Achira
Achira
Achira (Canna edulis)

Achira (Canna edulis)

Systematik
Klasse: Commelinaähnliche (Commelinidae)
Ordnung: Ingwerartige (Zingiberales)
Familie: Blumenrohrgewächse (Cannaceae)
Gattung: Blumenrohr (Canna)
Art: Achira
Wissenschaftlicher Name
Canna edulis
Ker-Gawl.

Achira (Canna edulis) (Syn.: Canna achiras, Canna esculenta), auch Eßbare Canna oder Kapacho genannt, ist eine Nutzpflanze aus der Gattung Blumenrohr (Canna), der einzigen Gattung in der Familie der Blumenrohrgewächse (Cannaceae). (engl.: Edible Canna, Queensland Arrowroot, franz.: Basilier comestible.)

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Die Pflanze stammt aus Südamerika; ihre Heimat liegt in Kolumbien, Venezuela, Brasilien und Argentinien sowie auf den Westindischen Inseln. Als Nutzpflanze wird sie heute vor allem auf pazifischen und westindischen Inseln sowie in Australien angebaut.

Standort

Canna bevorzugt leichte sandig-lehmige Böden, kann aber auch auf schweren Böden wachsen, soweit diese nicht nass sind. Gegenüber der Bodenreaktion (pH-Wert) ist sie indifferent.

Beschreibung

Die Achira ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die etwa 2 Meter hoch wird. Die zwittrigen, zygomorphen Blüten sind leuchtend rot. Die Staubblätter sind zu Blütenblättern umgewandelt, nur eines davon hat am Rand noch eine Anthere. In ihrer Heimat wird die Blüte durch Kolibris bestäubt. Dort blühen sie in den Monaten August bis Oktober.

Die Samen reifen im Oktober. Die runden, dunklen Samen werden in großer Zahl in warzigen Kapselfrüchten gebildet.

Canna speichert Stärke in ihren fleischigen Rhizomen, die zu mehreren an der Basis der Sprossachse aus Mutterrhizomen entspringen und einen Klumpen bilden. Die Rhizome werden bis zu 60 cm lang, sind in knollige Segmente gegliedert und zweizeilig von hellgrünen oder violetten Schuppenblättern bedeckt. Die Stärkekörner sind sehr groß. Angeblich kann man sie mit dem bloßen Auge sehen.

Nutzung

Genutzt werden von der Achira hauptsächlich die stärkehaltigen Rhizome. Die Stärke ist leicht verdaulich und deshalb als Kranken- und Kindernahrung gut geeignet. Die Knollen können roh oder gekocht verzehrt werden. Die Stärke eignet sich auch zum Backen.

In einigen Gegenden werden die Blätter an Nutztiere verfüttert. Die runden Samen werden in einigen Gegenden durchbohrt und als Perlen verwendet. Sie werden aber auch als Füllung von Rasseln benutzt. Von den Indianern wurden die Samen früher als Goldgewichte verwendet, ähnlich wie die Samen von Ceratonia siliqua (Karat), da sie wie diese ein konstantes Gewicht haben.

Inhaltsstoffe

Die Achira-Rhizome bestehen zu 73 % aus Wasser. Neben 24 % Stärke (lt. Franke; eine andere Quelle nennt 31 %) enthalten sie noch 1 % Eiweiß, 0,6 % Rohfaser und 1,4 % Mineralstoffe.

Anbau

Die Achira wurde schon lange vor der Zeitenwende von Indianern der Ostanden kultiviert. Abbildungen wurden auf Töpferwaren gefunden, die aus der Zeit von 2500 v. Chr. datiert worden sind. Heute spielt sie in den Anden nur noch in der Gegend von Cuzco eine gewisse Rolle als Nahrungspflanze. Hauptsächlich wird sie heute auf pazifischen und einigen Westindischen Inseln, vor allem aber in Queensland in Australien angebaut.

Da die Achira langsamer wächst als Kartoffel oder Batate, hat sie nirgends die landwirtschaftliche Bedeutung dieser Arten bekommen. Der Ertrag liegt bei ca. 300-400 dt pro ha Anbaufläche. Aus 9 dt geernteter Rhizome kann etwa 1 dt reine Stärke gewonnen werden. Die Stärke kommt als „Queensland-Arrowroot“ in den Handel.

Literatur

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Stuttgart 1985.
  • Heywood, V. H.: Blütenpflanzen der Welt, Basel-Boston-Stuttgart 1978.

Weblinks


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