Achimer Kurier
Bremer Tageszeitungen AG mit Weser-Kurier und Bremer Nachrichten und Verdener Nachrichten
Beschreibung Bremer Tageszeitungen
Verlag Bremer Tageszeitungen AG
Erstausgabe 14. Januar 1743 (Bremer Nachrichten)
19. September 1945 (Weser-Kurier)
Erscheinungsweise täglich / sonnabends / sonntags
Auflage
(IVW Qiv/2008)
167.305 Exemplare
Chefredakteur Lars Haider (Weser-Kurier
und Bremer Nachrichten) (02/2009)
Herausgeber Ulrich Hackmack, Florian Kranefuß (02/2009)
Weblink http://www.weser-kurier.de http://www.bremer-nachrichten.de
Das Pressehaus in der Martinistraße in Bremen.

Die Bremer Tageszeitungen AG (BTAG) ist ein Verlag. Er verlegt die Tageszeitungen Weser-Kurier, Bremer Nachrichten und Verdener Nachrichten, die in Bremen und dem niedersächsischen Umland erscheinen.

Der Verlag verfügt über ein eigenes Druckhaus in Bremen-Woltmershausen. Eigentümer des rechtlich als Aktiengesellschaft fungierenden Verlags sind die Bremer Familien Meyer und Hackmack.

Inhaltsverzeichnis

Ausgaben

Der Weser-Kurier erscheint in einer Hauptausgabe und acht Regionalzeitungen. Die Bremer Nachrichten unterscheidet sich von der Schwesterzeitung Weser-Kurier nur auf den Politikseiten. Diese werden von einer eigenen Nachrichtenredaktion produziert, die wiederum auch auf eigene Korrespondenten zugreifen kann.

Jeden Montag und Donnerstag ist die Ausgabe um einen stadtteilspezifischen Sonderteil als Beilage erweitert, den Stadtteil-Kurier. Darin finden sublokale Themen Platz, die besonders für den einzelnen Stadtteil und die dort wohnhaften Leser interessant sind. Vor allem sollen die lokalen Stadtausgaben aber ein redaktionelles Anzeigenumfeld für den nur stadtteilgebundenen Handel und Gewerbe darstellen.

Seit 1983 erscheint eine Sonntagsausgabe unter dem Titel Kurier am Sonntag.

Regionalzeitungen

Die acht Regionalbeilagen, die auf Leserinnen und Leser im niedersächsischen Umland von Bremen und in Bremen-Nord ausgerichtet sind, verfügen über eigene Regional- und Regionalsportredaktionen:

Die Verdener Nachrichten erscheinen als Kopfausgabe mit eigenem Titel und nicht - wie die anderen Regionalausgaben - als Beilage (sogenannte Supplements), enthalten aber denselben Mantelteil.

Aktivitäten in Delmenhorst

Schon 2005 war das Delmenhorster Kreisblatt Teil des „Bremer Anzeigenblocks“ geworden. Die Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf den redaktionellen Bereich. Die Bremer Tageszeitungen liefern den Mantelteil nach Delmenhorst, was in der Region südwestlich von Bremen eine Abnahme der redaktionellen Vielfalt bedeutet.

Delmenhorst gilt auch in einem anderen Bereich als „Testlabor“ des Bremer Verlages. Die gesamte Lokalredaktion der Regionalausgabe Delmenhorster Kurier wurde 2006 aufgelöst. Stattdessen wurden Redakteure eines externen Unternehmens im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung eingesetzt. Von Gewerkschaftsseite wird diese Konstruktion als Tarifflucht betrachtet. Auch weitere redaktionelle Dienstleistungen hat der Verlag mittlerweile ausgegliedert. Mittlerweile sind weitere Lokalredaktionen des Verlages ebenfalls ausgegliedert worden. Zu Kündigungen von Redakteuren kam es durch die Umstrukturierungen nicht. Die betroffenen Lokalredakteure wurden in anderen Abteilungen des Hauses eingesetzt.[1]

Auflagen und Reichweite

Die verkaufte Auflage der beiden gemeinsam ausgewiesenen Tageszeitungen Weser-Kurier und Bremer Nachrichten beträgt 169.061 Exemplare (IVW II/08). In letzter Zeit bemüht sich der Verlag, etwa durch die Ausgabe einer „AboCard“, Verluste im Tageszeitungsgeschäft durch andere Einnahmenquellen auszugleichen. Stärkeres Marketing soll mehr Leser gewinnen. Trotzdem ist die Auflage der Tageszeitungen weiter deutlich im Abwärtstrend, die verkaufte Auflage sank im Zeitraum 1998 bis 2008 um 15,25 Prozent (IVW II/98 zu II/08); noch stärker fielen die Abonnentenzahlen.

Mit mehr Kooperationen mit Umland-Blättern wollen die Verlage ihre Zeitungen für die Werbewirtschaft attraktiv halten. Seit dem 1. Januar 2007 ist daher die über die Kreiszeitung Syke zur Ippen-Gruppe gehörige Rotenburger Kreiszeitung Teil des „Bremer Anzeigenblocks“. Diese Anzeigenkombination hat nun eine verkaufte Auflage von 197.222 Exemplaren (IVW III/08).

Geschichte

Bremer Nachrichten (BN)

Vom 7. Januar 1743 bis 31. Dezember 1853 erschien der Vorgänger Bremer Wöchentliche Nachrichten, danach hieß die Zeitung Bremer Nachrichten. Vom 1. Oktober 1934 bis 1944 lautete der Titel Bremer Nachrichten mit Weser-Zeitung. Zwischen 1945 und dem 19. September 1949 erschien die Zeitung nicht, da der Verleger Schünemann seit 1937 Mitglied der NSDAP war und die Zeitung in den 1930er Jahren eine 51%-Beteiligung der NSdAP hinnehmen musste. Die Bremer Nachrichten war nach 1949 eine bürgerlich-liberale Zeitung.

Die Bremer Nachrichten versuchten sich zu stärken, in dem sie die Herausgeber der Norddeutschen Zeitung Friedhelm und Friedrich Pörtner als Teilhaber in die umbenannte Firma Schünemann & Pörtner aufnahmen. Auf Dauer konnte sich die Bremer Nachrichten jedoch nicht gegen den Weser-Kurier halten. Schünemann versuchte 1974 den Verlag an die Axel Springer AG zuverkaufen. Nach Protesten von Pörtner, der Belegschaft und der Gewerkschaft IG Druck und Papier wurde eine „bremische“ Lösung gefunden. Die Bremer Nachrichten wurden nun vom Weser-Kurier übernommen mit der Auflage, das die Bremer Nachrichten eine eigene Redaktion behielt. Zur Geschichte des Schünemann-Verlages sie hier. 1997 richtete die Bremer Nachrichten eine Homepage im Internet ein.

Die Bremer Nachrichten ist dem Titel nach die drittälteste noch erscheinende Zeitung in Deutschland.

Weser-Kurier (WK)

Hans Hackmack erhielt 1945 von der Militärregierung der Amerikanischen Besatzungszone die Lizenz zur Herausgabe einer Zeitung, die den Namen Weser-Kurier erhielt. Sie war nach dem Zweiten Weltkrieg die erste Lizenzzeitung in der Hansestadt und erschien vierseitig zum ersten Mal am 19. September 1945. Sie kostete 20 Pfennig und war mit einer Auflage von 150.000 Exemplaren mittwochs und sonnabends erhältlich. Die Bremer Nachrichten durften erst 1949 erscheinen; den Vorsprung des WK konnte sie nicht mehr wettgemacht. Der redaktionelle Inhalt wurde 1945/46 von der US-Militärregierung kontrolliert, bald aber arbeitete die Redaktion unabhängig. 1946 wurde die Weser-Kurier GmbH gegründet. Der Weser-Kurier trat als überparteiliche Zeitung auf, mit einer zunächst sozial-liberalen Ausprägung.

Als Lizenzträger und Herausgeber der Zeitung kamen 1947 der Kommunist und Kaufmann Bernhard Peters (der bald ausschied) und der parteilose, jedoch der CDU nahestehende, Felix von Eckardt hinzu. Hackmack blieb jedoch die treibende Kraft des Verlages. Mitte 1947 konnte durch eine bessere Papierversorgung der WK wöchentlich dreimal erscheinen. 1949 wurde die Zeitung im Lohndruck vom Schünemann-Verlag gedruckt. Ab September 1949 erschien die Zeitung werktäglich. Eckardt war bis 1951 beim Weser-Kurier auch als Chefredakteur tätig bis er 1952 die Leitung des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung in Bonn übernahm.

1952 übernahm der bereits für die Weser-Kurier GmbH tätige Kaufmann Hermann Rudolf Meyer die Verlagsanteile von Eckardt und erwarb 1956 weitere Anteile von Hackmack, so dass beide den Verlag paritätisch besaßen. Meyers Einfluss erweiterte sich danach deutlich. Hackmack schied, nach dem er zunehmend schwerhöriger wurde, 1960 aus der Geschäftsführung aus.

1956 wurde das neue Verlags- und Pressehaus errichtet und 1957 bezogen. Der WK wurde zum ersten Mal auf einer eigenen Hochdruckmaschine gedruckt. 1970 entstand das Druckhaus in Woltmershausen. Zusätzliche niedersächsische Regionalausgaben wurden herausgegeben.

Der Verlag Weser-Kurier GmbH übernahm 1974 die Bremer Nachrichten, die eine eigene Redaktion behielt, jedoch zunehmend redaktionell angeglichen wurde. Die Zeitung Norddeutsche vom Verlag Schünemann & Pörtner wurde mit dem Nord-Kurier vom Weser-Kurier fusioniert. Die Wümmezeitung wurde mit dem Lilienthaler Kurier verschmolzen.

1981 wurde die Bremer Tageszeitung AG gegründet; die Weser-Kurier GmbH war Hauptaktionär. 1983 erschien erstmals der Kurier am Sonntag. 1983 wurde das Bleisatzverfahren beim Druck abgeschafft und ein, später von Computern, unterstütztes neues Druckverfahren eingeführt, die Zahl der Techniker reduzierte sich von 254 auf 70 bis 2008.

1997 richtete der Weser-Kurier eine Homepage im Internet ein. Die BTAG und die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg wurden gleichberechtigte Gesellschafter beim regionalen Internetportal NORDWEST.NET. 2001 wurde ein neues Kundenzentrum (Ticket- und Buchverkauf, Reisebüro, Anzeigenannahme, Chiffre-Dienst) im Pressehaus eröffnet. 2001 wurde die wöchentliche Jugendseite „zoom“ eingeführt.

Verlagsleitung und Chefredakteure

Verlagsleitung

Der Verlag Bremer Tageszeitungen AG wird zurzeit durch die Vorstände Ulrich Hackmack und Florian Kranefuß vertreten.

Aufsichtsratsvorsitzender ist Uwe Woywod (Stand Januar 2009).

Chefredakteure

Chefredakteure vom Weser-Kurier
  • Felix von Eckardt um 1947 bis 1951
  • Karl Bachler 1950er bis 1970er Jahre
  • Volker Weise, von 1987 bis zum 31. Januar 2009 (zuletzt auch für die Weser-Kurier-Gesamtausgabe mit Bremer Nachrichten und Verdener Nachrichten)
  • Lars Haider, seit dem 1. Februar 2009
Chefredakteure der Bremer Nachrichten
  • Engelmann in den 1970er Jahren
  • Dietrich Ide, langjähriger Chefredakteur, ging 2008 in den Ruhestand

Weblinks

Einzelnachweise

  1. „Verleger in Bremen. Hurra, wir haben die Redaktion verkauft“; Bericht von B. Hellmers u. J.-P. Hein in der taz vom 15. November 2007 (abgerufen am 1. Februar 2009).

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