) — Wilhelm II., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen (* 27. Januar 1859 in Berlin; † 4. Juni 1941 in Doorn, Niederlande), Sohn Kaiser Friedrichs III., entstammte der Dynastie der Hohenzollern und war von 1888 bis 1918 letzter …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”